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Krebs der Bauchspeicheldrüse

Von

Minhhuyen Nguyen

, MD, Fox Chase Cancer Center, Temple University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema
  • Rauchen, eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und möglicherweise lange bestehender Diabetes mellitus sind Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs.

  • Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Gelbsucht und Erbrechen sind einige typische Symptome.

  • Computertomographie, endoskopische Ultraschalluntersuchung oder Magnetresonanztomographie sind diagnostische Untersuchungen.

  • Bauchspeicheldrüsenkrebs ist im Normalfall tödlich.

  • Eine Operation kann Personen heilen, deren Krebs sich nicht ausgebreitet hat.

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein Organ, das im oberen Abschnitt des Bauches liegt. Es produziert Verdauungssäfte, die in den Verdauungstrakt abgesondert werden. Die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin, das den Blutzuckergehalt regelt. Etwa 95 % der bösartigen (malignen) Tumoren der Bauchspeicheldrüse sind Adenokarzinome. Adenokarzinome stammen normalerweise aus den Drüsenzellen, die den Bauchspeicheldrüsengang auskleiden. Die meisten Adenokarzinome treten im Kopf der Bauchspeicheldrüse auf, dem Teil, der dem ersten Abschnitt des Dünndarms (Zwölffingerdarm) am nächsten liegt.

Lage der Bauchspeicheldrüse

Lage der Bauchspeicheldrüse

Das Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse ist in den USA häufiger geworden. Es tritt jährlich bei schätzungsweise 55.440 Menschen auf und verursacht etwa 43.330 Todesfälle. Ein Adenokarzinom entwickelt sich meist nicht vor dem 50. Lebensjahr. Das Durchschnittsalter bei der Diagnosestellung beträgt 55 Jahre.

Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs:

Diese Tumoren sind bei Männern fast doppelt so häufig. Das Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse ist 2- bis 3-mal häufiger bei Rauchern als bei Nichtrauchern. Personen mit chronischer Entzündung der Bauchspeicheldrüse haben ebenfalls ein höheres Risiko. Personen mit Verwandten, die an dieser Erkrankung leiden, können ein erhöhtes Risiko aufweisen. Lange bestehender Diabetes mellitus kann ein Risikofaktor sein. Der Konsum von Alkohol und Koffein scheint kein Risikofaktor zu sein.

Seltene Arten von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ein Zystadenokarzinom der Bauchspeicheldrüse ist eine seltene Art von Bauchspeicheldrüsenkrebs, das aus einem mit Flüssigkeit gefüllten, gutartigen (benignen) Tumor, einem Zystadenom, entsteht. Es verursacht oft Schmerzen im Oberbauch und kann so groß werden, dass es ein Arzt durch die Bauchwand fühlen kann. Die Diagnose erfolgt normalerweise anhand einer Aufnahme des Bauchraums mittelsComputertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Nur 20 % der Personen mit diesem Krebs haben Tumoren, die zum Zeitpunkt der Operation metastasiert (sich ausgebreitet) haben. Deshalb hat das Zystadenokarzinom eine viel bessere Prognose als das Adenokarzinom. Wenn der Krebs sich nicht ausgebreitet hat und die gesamte Bauchspeicheldrüse chirurgisch entfernt wird, hat die Person eine Chance von 65 %, mindestens 5 Jahre zu überleben.

Der intraduktale papillär-muzinöse Tumor ist eine seltene Art von Bauchspeicheldrüsenkrebs, der durch Vergrößerung (Dilatation) des Hauptgangs der Bauchspeicheldrüse, übermäßige Schleimproduktion, wiederkehrende Krankheitsschübe einer Bauchspeicheldrüsenentzündung und gelegentliche Schmerzen gekennzeichnet ist. Die Diagnose erfolgt mittels CT und manchmal anderen Bildgebungstests. Diese Tumore können zu Krebs entarten. Da diagnostische Tests aber nicht zwischen den gutartigen und bösartigen Formen dieses Tumors unterscheiden können, ist eine Operation die beste Diagnose- und Behandlungsoption für alle Personen, bei denen diese Tumorart vermutet wird. Mit einer Operation haben Personen mit den gutartigen Tumoren eine Chance von mehr als 95 %, 5 Jahre zu überleben. Personen mit bösartigen Tumoren haben eine Chance von 50 bis 75 % für 5 Jahre zu überleben.

