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Akute tubuläre Nekrose

Von

Frank O'Brien

, MD, Washington University in St. Louis

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2020| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2020
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Die akute tubuläre Nekrose ist eine Nierenverletzung, der eine Schädigung der Tubuluszellen der Niere zugrunde liegt (Nierenzellen, die Flüssigkeit und Mineralien aus dem Urin resorbieren, während dieser produziert wird).

  • Häufige Ursachen hierfür sind ein geringer Blutfluss zu den Nieren (durch niedrigen Blutdruck verursacht), Medikamente, welche die Nieren schädigen, und schwere Infektionen, die den gesamten Körper betreffen.

  • Die Betroffenen bemerken erst Symptome, wenn es sich um eine schwere Nierenverletzung handelt.

  • Die Diagnose basiert in erster Linie auf Labortestergebnissen.

  • Die Behandlung erfolgt ursachenorientiert; beispielsweise Absetzen der nierenschädigenden Medikamente, intravenöse Flüssigkeitsversorgung bei geringem Blutdruck und Antibiotika zur Behandlung einer Infektion.

Die Schädigung der Tubuluszellen der Nieren beeinträchtigt die Fähigkeit der Nieren, das Blut zu filtern. So werden Stoffwechselabbauprodukte wie Harnstoff und Kreatinin im Blutkreislauf angereichert.

Ursachen

Eine akute Nierentubulusnekrose entwickelt sich gewöhnlich nur bei schwerkranken Patienten während eines stationären Krankenhausaufenthalts. Die häufigsten Ursachen sind

  • Ein extremer Blutdruckabfall, durch den die Nieren nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden

  • Medikamente, die die Nieren schädigen können.

  • Schwerwiegende Infektionen, die den gesamten Körper betreffen (Sepsis)

Die häufigste Ursache für niedrigen Blutdruck, der eine akute Nierentubulusnekrose verursachen kann, sind erheblicher Blutverlust (aufgrund einer Verletzung oder eines größeren chirurgischen Eingriffs), schwerwiegende Verbrennungen, schwerwiegende, den ganzen Körper betreffende Infektionen und Pankreatitis.

Eine Sepsis kann die Nierenzellen auch direkt schädigen, was die Auswirkung des durch die Sepsis verursachten Blutdruckabfalls verschlimmert.

Medikamente, die häufig für eine Schädigung der Nieren verantwortlich sind, sind Aminoglykosid-Antibiotika (wie Gentamicin und Tobramycin), Amphotericin B (ein Medikament, das zur Behandlung von schweren, den ganzen Körper betreffenden Pilzinfektionen eingesetzt wird), Colistimethat (ein Antibiotikum, das bei Infektionen zum Einsatz kommt, die bei Patienten entstehen, die sich aus anderen Gründen im Krankenhaus befinden), Vancomycin (ein Antibiotikum gegen Infektionen, die gegen andere Antibiotika resistent sind) und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR). Aminoglykoside sind häufiger bei älteren Menschen, bei Menschen, die einem größeren chirurgischen Eingriff unterzogen wurden, oder bei Menschen, die unter einer Funktionsstörung der Leber, der Gallenblase oder der Gallengänge leiden, der Auslöser. In seltenen Fällen kann beim Einsatz bildgebender Diagnostikverfahren der Kontakt mit einem Kontrastmittel zu einer Nierenschädigung führen (Kontrastmittel-Nephropathie).

Bei älteren Menschen, schwerkranken Menschen oder bei Menschen mit Nierenfunktionsstörungen, Diabetes oder einer Kombination dieser Erkrankungen ist die Wahrscheinlichkeit, eine akute Nierentubulusnekrose zu entwickeln, höher.

Symptome

Von akuter Nierentubulusnekrose Betroffene weisen in der Regel keine Symptome auf. In schweren Fällen entwickelt sich jedoch eine Niereninsuffizienz (Verlust eines Großteils der Nierenfunktion) und die Harnausscheidung sinkt unter die Normalmenge. Wenn die Niereninsuffizienz einen kritischen Zustand erreicht hat, leidet der Betroffene unter Umständen an Übelkeit, Erbrechen, Schwächegefühl, Muskelkrämpfen und Verwirrtheit.

Diagnose

  • Blut- und Urintests

Die Fehlfunktion wird vom Arzt in der Regel erstmals dann festgestellt, wenn bei Menschen, die einer möglichen Ursache ausgesetzt waren (z. B. größerer chirurgischer Eingriff, extremer Blutdruckabfall oder ein Medikament, das die Nieren schädigen kann), ein Bluttest auf eine Nierenverletzung hinweist. Ähnliche Untersuchungsergebnisse sind bei dehydrierten Menschen möglich und deshalb erfolgen weitere Bluttests und Urintests, zur Diagnose einer akuten Nierentubulusnekrose.

Prognose

Der Erfolgt hängt von der Besserung der zugrunde liegenden Erkrankung, welche die akute Nierentubulusnekrose verursacht hat, ab. Bei Betroffenen, die schnell auf die Behandlung ansprechen, setzt die normale Nierenfunktion gewöhnlich innerhalb von 1 bis 3 Wochen ein. Liegt das Urinvolumen in einem 24-stündigen Zeitraum über 400 ml, ist die Prognose für gewöhnlich besser. Wesentlich schwerer erkrankte Menschen, vor allem Menschen, die intensivmedizinisch versorgt werden, unterliegen einem höheren Mortalitätsrisiko.

Behandlung

  • Unterstützende Versorgung

Nierenschädigende Medikamente werden abgesetzt. Bei Bedarf erfolgt eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr durch den Arzt, um die normale Blutzufuhr zu den Nieren zu gewährleisten. Infektionen und andere zugrunde liegende Erkrankungen werden behandelt. Spricht eine Person nicht auf die unterstützende Versorgung an, kann eine Dialyse notwendig sein.

Vorbeugung

Ist ein Patient schwerkrank, erfolgt eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr und in manchen Fällen werden Medikamente zur Erhaltung des Blutdrucks verabreicht, um die normale Blutversorgung der Nieren zu erhalten. Medikamente, die die Niere schädigen können, sind wenn möglich zu vermeiden. Wenn solche Medikamente unverzichtbar sind, wird die Nierenfunktion streng überwacht. Bei Diabetikern werden die Blutzuckerwerte überwacht.

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