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Kommentar: Was ist GERD? Fünf Tipps zur Vorbeugung und Linderung von Sodbrennen

Kommentar
25.11.2020 Kristle Lee Lynch, MD, Perelman School of Medicine at The University of Pennsylvania

Heutzutage träumen viele Menschen von einer schönen Mahlzeit in einem Restaurant. Vielleicht ein paar Vorspeisen auf dem Tisch, etwas Pikantes oder mit Käse, plus einen Cocktail oder ein Glas Wein. Danach ein üppiges Hauptgericht und abschließend reichlich Dessert und Kaffee. Wovon die meisten Menschen nicht träumen, ist das unvermeidbare Sodbrennen, das einige nach solch einer dekadenten Mahlzeit erleiden mögen.

Dem American College of Gastroenterology zufolge leiden mehr als 60 Millionen Amerikaner mindestens einmal im Monat an Sodbrennen. Sodbrennen ist ein häufiges Symptom der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD). GERD ist eine Krankheit, die entsteht, wenn der Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre lästige Symptome und/oder Komplikationen verursacht.

GERD sollte nicht toleriert oder ignoriert werden

Nicht jeder, der GERD hat, leidet unter Sodbrennen. Andere weniger häufige Symptome von GERD umfassen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Husten. Diese Symptome sollten zusammen mit Sodbrennen und Schmerzen im Brustraum nicht ignoriert werden, insbesondere dann, wenn sie zu Zeiten auftreten, in denen sie sich nicht gerade an einer großen Mahlzeit gütlich getan haben.

In manchen Fällen können sie ein Anzeichen für andere Erkrankungen sein. Bei jüngeren Personen können sie durch eosinophile Ösophagitis, eine allergische Erkrankung der Speiseröhre, verursacht werden, die den Patienten Probleme beim Schlucken bereitet. Bei älteren Patienten könnten die Symptome ein Anzeichen für Speiseröhrenkrebs oder Herzprobleme sein. Darüber hinaus kann GERD ohne Behandlung außerdem zu Komplikationen wie Entzündungen der Speiseröhre, Geschwüren und abnormen Zellen in der Speiseröhre führen, die krebsartig werden können.

Wenn Sie an anhaltenden Symptomen im Zusammenhang mit GERD leiden, ist es wichtig, mit einem Arzt zu sprechen und zu ergründen, wodurch diese verursacht werden.

Wer hat ein Risiko für GERD?

Es gibt mehrere Faktoren, welche die Wahrscheinlichkeit für GERD und damit verbundene Symptome, insbesondere Sodbrennen, erhöhen. Fettleibigkeit, Gewichtszunahme und Zwerchfellbruch können zusammen mit Rauchen und bestimmten Medikamenten zum Sodbrennen beitragen. Darüber hinaus können Genüsse im Leben wie Schokolade, Alkohol und Koffein die Muskeln der Speiseröhre entspannen und das Risiko für GERD erhöhen.

Angesichts dieser Faktoren gibt es Dinge, die Sie tun können, um Ihre Wahrscheinlichkeit, an Sodbrennen und anderen GERD-Symptomen zu leiden, zu verringern. Hier sind fünf Tipps, die helfen können:

1. Behalten Sie nach dem Essen mindestens vier Stunden lang eine aufrechte Haltung bei

Wenn Sie sitzen oder stehen, ist es für den Inhalt Ihres Magens leichter, dort zu bleiben. Nutzen Sie die Schwerkraft zu Ihrem Vorteil und vermeiden Sie es vier Stunden lang nach einer Mahlzeit, sich hinzulegen. Bis zur vierten Stunde sind rund 90 % der Nahrung, die Sie aufgenommen haben, verdaut worden und befinden sich nicht mehr in Ihrem Magen. Dies gilt für das Liegen auf dem Sofa oder das Faulenzen am Abend genauso wie für das Hinlegen zum Schlafen. Manchen Betroffenen hilft ein Keilkissen dabei, eine aufrechte und bequeme Haltung zu bewahren.

2. Vermeiden Sie Fette (und Ballaststoffe)

Wenn Sie eine ganze Peperoni-Pizza essen, haben Sie gute Aussichten, Sodbrennen zu bekommen. Kleinere Mahlzeiten, die fettige und säurehaltige Speisen vermeiden, sind ein guter Schritt. Achten Sie jedoch ebenfalls auf Ihre Aufnahme von Ballaststoffen. Speisen, die reich an Ballaststoffen sind, wie ein großer Grünkohl-Salat sind gut für Sie, benötigen allerdings auch lange, um verdaut zu werden, was zu Symptomen von GERD nach dem Essen führen kann.

3. Lassen Sie die engen Yogahosen weg

Enge Kleidung kann nichts Gutes mit sich bringen, wenn es um Rückfluss geht. Alles, was Druck auf den Magen ausübt, presst dessen Inhalt in die falsche Richtung. Die Wahl locker sitzender Kleidung mit elastischen Bändern kann eine enorme Hilfe bei der Verringerung von Sodbrennen und anderen Symptomen sein.

4. Finden Sie ein Medikament, das anschlägt

Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten, die Magensäure reduzieren und häufiger auftretende GERD-Symptome verhindern können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Medikamente für Sie geeignet sind, von rezeptfreien Medikamenten bis zur Verschreibung von Protonenpumpenhemmern oder Histamin-2-Blockern.

5. Verpflichten Sie sich zu Änderungen Ihres Lebensstils

Für übergewichtige Betroffene von GERD besteht der effektivste Weg zur Linderung darin, Gewicht zu verlieren. Studien haben aufgezeigt, dass Patienten, die ihre GERD mittels Gewichtsverlust behandeln, höhere Ergebnisse bei der Zufriedenheit mit dem Leben sowie eine bessere Lebensqualität aufweisen als diejenigen mit Medikamenten. 

Wenn Sie gerade eine dekadente Mahlzeit genossen haben, können einige dieser Tipps helfen, das sich möglicherweise anbahnende Sodbrennen zu verhindern oder zu verringern. Doch für Personen, die regelmäßig unter GERD-Symptomen leiden, ist es wesentlich, mit einem Arzt zu sprechen und einen Plan zu entwickeln, um diese anzugehen. Es ist der erste Schritt dahin, das Leben etwas mehr zu genießen und gegebenenfalls schwerwiegende medizinische Komplikationen zu verhindern.

Um mehr über GERD zu erfahren, besuchen Sie die Manuals-Website und die Manuals Quick Facts zu dem Thema.

Kristle Lee Lynch MD