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Von Arzneimitteln verursachte Leberschädigung

Von

Danielle Tholey

, MD, Thomas Jefferson University Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2021| Inhalt zuletzt geändert Apr 2021
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Quellen zum Thema
  • Statine bei diesen Patienten wie auch bei Personen ohne Lebererkrankung keine zusätzlichen Risiken bergen

  • Die Anwendung von Statinen zur Behandlung von hohem Cholesterin bei Patienten mit NAFLD und NASH mit Vorteilen verbunden ist

Nur sehr wenige Arzneimittel schädigen die Leber so stark, dass Symptome wie eine Gelbfärbung der Haut und der Augen (Gelbsucht Gelbsucht bei Erwachsenen Bei Gelbsucht erscheinen die Haut und das Weiße der Augen gelb. Gelbsucht entsteht durch eine sogenannte Hyperbilirubinämie, bei der sich zu viel Bilirubin (ein gelber Gallenfarbstoff) im Blut... Erfahren Sie mehr Gelbsucht bei Erwachsenen ), Bauchschmerzen, Juckreiz und Bluterguss- sowie Blutungsneigungen auftreten.

Im medizinischen Sprachgebrauch bezeichnet man mit dem Begriff der medikamenteninduzierten Leberschädigung sämtliche Leberschäden, die von Arzneimitteln hervorgerufen werden, und zwar unabhängig davon, ob Symptome auftreten oder nicht. Dazu gehören auch Schädigungen durch Freizeitdrogen Freizeitdrogen und Rauschmittel Erfahren Sie mehr , Heilkräuter, Heilpflanzen und Nahrungsergänzungsmittel Übersicht über Nahrungsergänzungsmittel Zur integrativen Medizin (IMH) und Komplementär- und Alternativmedizin (KAM) gehören viele Heilmethoden und Therapien, die historisch nicht Teil der westlichen Schulmedizin sind. Die am häufigsten... Erfahren Sie mehr .

Bei manchen Arzneimitteln ist ein Leberschaden vorhersehbar. Er tritt kurz nach der Einnahme des Arzneimittels ein und hängt mit seiner Dosis zusammen. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist eine solche Schädigung (oft verursacht durch Paracetamol-Vergiftung Vergiftung mit Paracetamol Manchmal nehmen Patienten zu viele Produkte zu sich, die Paracetamol enthalten, und vergiften sich dadurch. Je nach der Paracetamolmenge im Blut liegen keine Symptome vor oder es kommt zu Erbrechen... Erfahren Sie mehr ) eine der häufigsten Ursachen für das plötzliche Auftreten von Gelbsucht Gelbsucht bei Erwachsenen Bei Gelbsucht erscheinen die Haut und das Weiße der Augen gelb. Gelbsucht entsteht durch eine sogenannte Hyperbilirubinämie, bei der sich zu viel Bilirubin (ein gelber Gallenfarbstoff) im Blut... Erfahren Sie mehr Gelbsucht bei Erwachsenen und/oder Leberversagen Leberversagen Leberversagen ist eine starke Verschlechterung der Leberfunktion. Leberversagen wird von einer Erkrankung oder einer Substanz verursacht, welche die Leber schädigt. Die meisten Betroffenen weisen... Erfahren Sie mehr . Bei anderen Arzneimitteln ist die Schädigung unvorhersehbar. Sie wird erst einige Zeit nach der Einnahme des Arzneimittels entdeckt und hängt nicht mit der Dosis zusammen. In seltenen Fällen führt eine solche Schädigung zu einer schweren Störung der Leber.

Heilkräuter und die Leber

Einige Heilkräuter (Teile von Pflanzen, die für ihre heilende Wirkung verwendet werden) enthalten Substanzen, welche die Leber schädigen können. Die Leber ist eine ideale Zielscheibe, weil sie alles abbaut, das durch den Mund in den Körper gelangt und geschluckt wird.

