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Primärer Leberkrebs

Von

Steven K. Herrine

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Kurzinformationen

Primärer Leberkrebs ist ein bösartiger Tumor mit Ursprung in der Leber. Der häufigste primäre Leberkrebs ist das hepatozelluläre Karzinom (Leberzellkarzinom). Zunächst verursacht Leberkrebs nur unbestimmte Symptome (wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Müdigkeit). Dadurch wird die Diagnose oft erst spät gestellt, und die Prognose ist entsprechend schlecht.

Andere primäre Lebertumoren

Andere primäre Lebertumoren sind ungewöhnlich oder selten. Für eine Diagnose ist in der Regel eine Biopsie notwendig. Die meisten Patienten mit diesen bösartigen Tumoren haben eine schlechte Prognose. Wenn sich der Krebs noch nicht ausgedehnt hat, kann er manchmal entfernt werden. Ist dies der Fall, können Patienten noch mehrere Jahre überleben.

Cholangiokarzinom

Dies ist ein relativ langsam wachsender Krebs, der in der Deckschicht der Gallengänge innerhalb oder außerhalb der Leber entsteht. In China trägt ein Befall mit Leberegeln (einem Parasiten) zur Entwicklung dieses Tumors bei. Patienten mit primär sklerosierender Cholangitis weisen ein Risiko für ein Gallengangskarzinom auf.

Die Symptome des Tumors sind oft vage, können aber auch als plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands mit einer spürbaren Masse im rechten Oberbauch, Gelbsucht (einer gelblichen Verfärbung von Haut und des Weiß im Auge), Gewichtsverlust und Bauchbeschwerden auftreten.

Fibrolamelläres Karzinom

Dieses hepatozelluläre Karzinom ist selten und betrifft normalerweise relativ junge Erwachsene. Es wird weder durch eine bereits vorhandene Zirrhose, Hepatitis B oder C noch durch andere bekannte Risikofaktoren verursacht.

Patienten mit einem fibrolamellären Karzinom ergeht es in der Regel besser als jenen mit anderen Arten von hepatozellulärem Karzinom. Manche überleben nach der Entfernung des Tumors noch mehrere Jahre.

Hepatoblastom

Diese Krebserkrankung ist selten, aber eine der häufigsten primären Leberkrebsarten bei Kleinkindern. Gelegentlich tritt sie auch bei älteren Kindern auf und kann Hormone (sogenannte Gonadotropine) bilden, die zu einer verfrühten Pubertät führen. Es ist keine Ursache bekannt.

Eine allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustands sowie eine tastbare Masse im rechten Oberbauch können damit einhergehen.

Angiosarkom

Dies ist eine seltene Krebserkrankung, die von den Blutgefäßen in der Leber ausgeht. Es kann durch eine Belastung mit Vinylchlorid am Arbeitsplatz, wie z. B. bei der Produktion von Polyvinylchlorid (PVC), oder durch Kontakt mit Arsen ausgelöst werden. Bei den meisten Patienten ist die Ursache jedoch nicht bekannt.

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung

  • Bluttests und bildgebende Verfahren

  • Mitunter Leberbiopsie

Ein Hepatoblastom wird vermutet, wenn bei einem Kleinkind eine große Masse im rechten Oberbauch ertastet werden kann und sich der Gesundheitszustand des Kindes verschlechtert. Die Ergebnisse von Bluttests zur Messung des Alphafetoproteinspiegels sowie bildgebende Untersuchungen können die ärztliche Diagnose stützen. Die Alphafetoproteinwerte (ein Protein, das normalerweise von unreifen Leberzellen im Fötus produziert wird) steigen in der Regel, wenn sich Leberkrebs bildet.

Cholangiokarzinome in der Leber, fibrolamelläre Karzinome, Hepatoblastome und Angiosarkome werden anhand einer Leberbiopsie (Entnahme einer Probe mit Lebergewebe mittels einer Kanüle zur Untersuchung unter einem Mikroskop) diagnostiziert.

Cholangiokarzinome der Gallengänge außerhalb der Leber werden anhand eines speziellen Röntgenverfahrens (wie z. B. der Magnetresonanztomographie [MRT], der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie [ERCP] oder der perkutanen transhepatischen Cholangiographie) oder eines chirurgischen Eingriffs diagnostiziert. Bei zwei Dritteln der Patienten mit dieser Krebserkrankung hat sich der Tumor bereits auf die umliegenden Lymphknoten ausgebreitet, wenn er entdeckt wird.

Behandlung

  • Chirurgische Entfernung des Karzinoms

Meistens zeigt die Behandlung dieser Tumorarten wenig Wirkung, und die meisten Patienten sterben innerhalb von wenigen Monaten, nachdem der Krebs entdeckt worden ist. Wenn er allerdings relativ früh entdeckt wird, kann der Tumor chirurgisch entfernt werden, wodurch sich die Aussichten auf langfristiges Überleben erhöhen.

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