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Überblick über Prothesen

Von

Jan J. Stokosa

, CP, Stokosa Prosthetic Clinic

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2019| Inhalt zuletzt geändert Dez 2019
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Eine Gliedmaßenprothese ist eine künstliche Gliedmaße, die einen fehlenden Körperteil ersetzt, der für gewöhnlich amputiert wurde.

Die Hauptursachen für die Amputation einer Gliedmaße sind:

  • Blutgefäßerkrankung (vaskuläre Erkrankung), insbesondere durch Diabetes oder periphere arterielle Verschlusskrankheit

  • Krebs

  • Verletzung (z. B. durch Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle oder militärische Auseinandersetzungen)

  • Geburtsfehler

In den USA lebt gegenwärtig etwa 1 von 200 Menschen mit dem Verlust einer Gliedmaße und täglich werden rund 500 Amputationen durchgeführt. Dieser Prozentsatz wird wahrscheinlich zunehmen, da mit fortschreitendem Alter mehr Menschen Diabetes und Gefäßerkrankungen entwickeln werden.

Patienten, die eine Amputation hatten, wird oft eine Prothese (künstliche Gliedmaße) empfohlen, um diesen Körperteil zu ersetzen. Eine Prothese soll es dem Träger zumindest ermöglichen, tägliche Aktivitäten wie gehen, essen und sich ankleiden zufriedenstellend zu bewältigen, ohne von anderen abhängig zu sein. Eine Person mit einer Prothese kann ihre Tätigkeiten möglicherweise jedoch genauso gut oder beinahe so gut wie zuvor ausführen.

Der Erfolg im Umgang mit einer Prothese ist am ehesten gewährleistet, wenn das klinische Team aus unterschiedlichen Fachleuten besteht, abgestimmt auf die Bedürfnisse des Patienten. Zum Kern des Teams gehören als Minimum ein Chirurg, Orthopädietechniker und ein Physiotherapeut. Orthopädietechniker sind Experten, die die allgemeine Funktionstüchtigkeit des Amputierten beurteilen und einen Behandlungsplan erstellen. Dazu gehört die Gestaltung, Anpassung, Herstellung und Einstellung der Prothese sowie die lebenslange Nachsorge zur Instandhaltung der Prothese und die Beratung zur Pflege. In komplexeren Fällen könnte das Team auch einen Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sozialarbeiter, Psychologen und Familienangehörige einschließen.

Die Betroffenen können Bedenken bezüglich der Flughafensicherheit mit einer Prothese haben. Das Sicherheitspersonal bittet die Patienten normalerweise nicht, eine Prothese zu entfernen. Wenn doch, sind sie verpflichtet, dies in einer Umgebung zu tun, die dem Betroffenen eine Privatsphäre bietet, weil er sich in der Regel teilweise oder ganz ausziehen muss. Ein Schreiben vom Orthopädietechniker, in dem steht, dass die Prothese metallische und Mikroprozessor-Komponenten enthält, und dass die Entfernung der Prothese für länger als 10 bis 15 Minuten zu Schwierigkeiten beim Wiederanlegen führen könnte, da das Flüssigkeitsvolumen des Stumpfes zunimmt, könnte hier hilfreich sein.

Ziele

Ziele reichen von der einfachen Mobilität bis hin zu Aktivitäten mit hoher Belastung, wie Joggen und Springen. Die Komponenten der Prothese werden individuell angepasst, um den Patienten dabei zu helfen, ihre unterschiedlichen Ziele zu erreichen. Fortschritte in Polstermaterialien, Prothesenschaft-Design und Fuß-, Sprung-, Knie-, Hand-, Handgelenk- und Ellenbogenkomponenten haben das Wohlbefinden und die Funktion erheblich verbessert. Bei einer Anpassung der Prothese stellt der Orthopädietechniker sicher, dass sich der amputierte Patient wohl fühlt, stabil stehen und gehen kann und in der Lage ist, individuelle Ziele zu erreichen.

Hoch motivierte, ansonsten gesunde Menschen mit einer Prothese können viele außergewöhnliche Leistungen erreichen (z. B. Fallschirmspringen, Bergsteigen, ganze Triathlons absolvieren, an Sportarten teilnehmen oder anstrengende Tätigkeiten oder den Militärdienst wiederaufnehmen). Gleich, ob eine Prothese nur für die Grundmobilität oder für anspruchsvollere Aktivitäten verwendet wird, sie kann in jedem Fall erhebliche psychologische Vorteile bieten und die Lebensqualität verbessern.

Der erfolgreiche Einsatz von Prothesen hängt von Folgendem ab:

  • Andere Erkrankungen des Patienten

  • Den körperlichen und kognitiven Fähigkeiten der Person

  • Merkmale des Amputationsstumpfs

  • Wie gut die Prothese sitzt und mit dem Körper verbunden ist

Die Anpassung der Prothese erfordert spezielles Geschick. Es kann auch schwer für die Patienten sein, sich körperlich und geistig auf die Prothese einzustellen. Daher ist der gesamte Prozess der Auswahl und Anpassung der Komponenten und der Bewertung der Funktionstüchtigkeit der Prothese schwierig und dauert beträchtliche Zeit. Nicht alle Patienten sind Kandidaten für jede Art von Prothese.