Pyrrolizidinalkaloide: Hunderte von Kräutern enthalten Pyrrolizidinalkaloide, welche die Leber schädigen können. Dazu gehören Kräuter wie Borretsch, Beinwell und gewisse chinesische Heilkräuter, wie z. B. Zi Cao (Steinsamen), Kuan Dong Hua (Huflattich), Qian Li Guang (Kreuzkraut) und Pei Lan (Wasserdost). Auch manche Kräuter in Tees enthalten Pyrrolizidinalkaloide. Manchmal sind Produkte wie Milch, Honig und Getreide mit Pyrrolizidinalkaloiden verunreinigt, die dann unbewusst eingenommen werden.

Pyrrolizidinalkaloide können die Leber allmählich schädigen, wenn kleine Mengen über längere Zeit eingenommen werden. Die Schäden treten rascher ein, wenn eine große Menge eingenommen wird. Die Lebervenen können sich verengen und den Blutfluss aus der Leber hinaus behindern.

Andere Kräuter: Leberschäden können auch durch Kräuter wie das Gummi-Spindelkraut, die Teepflanze Camellia sinensis (die für Grün- und Schwarztee verwendet wird), Schöllkraut (aus der Familie der Mohngewächse), den Kreosotbusch, Garcinia Cambogia (ein Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Gewichtsabnahme), Grüntee-Extrakt (zur Gewichtsabnahme und Vorbeugung von Krankheiten), Gamander, Jin Bu Huan (gezähnter Bärlapp), Kava, Ma Huang (Meerträubel), Misteln, das Öl der Polei-Minze (das für Tees verwendet wird) und Sho-Saiko-To (eine Kräutermischung) hervorgerufen werden.

Aufgrund der fehlenden Sicherheitsuntersuchungen durch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) und die Tatsache, dass viele dieser Substanzen selbst bei Personen ohne eine bereits bestehende Lebererkrankung zu einer Leberschädigung und sogar Leberversagen führen können, empfehlen Leberärzte im Allgemeinen, alle pflanzlichen Ergänzungsmittel zu vermeiden.

Risikofaktoren

Ganz allgemein erhöht sich das Risiko eines Leberschadens durch Arzneimittel wahrscheinlich in folgenden Fällen:

  • Ab dem 18. Lebensjahr

  • Adipositas

  • Schwangerschaft

  • Alkoholkonsum

  • Erbgut, das Betroffene empfindlicher für die Wirkungen von Arzneimitteln macht

Alkoholkonsum erhöht das Risiko eines Leberschadens, weil Alkohol selbst die Leber schädigt Alkoholbedingte Lebererkrankung Mit alkoholbedingter Lebererkrankung werden Leberschädigungen bezeichnet, die durch den Konsum von zu viel Alkohol über einen längeren Zeitraum verursacht werden. Im Allgemeinen bestimmt die... Erfahren Sie mehr Alkoholbedingte Lebererkrankung und dadurch ihre Fähigkeit zum Abbau von Arzneimitteln verändert. Außerdem senkt Alkohol die körpereigene Produktion eines Antioxidans zum Schutz der Leber.

Klassifizierung

Medikamenteninduzierte Leberschädigungen werden auf verschiedene Arten kategorisiert, z. B. danach, wie das Arzneimittel die Leber schädigt, wie die Leberzellen angegriffen werden und welche Auffälligkeiten bei Leberenzymen in Bluttests Tests zu Leberwerten im Blut Lebertests sind Blutuntersuchungen und stellen eine nichtinvasive Möglichkeit dar, vorsorgliche Untersuchungen auf Lebererkrankungen (z. B. Hepatitis bei gespendetem Blut) vorzunehmen und ihren... Erfahren Sie mehr entdeckt werden. Arzneimittel können die Leber beispielsweise schädigen, indem sie den Leberzellen selbst Schaden zufügen (hepatozellulär), indem sie den Gallenfluss aus der Leber behindern (cholestatisch) oder beides.

