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Injektion von Drogen

Von

Gerald F. O’Malley

, DO, Grand Strand Regional Medical Center;


Rika O’Malley

, MD, Albert Einstein Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2020| Inhalt zuletzt geändert Jun 2020
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Quellen zum Thema

Drogen können geschluckt, geraucht, als Pulver durch die Nase eingeatmet (geschnupft) oder gespritzt werden. Werden Drogen gespritzt, treten ihre Wirkungen eventuell rascher und schneller ein.

Drogen in eine Vene (intravenös), in den Muskel (intramuskulär) und unter die Haut (subkutan) gespritzt werden. Für intravenöse Injektionen werden meist die Armvenen verwendet. Bilden sich dort jedoch zu viele Narben und ist die Stelle zu sehr geschädigt, werden die Drogen in Venen irgendwo am Körper gespritzt, auch in den Oberschenkel, den Hals, die Achselhöhle oder die Füße.

Komplikationen

Das Spritzen einer Droge birgt mehr Risiken als andere Verabreichungsmethoden. Die Personen sehen sich nicht nur den Wirkungen der Droge ausgesetzt, sondern auch folgenden, mit der Injektion selbst verbundenen Problemen:

  • Adulteranzien (Verfälschungsmittel): Adulteranzien sind Stoffe, die einer Droge zu dem Zweck hinzugefügt werden, ihre physikalischen Eigenschaften zu verändern. Sie werden normalerweise ohne Wissen des Anwenders hinzugefügt, um Kosten zu reduzieren oder die Anwendung der Droge zu vereinfachen. Folglich wissen Anwender nicht, was sie sich spritzen. Freizeitdrogen wie Heroin und Kokain werden auch Verfälschungsmittel hinzugefügt, um die bewusstseinsverändernden Eigenschaften der Droge zu fördern oder die Droge zu ersetzen. Chinin, ein häufiges Verfälschungsmittel von Heroin, kann zu Herzstörungen, Sehproblemen sowie Taubheit führen. Levamisol, ein häufig eingesetztes Verfälschungsmittel von Kokain, verursacht Entzündungen der Blutgefäße sowie schwere Schädigungen der Haut an Ohren, Nase und Gesicht.

  • Füllstoffe: Manche Abhängige zerstampfen verschreibungspflichtige Tabletten, lösen sie auf und spritzen sich die Lösung in eine Vene. Diese Personen injizieren sich die normalerweise in Tabletten enthaltenen Füllstoffe wie Zellulose, Talkum und Maisstärke. Füllstoffe können sich in der Lunge festsetzen und dort zu einer Entzündung führen. Sie können außerdem die Herzklappen schädigen und auch im Herzen das Infektionsrisiko (Endokarditis) erhöhen.

  • Bakterien und Viren: Durch das Spritzen von Drogen mit unsterilen, insbesondere bereits von anderen benutzten Nadeln, können Bakterien und Viren in den Körper gelangen. Folglich können sich nahe der Injektionsstelle Abszesse bilden oder Bakterien und Viren über die Blutbahn in andere Körperteile wie Lunge, Herz, Gehirn, Leber oder Knochen geschwemmt werden und dort Infektionen auslösen. Eine Infektion der Herzklappen (Endokarditis) ist eine häufige, schwere Folge einer Injektion mit einer Nadel, die mit Bakterien kontaminiert oder verschmutzt ist. Über das Teilen von Nadeln können schwere Infektionen wie Hepatitis B und C sowie das humane Immundefizienz-Virus (HIV) übertragen werden.

  • Verletzungen durch Nadeln: Eine Verkalkung und Verknöcherung am Ellenbogen (Myositis ossificans) wird durch wiederholte, laienhafte Nadelstiche verursacht. Die Muskulatur um den Ellenbogen wird durch Narbengewebe ersetzt. Bei subkutaner Injektion (Spritzen unter die Haut, auch als „skin popping“ bezeichnet) können wunde Hautstellen entstehen. Intravenöse Injektionen führen zu Vernarbungen der Venen (Einstichspuren), wodurch die intravenöse Injektion immer schwieriger und die Durchblutung gestört wird.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Manchmal Selbsteinschätzung

Manchmal wird ein Missbrauch mit injizierten Drogen diagnostiziert, wenn Patienten zu einem Arzt gehen, weil sie Hilfe suchen, um von der Droge loszukommen. Andere Personen versuchen, ihren Substanzmissbrauch zu verbergen.

Drogenprobleme werden vermutet, wenn bei einem Patienten Stimmungs- oder Verhaltensänderungen auffallen. In solchen Fällen wird eine sorgfältige körperliche Untersuchung durchgeführt. Die Zeichen eines Substanzmissbrauchs können offensichtlich sein. Beispielsweise führen wiederholte intravenöse Injektionen einer Droge zu Einstichspuren. Einstichspuren sind Linien feiner, dunkler Punkte (Nadelstiche), umgeben von einem dunkleren oder farblich veränderten Hautstück. Das Spritzen von Drogen unter die Haut führt zu zirkulären Narben und Geschwüren. Die Personen, die sich Drogen spritzen, geben vielleicht andere Gründe für die Spuren an, z. B. häufige Blutspenden, Insektenstiche oder sonstige Verletzungen.

Ärzte nutzen auch andere Methoden, z. B. Fragebögen, um den Missbrauch von Drogen und anderen Substanzen sowie das Ausmaß des Drogenkonsums und seiner Auswirkungen festzustellen. Mittels Urin- und Bluttests können vorhandene Drogenspuren nachgewiesen werden.

Wird ein Drogenproblem erkannt, werden die Betroffenen, insbesondere wenn sie die Drogen spritzen, konsequent auf Hepatitis, eine HIV-Infektion und andere bei dieser Form des Substanzmissbrauchs typische Infektionen untersucht.

Behandlung

  • Beratung

  • Vorbeugung vor sowie Behandlung der Komplikationen von Infektionen

Eine spezielle Behandlung ist abhängig von der verwendeten Substanz, umfasst jedoch normalerweise eine Therapie und manchmal die Verwendung anderer Präparate. Familienangehörige und Selbsthilfegruppen bestärken Betroffene darin, der Abhängigkeit ein Ende zu setzen.

Komplikationen werden auf dieselbe Weise behandelt wie ähnliche Komplikationen anderer Ursache. Abszesse werden zum Beispiel ausgespült, Antibiotika zur Behandlung von Infektionen verwendet.

Da die gemeinsame Benutzung von Nadeln eine häufige Ursache für eine HIV-Infektion darstellt, wurde ein Programm zur Schadensbegrenzung initiiert. Der Zweck besteht darin, den Schaden des Substanzmissbrauchs für Abhängige zu begrenzen, die nicht von der Droge loskommen. Anwender erhalten daher saubere Nadeln und Spritzen, sodass sie nicht das Material Anderer mitbenutzen. Diese Strategie vermindert die Ausbreitung – und die damit verbundenen öffentlichen Kosten – von HIV-Infektionen und Hepatitis.

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