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Augenverätzungen

Von

Ann P. Murchison

, MD, MPH, Wills Eye Emergency Department, Wills Eye Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2020| Inhalt zuletzt geändert Sep 2020
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Verbrennungen bzw. Verätzungen des Auges können nach Hitze- oder chemikalienbedingten Verletzungen auftreten und zu schweren Komplikationen führen, einschließlich einer bleibenden Erblindung.

Das Augenlid schließt sich als Reflex zum Schutz der Augen vor Verletzung sehr schnell. Trotzdem gelangen entzündliche oder schädigende Chemikalien manchmal an die Oberfläche des Auges, was zu Verätzungen führt.

Die gefährlichsten chemischen Verätzungen entstehen durch Säuren oder alkalihaltige Substanzen. Verätzungen mit Alkali sind tendenziell schwerwiegender als Verätzungen mit Säure. Alkalihaltige Stoffe enthalten Lauge und kommen am häufigsten in Bleichmitteln, Beton, Gips und Mörtel, Ofen- und Abflussreinigern, Spülmaschinenreiniger und Düngemitteln vor. Verätzungen können durch verspritzte Flüssigkeiten, oder seltener, durch Pulverstoffe, die in die Augen gelangen, verursacht werden.

Schwere chemische Verätzungen der transparenten Kuppel vorne am Auge (Cornea), insbesondere Verletzungen durch alkalihaltige Stoffe, können zu Narbenbildung, Perforation des Auges, Infektion und Erblindung führen.

Verätzungen der Augen sind sehr schmerzhaft. Wegen der großen Schmerzen wird meist versucht, das Auge geschlossen zu halten. Das allerdings verlängert den direkten Augenkontakt mit der schädigenden Substanz, wodurch sich der Schaden verschlimmert.

Der Blinkreflex ist in der Regel der Grund dafür, dass das Auge sich bei Hitze schließt. Deshalb treten thermische Verbrennungen in der Regel am Augenlid auf, statt an der Bindehaut oder der Hornhaut. Verbrennungen der Bindehaut oder der Hornhaut sind in der Regel nicht schwerwiegend und verursachen unter Umständen keine bleibenden Schäden am Auge.

Das Tragen einer Sicherheitsbrille oder einer Gesichtsmaske beim Umgang mit potenziell gefährlichen Materialien ist unabdingbar, um Verbrennungen vermeiden zu helfen.

Behandlung

  • Auge sofort mit Wasser spülen

  • Durchgehendes Spülen des Auges mit Kochsalzwasser durch medizinisches Personal

Chemische Verätzungen

Eine chemische Verätzung des Auges wird sofort behandelt, noch vor Ankunft von medizinischem Personal. Das Auge ist offen und wird mit Wasser oder Kochsalzlösung gespült (irrigiert). Wenn die Verätzung durch starke Säuren oder alkalihaltige Stoffe oder andere stark ätzende Substanzen verursacht wurde, sollte das Auge laufend für mindestens 30 Minuten oder solange gespült werden, bis der pH-Wert (Messung des Säure- oder Laugengehalts) des Auges wieder normal ist. Das Spülen kann im Krankenwagen oder in der Notaufnahme fortgeführt werden. Da der Schmerz es dem Betroffenen schwer macht, das verletzte Auge offen zu halten, sollte eine andere Person das Lid aufhalten, während das Auge gespült wird.

Ein Arzt oder eine andere qualifizierte Person kann Betäubungstropfen ins Auge träufeln, was es viel leichter macht, das verletzte Auge offen zu halten. In der Notaufnahme verwenden die Ärzte oft spezielle Spülvorrichtungen.

Wussten Sie ...

  • Eine chemische Verätzung des Auges sollte sofort und mindestens solange mit Wasser gespült werden, bis eine medizinische Fachkraft eingetroffen ist.

Nach dem Spülen untersucht der Arzt die Oberfläche und das Innere des Auges und entfernt alle Substanzen, die noch im Gewebe eingebettet sind. Die Innenseite des Augenlids wird abgetupft, um alle kleinen Partikel, die noch sichtbar sind, zu entfernen.

Der Arzt träufelt eventuell ein Medikament (wie Cyclopentolat oder Homatropin) ein, das die Pupille weitet, damit die Muskeln des farbigen Teils des Auges (der Iris) beruhigt werden und keine schmerzhaften Krämpfe mehr haben. Topische Antibiotika (als Tropfen oder Salbe) werden zur Befeuchtung des Auges und zur Vorbeugung vor einer Infektion verwendet. Der Augenarzt kann auch für eine begrenzte Dauer Kortikosteroid-Tropfen (wie Prednisolon) verschreiben.

Auch wenn betäubende Augentropfen den Schmerz stillen, können sie das Abheilen verlangsamen, und werden deshalb im Allgemeinen nach der ersten Spülung nicht verabreicht. Der Schmerz kann auch mit Paracetamol oder, wenn sie stark sind, mit Paracetamol plus Oxycodon behandelt werden. Falls die Hornhaut verätzt ist, wird eine antibiotische Salbe im Auge verwendet.

Schwere Verätzungen müssen innerhalb von 24 Stunden von einem Ophthalmologen (einem Arzt, der sich auf die Untersuchung und operative wie nicht operative Behandlung von Augenkrankheiten spezialisiert hat) operiert werden, um die Sehkraft zu erhalten und größeren Komplikationen vorzubeugen, wie etwa einer Schädigung der Hornhaut oder der Iris, einer Perforation des Auges und einer Deformation des Augenlids.

Bei schwereren Verbrennungen können zudem andere topische und/oder oral einzunehmende Medikamente sowie Vitamin C verabreicht werden. Schwere Verätzungen sollten häufig untersucht werden. Einige chemische Verätzungen sind so schwerwiegend, dass ein chirurgischer Eingriff notwendig ist und das Auge trotz bester Behandlung erblinden oder sehgestört werden kann.

Thermale Verbrennungen

Verbrennungen der Augenlider werden wie andere Hautverbrennungen behandelt. Die Ärzte reinigen die Verbrennungen des Augenlids und tragen dann Antibiotika für Augen auf, um einer Entzündung vorzubeugen. Verätzungen der Bindehaut oder Hornhaut können schmerzhaft sein. Daher können Betroffene Schmerzmittel erhalten. Die Ärzte verabreichen auch eventuell ein Medikament (wie Cyclopentolat oder Homatropin), um das schmerzhafte Verkrampfen der Muskeln, die die Pupille zusammenziehen, zu vermeiden, wie auch eine antibiotische Augensalbe zur Vorbeugung einer Infektion.

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