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Binge-Eating-Störung

Von

Evelyn Attia

, MD, Columbia University Medical Center, New York State Psychiatric Institute;


B. Timothy Walsh

, MD, College of Physicians and Surgeons, Columbia University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Die

Binge-Eating-Störungist eineEssstörung, die durch den wiederholten Verzehr von ungewöhnlich großen Mengen an Nahrungsmitteln gekennzeichnet ist, der mit dem Gefühl des Kontrollverlusts (Essattacken) während und nach dem Binge Eating einhergeht. Auf die Essattacken folgt nicht der Versuch, die Masse an zugeführten Kalorien zu kompensieren, z. B. indem versucht wird, das verzehrte Essen wieder loszuwerden (durch Erbrechen oder Abführen).

  • Binge-Eating-Störungen treten häufiger bei übergewichtigen oder fettleibigen Personen auf.

  • Die Betroffenen essen große Mengen sehr schnell, führen diese aber nicht ab und sind über ihr eigenes Verhalten sehr betroffen.

  • Ärzte basieren ihre Diagnose auf der Beschreibung, die die Betroffenen über ihr Verhalten geben.

  • Ziel der Behandlung ist es, die Essattacken zu kontrollieren. Sie umfasst eine kognitive Verhaltenstherapie, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (eine Art Antidepressivum) und Stimulanzien.

  • Programme zur Gewichtsreduktion, einige Medikamente zur Gewichtsreduktion und Stimulanzien können zur Gewichtskontrolle beitragen.

Insgesamt leiden etwa 3,5 Prozent der Frauen und 2 Prozent der Männer unter einer Binge-Eating-Störung. Aber die Störung nimmt mit zunehmendem Körpergewicht im Allgemeinen zu. Bei manchen Programmen zur Gewichtsreduzierung leiden 30 Prozent der fettleibigen Teilnehmer oder mehr unter dieser Störung.

Die meisten Menschen mit einer Binge-Eating-Störung sind übergewichtig oder fettleibig, und die Störung trägt zu ihrem übermäßigen Konsum von Kalorien bei. Demgegenüber sind Menschen mit Bulimia nervosa normalgewichtig, und die meisten Menschen mit Anorexia nervosa sind dünn. Menschen mit Binge-Eating-Störung sind älter als Menschen mit Anorexia oder Bulimia nervosa, und fast die Hälfte davon sind Männer.

Wussten Sie ...?

  • Knapp die Hälfte aller Menschen mit Binge-Eating-Störung sind Männer.

Symptome

Die Betroffenen verzehren während einer Essattacke eine sehr viel größere Menge an Nahrungsmitteln, als die meisten Menschen in einer ähnlichen Zeitspanne unter ähnlichen Umständen essen würden. Während und nach einer Essattacke haben Betroffene das Gefühl, dass sie die Kontrolle verloren haben. Menschen mit der Binge-Eating-Störung kompensieren die Essanfälle nicht durch Abführen (indem sie sich erbrechen oder fälschlicherweise Abführmittel, Diuretika oder Einläufe anwenden), sondern durch übertriebenen Sport oder Fasten. Die Fresssucht tritt in Schüben auf und ist nicht gleichbedeutend mit konstantem Überessen.

Menschen mit einer Binge-Eating-Störung können auch Folgendes tun:

  • Viel schnelleres Essen als normal

  • Essen, bis sich ein unangenehmes Völlegefühl einstellt

  • Große Nahrungsmittelaufnahme, auch wenn sie sich nicht hungrig fühlen

  • Allein essen, weil sie sich schämen

  • Gefühle von Ekel, Depression oder Schuld nach dem Überessen

Eine Binge-Eating-Störung ist eine Belastung für die Betroffenen, speziell wenn sie versuchen, abzunehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Betroffenen eine Depression oder Angststörung haben, ist häufiger als bei Personen, die nicht an dieser Erkrankung leiden. Außerdem neigen fettleibige Menschen mit einer Binge-Eating-Störung eher dazu, sich um ihre Körperform, Gewicht oder beides Sorgen zu machen, als fettleibige Menschen, die nicht esssüchtig sind.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Ärzte diagnostizieren eine Binge-Eating-Störung, wenn

  • die Betroffenen innerhalb der letzten 3 Monate einmal pro Woche eine Essattacke hatten.

  • Die Essattacken mit einem Gefühl des Kontrollverlusts verbunden sind.

  • Die Betroffenen typische Symptome und Verhaltensmuster aufweisen.

Behandlung

  • Psychologische Therapie

  • Bestimmte Antidepressiva und Stimulanzien

  • Möglicherweise Medikamente zur Gewichtsabnahme oder Appetitzügler

  • Möglicherweise Selbsthilfegruppen und konventionelle Programme zur Gewichtsreduzierung

Die folgenden Behandlungen können hilfreich sein:

  • Kognitive Verhaltenstherapie kann dabei helfen, die Essattacken langfristig unter Kontrolle zu bringen, hat aber nur geringe Auswirkungen auf das Körpergewicht.

  • Die Interpersonelle Psychotherapie ist genauso wirksam wie die kognitive Verhaltenstherapie, hat aber ebenfalls kaum Auswirkungen auf das Körpergewicht.

  • Stimulanzien (z. B. zur Behandlung von ADHS) und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (eine Art von Antidepressivum), wie Fluoxetin, können den Betroffenen helfen, über einen kurzen Zeitraum die Essattacken zu stoppen und an Gewicht zu verlieren.

  • Medikamente zur Gewichtsabnahme (wie beispielsweise Orlistat) oder Appetitzügler (z. B. Topiramat) können bei der Gewichtsabnahme helfen.

  • Selbsthilfegruppen, die dem Prinzip der Anonymen Alkoholiker folgen (wie Overeaters Anonymous und Food Addicts Anonymous), sind weitverbreitet, aber ihre Effektivität ist nicht bestätigt.

  • Konventionelle Programme zur Gewichtsreduktion können den Betroffenen helfen, Gewicht zu verlieren und über einen kurzen Zeitraum die Essattacken zu vermeiden, doch die Betroffenen neigen dazu, ihre Essattacken wieder aufzunehmen.

  • Eine Operation kann durchgeführt werden, aber ihre Wirkung auf die Esssucht ist ungewiss.

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