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Ischämische Hepatitis

Von

Nicholas T. Orfanidis

, MD, Thomas Jefferson University Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2018| Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Ischämische Hepatitis ist eine Schädigung der gesamten Leber aufgrund von ungenügender Blut- oder Sauerstoffversorgung.

  • Eine Herz- oder Ateminsuffizienz kann zu einer schlechteren Durchblutung oder Sauerstoffversorgung der Leber führen.

  • Patienten verspüren Übelkeit und müssen erbrechen, und die Leber kann druckempfindlich und vergrößert sein.

  • Mit bildgebenden Untersuchungen kann nach der Ursache geforscht werden.

  • Behandelt wird die Störung, welche die Durchblutung der Leber reduziert.

Bei einer ischämischen Hepatitis werden die Leberzellen beschädigt oder sterben ab, weil die Leber nicht genügend Blut oder Sauerstoff erhält.

Ischämische Hepatitis unterscheidet sich von anderen Formen der Hepatitis. Der Begriff Hepatitis setzt in der Regel eine Entzündung der Leber voraus, die viele verschiedene Ursachen haben kann, meistens aber von einem Virus (wie bei Hepatitis A oder B) verursacht wird. Bei der ischämischen Hepatitis ist die Leber hingegen nicht entzündet. Stattdessen kommt es zu einem Absterben (Nekrose) der Leberzellen. Es wird dennoch von einer Hepatitis gesprochen, weil man darunter im Prinzip jede Erkrankung zusammenfasst, bei der Aminotransferasen (Leberenzyme) aus beschädigten Leberzellen ins Blut austreten.

Ursachen

Ischämische Hepatitis entsteht, wenn die nötige Blut- und/oder Sauerstoffversorgung der Leber nicht aufrechterhalten wird.

Eine Minderdurchblutung des gesamten Körpers ist die häufigste Ursache für diesen ungedeckten Bedarf. Die Durchblutung kann aufgrund folgender Probleme verringert sein:

  • Ein plötzlicher starker Rückgang des Blutdrucks (z. B. verursacht durch starke Blutungen, schwere Dehydratation oder eine schwere Infektion im ganzen Körper)

Sauerstoffmangel im Körper, z. B. infolge anhaltender schwerer Atemwegserkrankungen, kann ebenfalls eine ischämische Hepatitis auslösen.

Ein erhöhter Bedarf an Sauerstoff und Blut, wie er während einer schweren Infektion im ganzen Körper (Sepsis) auftritt, kann zur ischämischen Hepatitis beitragen.

Verstopfte Blutgefäße können eine hepatische Ischämie auslösen, aber nur dann, wenn sowohl die Leberarterie als auch die Pfortader verengt oder blockiert sind. Wenn nur eines dieser Blutgefäße verengt oder blockiert ist, kommt es nicht zu Ischämie, weil der Leber sowohl von der Leberarterie als auch von der Pfortader Blut zugeführt wird und das Blutgefäß, das nicht blockiert ist, die Leber auch weiterhin mit Blut versorgt.

Die häufigste Ursache für verstopfte Blutgefäße ist ein Blutgerinnsel. (Eine Verstopfung aufgrund eines Blutgerinnsels nennt man Thrombose.) Blutgerinnsel in der Leberarterie können viele verschiedene Ursachen haben:

  • Verletzung der Blutgefäße (wie während des chirurgischen Eingriffs bei einer Lebertransplantation)

  • Eine Aussackung (Aneurysma) in der Leberarterie

  • Entzündung der Arterie (Vaskulitis)

  • Kokainmissbrauch (führt zu Gefäßkrämpfen)

  • Tumoren, gewisse medizinische Eingriffe oder Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditis), die dafür sorgen, dass Emboli –Klumpen aus Fett oder geronnenem Blut an einer Arterienwand – sich loslösen und in den Blutkreislauf gelangen, bevor sie in einem Blutgefäß hängenbleiben.

Störungen der Blutgerinnung mit einer verstärkten Bildung von Blutgerinnseln (Thromboseneigung) können Verstopfungen der Leberarterie oder der Pfortader zur Folge haben. Diese Störungen können angeboren oder erworben sein.

Symptome

Symptome umfassen Übelkeit und Erbrechen. Die Leber kann druckempfindlich und vergrößert sein. Wenn der Patient bereits eine stark vernarbte Leber (Zirrhose) hat, kann ischämische Hepatitis Leberversagen hervorrufen.

Diagnose

  • Leberfunktions- und Blutgerinnungstests

  • Manchmal bildgebende Diagnostikverfahren

Der Verdacht auf ischämische Hepatitis fällt dann, wenn die Ergebnisse von Leberfunktionstests (zur Beurteilung, wie gut die Leber funktioniert und ob sie beschädigt ist) und/oder Blutgerinnungstests bei Patienten, die ein Risiko für diese Erkrankung aufweisen, auffällig sind.

Wenn ein Verdacht auf ischämische Hepatitis besteht, wird nach der Ursache gesucht. Beispielsweise kann mit bildgebenden Verfahren nach einer Blockade der Leberarterie gesucht werden. Diese bildgebenden Verfahren können mit Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) von Blutgefäßen (Magnetresonanzangiographie) und Arteriographie, die eine Aufnahme von Röntgenbildern nach dem Einspritzen eines (auf Röntgenbildern sichtbaren) Röntgenkontrastmittels in eine Arterie umfasst, durchgeführt werden.

Behandlung

  • Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung

Die Behandlung konzentriert sich auf die Störung, welche die Durchblutung der Leber reduziert. Wenn die Durchblutung wiederhergestellt werden kann, geht die ischämische Hepatitis in der Regel zurück.

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