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Entzündung der Zahnpulpa (Pulpitis)

Von

Bernard J. Hennessy

, DDS, Texas A&M University, College of Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Kurzinformationen

Bei dieser schmerzhaften Erkrankung ist die Zahnpulpa, die innerste Zahnschicht, auch Zahnmark genannt, in welcher die Nerven und Blutgefäße verlaufen, entzündet.

Die häufigste Ursache für eine Entzündung des Zahnmarks ist Zahnfäule (Karies), die zweithäufigste eine Verletzung. Wird eine leichte Entzündung erfolgreich behandelt, bleiben unter Umständen keine bleibenden Schäden am Zahnmark zurück. Bei einer schweren Entzündung kann das Zahnmark absterben.

Bei einer Pulpitis kann es zu einer Infektion kommen, bei der sich eine Eitertasche (periapikaler Abszess) an der Zahnwurzel bildet. Wird eine Zahninfektion nicht behandelt, kann sich diese in den Kiefer oder in andere Bereiche des Körpers ausbreiten, z. B. ins Gehirn oder in die Nebenhöhlen.

Symptome

Eine Entzündung der Zahnpulpa ist sehr schmerzhaft. Bei Vorhandensein eines Abszesses wird der Zahn äußerst druckempfindlich und reagiert bei Beklopfen mit zahntechnischen Instrumenten extrem sensibel.

Diagnose

  • Empfindlichkeitstest des Zahns

  • Vitalitätstest der Pulpa

Um zu entscheiden, ob das Zahnmark gesund genug ist, um es zu erhalten, führt der Zahnarzt bestimmte Prüfungen durch. Dazu wird der Zahn beispielsweise einem bestimmten Reiz, z. B. Hitze, Süße oder Kälte, ausgesetzt. Verschwindet der Schmerz innerhalb von ein bis zwei Sekunden, nachdem der Reiz weggenommen wurde, ist das Zahnmark unter Umständen gesund genug, um erhalten zu werden (reversible Pulpitis). Halten die Schmerzen aber an, nachdem der Reiz entfernt wurde, oder treten ohne Anlass Schmerzen auf, ist das Zahnmark zu sehr geschädigt, um es zu erhalten (irreversible Pulpitis).

Der Zahnarzt kann auch einen elektrischen Pulpatester anwenden, der anzeigt, ob das Zahnmark noch am Leben ist, jedoch nicht, ob das Gewebe gesund ist. Wenn der Patient die geringe elektrische Entladung am Zahn spürt, lebt das Zahnmark noch. Reagiert der Zahn empfindlich auf leichtes Beklopfen, heißt dies oft, dass sich die Entzündung bereits auf das umliegende Gewebe ausgebreitet hat. Manchmal wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, um den Knochen um den Zahn herum auf Veränderungen zu untersuchen, die mit einer Entzündung der Pulpa wie bei einer Zyste oder einer Entzündung des Knochens selbst verbunden sind.

Behandlung

  • Entfernung des kariösen Materials

  • Zahnfüllung

  • Manchmal Wurzelkanalbehandlung

Die Entzündung geht zurück, wenn die Ursache behandelt wird.

Bei reversibler Pulpitis verschwinden die Schmerzen und die Entzündung, nachdem der Zahnarzt die Karies entfernt und den Zahn restauriert hat. Wird die Pulpitis frühzeitig entdeckt, kann eine provisorische Füllung mit einem Sedativum (Beruhigungsmittel) vom Zahnarzt eingesetzt werden, um den Schmerz zu stillen. Die Einlage kann sechs bis acht Wochen belassen und dann durch eine bleibende Füllung ersetzt werden. In den meisten Fällen setzt der Zahnarzt sofort eine bleibende Füllung ein.

Bei irreversibler Pulpitis ist das Zahnmark stark geschädigt und kann nicht mehr gerettet werden. Der Zahnarzt kann die Schmerzen nur beheben, indem er das Zahnmark mittels Wurzelbehandlung entfernt oder den Zahn zieht (Zahnextraktion). Bei anderen Anzeichen einer Infektion (z. B. Fieber) verschreibt der Zahnarzt möglicherweise die Einnahme von Antibiotika. In manchen Fällen wird die Wurzelkanalbehandlung wiederholt, wenn die Symptome nicht verschwinden oder sich verschlimmern.

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