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Akute nekrotisierende ulzerierende Zahnfleischentzündung (Gingivitis) (ANUG)

(Schützengraben-Mund; Vincent-Angina)

Von

James T. Ubertalli

, DMD, Hingham, MA

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Quellen zum Thema

Die akute nekrotisierende ulzerierende Zahnfleischentzündung (Gingivitis) (ANUG) ist eine schmerzhafte Infektion des Zahnfleisches, die Fieber, manchmal faulig riechenden Atem und ein allgemeines Krankheitsgefühl verursacht.

  • Bei einer übermäßigen Vermehrung der normalen Bakterienflora im Mund kann es zu einer Infektion des Zahnfleisches kommen.

  • Das Zahnfleisch schmerzt und die Betroffenen entwickeln manchmal äußerst starken Mundgeruch.

  • Eine professionelle Zahnreinigung, in manchen Fällen mit anschließenden Wasserstoffperoxid-Spülungen und Antibiotika können zusammen mit guter Mundhygiene Abhilfe schaffen.

Die akute nekrotisierende ulzerierende Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zählt mittlerweile zu den seltenen Erkrankungen, auch wenn leichte Zahnfleischinfektionen, die nur ein paar Zähne betreffen, wahrscheinlich relativ häufig auftreten. Die schwere Form betrifft gewöhnlich nur Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (zum Beispiel aufgrund von HIV/AIDS oder Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken). Akute nekrotisierende ulzerierende Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist nicht ansteckend.

Wussten Sie ...

  • Die akute nekrotisierende ulzerierende Zahnfleischentzündung (Gingivitis) (ANUG) wurde früher Schützengraben-Mund genannt, ein Begriff, der aus dem 1. Weltkrieg stammt, als viele Soldaten in den Schützengräben diese Infektion bekamen.

Die Infektion wird von einer übermäßigen Vermehrung der im Mund vorkommenden, normalerweise harmlosen Bakterien verursacht. Schlechte Mundhygiene begünstigt gewöhnlich die Entwicklung von ANUG, ebenso wie körperlicher oder psychischer Stress, schlechte Ernährung und Schlafmangel. Von der Infektion sind vor allem Menschen betroffen, die bereits an einer einfachen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) leiden und dann vor einer belastenden Situation stehen, beispielsweise einer Prüfung oder der militärischen Grundausbildung. Die akute nekrotisierende ulzerierende Zahnfleischentzündung (Gingivitis) tritt bei Rauchern weitaus häufiger auf als bei Nichtrauchern.

Symptome

ANUG tritt meist plötzlich mit schmerzendem und blutendem Zahnfleisch, übermäßiger Speichelproduktion und bisweilen äußerst starkem Mundgeruch auf. Betroffene können auch Fieber haben und sich krank fühlen. Die Zahnfleischspitzen zwischen den Zähnen erscheinen wie ausgestanzt. Es bilden sich an diesen Stellen wunde Stellen (Geschwüre), die von einer grauen Schicht aus abgestorbenem Gewebe bedeckt sind. Das Zahnfleisch blutet leicht und Sprechen, Essen und Schlucken verursachen Schmerzen. Oft sind die Lymphknoten unter dem Kiefer angeschwollen und die Körpertemperatur ist etwas erhöht.

Diagnose

  • Untersuchung durch einen Zahnarzt

Wegen des starken Mundgeruchs vermuten Ärzte bisweilen sofort eine akute nekrotisierende ulzerierende Zahnfleischentzündung (Gingivitis) (ANUG), sobald sie in direkten Kontakt mit dem Betroffenen kommen. In anderen Fällen erschließt sich die Diagnose bereits aus dem Erscheinungsbild des Mund- und Zahnfleischbereichs.

Zeigt sich bei der Behandlung keine schnelle Genesung des Zahnfleisches, führt der Zahnarzt weitere Untersuchungen durch, um andere Ursachen auszuschließen.

Behandlung

  • Professionelle Zahnreinigung

  • Mundspülungen

  • Mitunter Antibiotika

  • Gute Mundhygiene

Die Behandlung der akuten nekrotisierenden ulzerierenden Zahnfleischentzündung (Gingivitis) (ANUG) wird mit einer sanften und gründlichen professionellen Reinigung über mehrere Tage hinweg eingeleitet.

Die Betroffenen werden angewiesen, ihren Mund zu Hause mit Salzwasser oder einer Wasserstoffperoxidlösung (in einer gewöhnlichen Drogerie erhältliche dreiprozentige Wasserstoffperoxidlösung, die 1:1 mit Wasser verdünnt wurde) oder mit Chlorhexidin zu spülen. Unter Umständen wird empfohlen, den Mund in den ersten Tagen nur auszuspülen und keine Reinigung mit der Zahnbürste vorzunehmen, da das Zahnfleisch noch sehr empfindlich ist. Betroffene können die Zähne vorsichtig mit einer weichen Zahnbürste oder einem Waschlappen abwischen.

Muss die Reinigung verschoben werden, z. B. weil der Zahnarzt oder die entsprechenden Utensilien nicht verfügbar sind, kann der Arzt Antibiotika zur oralen Einnahme (wie Amoxizillin, Erythromycin oder Tetracyclin) verschreiben.

Die Infektion spricht sehr gut auf sorgfältige Zahnhygiene (tägliches Zähneputzen mit Zahnbürste und -seide) an. Des Weiteren empfiehlt der Zahnarzt Ruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, nährstoffreiche Ernährung und schmerzlindernde Medikamente. Außerdem wird empfohlen, das Rauchen zu unterlassen und scharfe oder stark gewürzte Speisen zu meiden.

Weitere Informationen

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