Amputationsstufen

Bei einer Amputation kann eine Gliedmaße vollständig oder teilweise abgenommen werden. Ärzte wiegen viele Faktoren ab, wenn sie eine Gliedmaße amputieren. Es ist sehr wichtig,

  • abgestorbenes oder infiziertes Gewebe zu entfernen

  • sicherzustellen, dass die Durchblutung in der verbleibenden Gliedmaße (Stumpf) gewährleistet ist

Weitere wichtige Überlegungen sind:

  • Die Muskeln und ihre Knochenfortsätze so weit wie möglich zu erhalten

  • Die Knochen zu stabilisieren

  • Das Ende des Stumpfes mit Muskel zu bedecken

Vorbereitung auf eine Amputation

Eine Amputation ist für Menschen schwierig. Das Verlieren einer Gliedmaße ist nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern es verändert auch oft das Selbstbild der Betroffenen, nachdem sie einen Teil von sich „selbst“ verloren haben. Ärzte und Orthopädietechniker versuchen, die Patienten und ihre Familie vorzubereiten, indem sie erklären, warum eine Amputation notwendig ist und was vor und nach der Amputation und während des Anpassungsprozesses der Prothese geschehen wird. Menschen, die den Prozess verstehen und realistische Erwartungen bezüglich der auf sie zukommenden Probleme und der wahrscheinlichsten Ergebnisse haben, werden die Amputation mit höherer Wahrscheinlichkeit gut überstehen und besser damit zurechtkommen. Manchmal wird dafür gesorgt, dass der Patient vorher mit jemandem sprechen kann, der bereits eine Amputation hatte und sich gut auf ein Leben damit eingestellt hat.

Vor der Operation versuchen Ärzte, die Patienten in den bestmöglichen Gesundheitszustand zu bringen. Sie versuchen, bestehende medizinische Probleme wie schlechte Ernährung, Diabetes und Herz- oder Lungenerkrankungen nach Möglichkeit zu verbessern. Da Rauchen die Heilung beeinträchtigt, sind Maßnahmen zur Raucherentwöhnung wichtig. Wenn die Zeit es erlaubt, können Patienten, die geschwächt oder in schlechtem Gesundheitszustand sind, eine Therapie und Übungen durchführen, damit sich ihr Zustand und ihre Kondition verbessert.

Nach einer Operation

Unmittelbar nach der Operation beginnt das medizinische Team mit Maßnahmen, um

  • die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten, damit sie nicht steif werden

  • die Kraft und allgemeine Kondition des Patienten aufrechtzuerhalten oder zu verbessern

  • Schwellungen (Ödeme) im Stumpf zu behandeln

Wenn es die Genesung erlaubt, sollten die Patienten das Ende ihres Stumpfes durch Massage, Klopfen, Vibration und das Tragen von Gewicht desensibilisieren.

Die Anpassung der Prothese kann beginnen, wenn die Wunde zufriedenstellend ausgeheilt und die Schwellung ausreichend zurückgegangen ist, sofern das Gelenk der Person insgesamt kräftig und beweglich genug ist. Die Anpassung der Prothese erfolgt in der Regel etwa 7 bis 10 Wochen nach der Amputation.

Der amputierte Stumpf verändert sich noch 6 bis 18 Monate nach der Amputation, wenn der Stumpf mehr und mehr Flüssigkeit verliert und die Muskeln sich neu formen. Während dieser Veränderungen können Orthopädietechniker einen oder mehrere vorübergehende Prothesenschäfte anpassen, bis sich der amputierte Stumpf stabilisiert hat. Wenn der amputierte Stumpf auf seine endgültige Größe und Form zusammengeschrumpft ist, passen Orthopädietechniker der Person eine definitive Prothese an. Eine temporäre Prothese ermöglicht es den Patienten, sich an den Druck und die Kräfte, die mit dem Tragen einer Prothese einhergehen, zu gewöhnen.

Mit einer frühzeitigen Rehabilitation erholt sich der Patient schneller und gewöhnt sich schneller an das Tragen der Prothese. Nach Möglichkeit wird mit der Rehabilitation bereits vor der geplanten Amputation begonnen. Bei Menschen, die überraschend amputiert werden müssen (z. B. wegen einer Verletzung durch einen Verkehrsunfall oder Krieg), wird die Rehabilitation bereits am ersten Tag nach der Operation begonnen. (Siehe auch Rehabilitation nach Amputation einer Gliedmaße.)

Komplikationen nach der Amputation

Zu Komplikationen können Schmerzen in der verbleibenden Gliedmaße, verzögerte Heilung (häufig durch schlechte Durchblutung), Hautgeschwüre, Hautinfektion und Schwellung an der verbleibenden Gliedmaße zählen. Diese Komplikationen können durch ein Problem mit der verbleibenden Gliedmaße oder mit der Prothese und/oder dem Schaft entstehen.

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