Tabelle
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Symptome einer arzneimittelbedingten Leberschädigung

Die Symptome der Lebererkrankung Übersicht über Leberkrankheit Lebererkrankungen können sich auf viele verschiedene Arten zeigen. Charakteristische Krankheitsbilder sind: Gelbsucht (eine gelbliche Verfärbung der Haut und des Weiß im Auge) Cholestase oder... Erfahren Sie mehr reichen von allgemeinen (wie z. B. Müdigkeit, allgemeines Unwohlsein, Übelkeit, Juckreiz und Appetitlosigkeit) bis hin zu schwereren Symptomen (wie z. B. Gelbsucht, Lebervergrößerung, Schmerzen im rechten Oberbauch, Verwirrtheit, Desorientierung und verminderte Aufmerksamkeit).

Diagnose einer arzneimittelbedingten Leberschädigung

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Tests zu Leberwerten im Blut

Nachdem das mutmaßlich für die Schädigung verantwortliche Arzneimittel abgesetzt wurde, werden die Lebertests wiederholt. Ein starker Abfall der Leberenzymwerte stützt die Diagnose eines medikamenteninduzierten Leberschadens.

Durch Arzneimittel verursachte Leberschädigung

Wenn Leberschädigungen durch Arzneimittel rasch erkannt werden, ist die Prognose für Betroffene besser.

Bei der Anamnese wird danach gefragt, welche Arzneimittel eingenommen werden, um beurteilen zu können, ob diese einen Leberschaden verursachen können. Außerdem werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um die Werte spezifischer Leberenzyme zu messen und um zu beurteilen, wie gut die Leber ihre Funktionen wahrnimmt und ob sie geschädigt ist (Lebertests Tests zu Leberwerten im Blut Lebertests sind Blutuntersuchungen und stellen eine nichtinvasive Möglichkeit dar, vorsorgliche Untersuchungen auf Lebererkrankungen (z. B. Hepatitis bei gespendetem Blut) vorzunehmen und ihren... Erfahren Sie mehr ). Eine medikamenteninduzierte Leberschädigung (DILI) ist wahrscheinlich, wenn die Ergebnisse dieser Lebertests typisch für Leberschäden sind, die üblicherweise durch die eingenommenen Arzneimittel verursacht werden. Medikamente verursachen manchmal selbst bei niedriger Dosis nach dem Absetzen eine Schädigung und bisweilen kann es mehrere Monate dauern, bis sich eine DILI verbessert. Daher ist es manchmal schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, zu bestimmen, ob ein bestimmtes Arzneimittel die Ursache war.

Leberschädigung aufgrund anderer Ursachen

Vorbeugung einer arzneimittelbedingten Leberschädigung

Bei der Anwendung einiger Arzneimittel, welche die Leber schädigen können (wie z. B. Statine), werden bisweilen regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt, um die Leberenzymwerte zu überwachen. Durch solche Beobachtungen können Probleme früh erkannt werden, sodass Leberschäden vermieden werden können. Bei den meisten Arzneimitteln erfolgt allerdings keine Überwachung der Leberenzymwerte.

Behandlung der arzneimittelbedingten Leberschädigung

  • Absetzen des Medikaments

  • Verabreichung eines Gegenmittels, falls verfügbar

  • Manchmal Kortikosteroide

  • Manchmal Lebertransplantation

In der Regel hat ein Absetzen dieser Arzneimittel eine Besserung zur Folge. Symptomlindernde Arzneimittel können z. B. gegen Juckreiz eingesetzt werden.

Es gibt nur für wenige Arzneimittel ein Gegenmittel (Antidot). Acetylcystein kann beispielsweise eingesetzt werden, wenn jemand eine Überdosis Paracetamol Vergiftung mit Paracetamol Manchmal nehmen Patienten zu viele Produkte zu sich, die Paracetamol enthalten, und vergiften sich dadurch. Je nach der Paracetamolmenge im Blut liegen keine Symptome vor oder es kommt zu Erbrechen... Erfahren Sie mehr eingenommen hat. In einigen Fällen können Kortikosteroide angebracht sein.

Weitere Informationen

Bei dem Folgenden handelt es sich um ein englischsprachiges Hilfsmittel, das nützlich sein kann. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

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