Symptome

Adenokarzinome im Körper oder Schwanz der Bauchspeicheldrüse (dem Mittelteil und dem am weitesten vom Zwölffingerdarm entfernten Teil) verursachen keine Beschwerden, bis der Tumor eine gewisse Größe erreicht hat. Somit hat der Tumor sich in 90 % der Fälle zum Zeitpunkt der Diagnose bereits über die Bauchspeicheldrüse hinaus ausgebreitet (metastasiert). Schließlich entwickeln die meisten Menschen starke Oberbauchschmerzen, die auch in der Mitte des Rückens spürbar sein können. Die Schmerzen können durch Vorwärtsbeugen oder Einnehmen der Embryonalstellung gelindert werden. Gewichtsverlust ist häufig.

Komplikationen des Bauchspeichelkrebses

Tumoren im Kopf der Bauchspeicheldrüse können den Abfluss der Galle (die von der Leber gebildete Verdauungsflüssigkeit) in den Dünndarm stören ( Gallenblase und Gallengangsystem). Deshalb ist Gelbsucht (eine gelbe Verfärbung der Haut und des Weißen der Augen) aufgrund einer Blockierung des Galleabflusses typischerweise ein Frühsymptom. Gelbsucht wird von einem Juckreiz am ganzen Körper begleitet, weil sich Kristalle der Gallensalze unter der Haut ablagern. Erbrechen kann auftreten, wenn der Krebs im Kopf der Bauchspeicheldrüse den Übertritt des Mageninhalts in den Dünndarm blockiert (Magenausgangsstenose) oder den Dünndarm selbst verengt.

Adenokarzinome im Körper oder im Schwanz der Bauchspeicheldrüse können die Vene, die von der Milz (dem Organ, das Blutkörperchen bildet, überwacht, speichert und vernichtet) kommt, quetschen, dadurch kommt es zu einer Milzvergrößerung (Splenomegalie). Die Quetschung kann auch dazu führen, dass die Venen anschwellen (Varikose) und sich um die Speiseröhre (Ösophagus) und den Magen drehen. Wenn diese varikösen Venen reißen, können starke Blutungen auftreten, vor allem aus der Speiseröhre.

Bestimmte Zellen in der Bauchspeicheldrüse produzieren Insulin, ein Hormon, das für die Kontrolle des Blutzuckergehalts entscheidend ist. Ein Mangel an Insulin führt zu Diabetes mellitus. Deshalb verursacht Bauchspeicheldrüsenkrebs bei 25 bis 50 % der Betroffenen Diabetes, wodurch es zu den Symptomen von hohem Blutzucker kommt, wie z. B. häufiges Wasserlassen von großen Mengen und übermäßiger Durst.

Bauchspeicheldrüsenkrebs kann zudem die Bildung von Verdauungsenzymen durch die Bauchspeicheldrüse stören und zu Problemen bei der Verwertung von Nährstoffen in Nahrung und Flüssigkeiten führen (Malabsorption). Diese Malabsorption wiederum führt zu Aufgeblähtsein und Bildung von Gasen und einem wässrigen, fettigen und/oder übelriechenden Durchfall, der seinerseits zu Gewichtsverlust und Vitaminmangel führt.

