Primäre glomeruläre Erkrankungen, die eine Glomerulonephritis verursachen können

Primäre glomeruläre Erkrankungen, die eine Glomerulonephritis verursachen können

Erkrankung

Beschreibung

Prognose

Fibrilläre Glomerulonephritis

Bei dieser seltenen Erkrankung lagern sich anomale Eiweiße um den Glomerulus ab. Sie kann außerdem die Ursache für ein nephrotisches Syndrom sein.

Die Prognose ist schlecht. Bei der Hälfte aller Patienten kommt es innerhalb von 4 Jahren zu einer starken Abnahme der Nierenfunktion (Nierenversagen). Es ist nicht klar, ob eine Behandlung (mit Kortikosteroiden oder anderen Immunsuppressiva) Hilfe bringt.

Immunglobulin-A(IgA)-Nephropathie

Die weltweit häufigste Form der Glomerulonephritis wird durch Immunkomplexe (Kombinationen aus Antigenen und Antikörpern), die sich in den Nieren ablagern, verursacht. Antikörper sind Proteine, die vom Körper hergestellt werden, um bestimmte Moleküle anzugreifen, die Antigene genannt werden.

In der Regel schreitet die Erkrankung nur langsam fort. Nach 10 Jahren kann es bei manchen Menschen zu Nierenversagen kommen. Bei Kindern schreitet die Krankheit langsamer fort.

Membranoproliferative Glomerulonephritis

Diese seltene Form der Glomerulonephritis kann bei Kindern ohne offensichtliche Ursache auftreten, oder bei Erwachsenen, meist mit einer identifizierbaren Ursache. Die Erkrankung wird durch Immunkomplexe (Kombinationen aus Antigenen und Antikörpern), die sich in den Nieren ablagern, ausgelöst; der Grund für die Ablagerung ist jedoch nicht immer bekannt.

Wenn der Grund bekannt ist und behandelt werden kann, ist eine partielle Remission möglich (z. B. bei Malaria, multiplem Myelom). Wenn die Ursache unentdeckt bleibt, ist der Erfolg geringer.

Primäre rasch progrediente Glomerulonephritis

Diese Gruppe von Erkrankungen verursacht mikroskopisch kleine Schädigungen der Glomeruli und schreitet rasch fort. Manchmal werden diese durch eine Infektion oder eine andere behandelbare Erkrankung verursacht. Zur Diagnosestellung ist eine Nierenbiopsie (Entnahme von Nierengewebe zur mikroskopischen Untersuchung) erforderlich.

Die Prognose ist schlecht. Unbehandelt kommt es bei bis zu 90 Prozent der Erkrankten innerhalb von 6 Monaten zu Nierenversagen. Die Prognose ist besser, wenn auf die Behandlung einer zugrunde liegenden Erkrankung angesprochen wird.

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