Diagnose

  • Computertomographie (CT), endoskopische Ultraschalluntersuchung oder Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP)

  • Andere Bildgebungsverfahren und Bluttests

  • Mitunter Biopsie

Eine Frühdiagnose der Tumoren in Körper oder Schwanz der Bauchspeicheldrüse ist schwierig, weil die Symptome erst spät auftreten und sowohl die körperliche Untersuchung als auch Bluttests normale Ergebnisse aufweisen. Besteht der Verdacht auf ein Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse, werden Untersuchungen mittels CT oder einer speziellen Form der MRT, der sogenannten MRCP (siehe Magnetresonanztomographie) bevorzugt.

Andere häufig durchgeführte Untersuchungsmethoden sind die endoskopische Ultraschalluntersuchung (eine winzige Ultraschallsonde an der Spitze eines Endoskops wird über Mund und Magen in den ersten Abschnitt des Dünndarms eingeführt) und die endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie ( Erläuterung der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie). Blutuntersuchungen werden ebenfalls durchgeführt.

Zur Bestätigung der Diagnose eines Bauchspeicheldrüsenkrebs kann ein Arzt Gewebe aus der Bauchspeicheldrüse zur mikroskopischen Untersuchung entnehmen (Biopsie), indem er eine unter CT oder Ultraschall geführte Nadel durch die Haut einführt. Manchmal wird bei dieser Untersuchungsmethode auch ein Tumor übersehen. Auf die gleiche Weise kann ein Biopsat der Leber entnommen werden, um nach einem Tumor zu suchen, der von der Bauchspeicheldrüse gestreut hat. Wenn die Ergebnisse dieser Tests normal sind, der Arzt aber weiter den dringenden Verdacht auf ein Adenokarzinom hat, kann die Bauspeicheldrüse chirurgisch beurteilt werden.

Prognose

Da das Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse sich vor seiner Entdeckung häufig schon auf andere Körperteile ausgebreitet hat, ist die Prognose für Bauchspeicheldrüsenkrebs sehr schlecht. Weniger als 2 % der Menschen mit Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüsen überleben 5 Jahre nach der Diagnose.

Behandlung

  • Operation

  • Chemotherapie und Strahlentherapie

  • Schmerzmittel

Die einzige Hoffnung auf Heilung ist eine Operation, die bei den 10 bis 20 % der Personen durchgeführt wird, bei denen man glaubt, dass der Krebs sich nicht ausgebreitet hat. Entweder die Bauchspeicheldrüse allein oder die Bauchspeicheldrüse und der Zwölffingerdarm werden entfernt. Chemotherapie und Strahlentherapie werden häufig verabreicht. Nach diesen Behandlungen leben etwa 40 % der Menschen mindestens noch 2 Jahre und 25 % mindestens noch 5 Jahre.

Eine Blockade des Galleflusses kann eine Zeit lang gelindert werden, indem in den unteren Abschnitt des Ganges, der die Galle aus Leber und Gallenblase ableitet, ein Röhrchen (Stent) eingesetzt wird. Alternativ dazu kann chirurgisch einen Kanal geschaffen werden, der die Blockade umgeht. Eine Blockade des Dünndarms kann zum Beispiel durch einen Kanal umgangen werden, der den Magen mit einem Dünndarmabschnitt verbindet, der hinter der Blockade liegt. Wenn diese Maßnahmen den Juckreiz nicht lindern, kann Cholestyramin oral verabreicht werden.

Leichte Schmerzen können durch Aspirin oder Acetaminophen gelindert werden. Meistens sind aber stärkere Schmerzmittel wie Codein, Oxycodon oder Morphin erforderlich. Bei Personen mit starken Schmerzen können Schmerzmittel in die Nerven gespritzt werden, um die Schmerzwahrnehmung auszuschalten und damit Linderung zu schaffen.

Der Mangel an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse kann mit oralen Enzympräparaten behandelt werden. Wenn sich ein Diabetes einstellt, kann eine Behandlung mit Insulin erforderlich sein.

Da das Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse in den meisten Fällen tödlich verläuft, bespricht ein Arzt normalerweise mit der betroffenen Person, den Familienmitgliedern und anderen Medizinern die palliative Versorgung (siehe Behandlungsoptionen am Lebensende).

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