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Angina pectoris

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The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Was ist eine Angina pectoris?

Bei einer Angina pectoris handelt es sich um Schmerzen, Beschwerden oder Druckgefühl im Brustkorb, die auftreten bzw. das auftritt, wenn das Herz nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Der Sauerstoffmangel wird durch eine verengte oder verstopfte Arterie verursacht, die zum Herzen führt (koronare Herzkrankheit). Oftmals tritt eine Angina pectoris als Warnsignal eines Herzinfarkts auf.

  • Wenn es zu Schmerzen, Druck oder Brennen im Brustkorb, Rücken, den Schultern, dem Kiefer oder den Armen kommt, sollte umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden.

  • Die Angina pectoris tritt bei Belastung auf und klingt im Ruhezustand rasch ab.

  • In der Regel führen Ärzte eine EKG und einen Belastungstest oder eine Herzkatheterisierung durch.

  • Die Krankheit wird mit Medikamenten oder manchmal mit einem Verfahren behandelt, wie einer Angioplastie oder einer Bypass-Operation.

Blutversorgung des Herzens

Wie jedes andere Gewebe im Körper muss der Herzmuskel sauerstoffreiches Blut erhalten und seine Abbauprodukte müssen vom Blut abtransportiert werden. Das rechte und das linke Herzkranzgefäß, die von der Aorta abzweigen, kurz nachdem sie das Herz verlassen hat, versorgen den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut. Das rechte Herzkranzgefäß verzweigt sich in die rechte vordere Randarterie und die rechte hintere Interventrikulararterie, die an der Rückwand des Herzens verläuft. Das linke Herzkranzgefäß (auch linker Hauptstamm genannt) verzweigt sich in die Kranzarterie und die linke vordere Interventrikulararterie. Die großen Herzvenen nehmen das mit Abbauprodukten beladene Blut aus dem Herzmuskel auf und bringen es in eine große Sammelvene auf der Rückseite des Herzens, Sinus coronarius genannt; von dort fließt das Blut zum rechten Vorhof zurück.

Blutversorgung des Herzens

Wodurch wird eine Angina pectoris verursacht?

Die häufigste Ursache der Angina pectoris ist die Verengung der Arterien, die das Herz mit Blut versorgen (Herzkranzgefäße). Die Verengung wird oftmals durch eine Atherosklerose verursacht, die allgemein als Verkalkung der Arterien bezeichnet wird. Es sammeln sich fetthaltige Ablagerungen an, die langsam die Arterie blockieren und den Blutfluss verlangsamen oder aufhalten können. Wenn der Herzmuskel nicht mit ausreichend Blut versorgt wird, verursacht das Schmerzen.

Eine Angina pectoris kann auch durch einen Koronararterienspasmus, einem plötzlichen Zusammenziehen der Herzkranzgefäße, verursacht werden. Bestimmte Drogen wie Kokain können einen Krampf (Spasmus) verursachen.

Eine schwere Anämie (Blutarmut) erhöht das Risiko einer Angina pectoris. Bei einer Anämie hat der Betroffene weniger rote Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren.

Welche Symptome zeigt eine Angina pectoris?

Folgende Probleme können auftreten:

  • Beschwerden, Druckgefühl oder Schmerzen in der Mitte des Brustkorbs.

  • Die Beschwerden können in die Schultern, runter in die Arme, in den Hals, den Kiefer oder die Zähne ausstrahlen.

In der Regel tritt eine Angina pectoris während einer Belastung auf, zum Beispiel beim Treppensteigen oder beim bergauf gehen, und klingt nach ein paar Minuten Ruhe wieder ab. Betroffene leiden jedes Mal an einer Angina pectoris, wenn sie das gleiche Maß an Anstrengung ausüben. Zum Beispiel: Die Angina pectoris tritt jedes Mal auf, wenn der Betroffene einen bestimmten Hügel hinauf geht. Mit einer zunehmenden Verengung der Herzkranzgefäße kommt es mit einem immer geringeren Maß an Anstrengung zu einer Angina pectoris. Der Betroffene litt beispielsweise an einer Angina pectoris, nachdem er zwei Treppenabsätze nach oben gegangen ist; später kann sie bei ihm nach nur einem auftreten.

Wenn die Angina pectoris ohne jegliche Form von Belastung auftritt oder sie sich sehr schnell verschlimmert, spricht man von einer:

Eine instabile Angina pectoris ist ein Warnsignal, dass der Patient kurz vor einem Herzinfarkt steht.

Woran erkennen Ärzte eine Angina pectoris?

Wenn Symptome auftreten, die eine Angina pectoris nahelegen, führen Ärzte folgende Untersuchungen durch:

  • Belastungstest – Ein Test, um herauszufinden, ob das Herz mit ausreichend Blut versorgt wird, wenn es schwer arbeitet (belastet wird), wie bei körperlicher Betätigung.

  • EKG – Ein Test, mit dem die elektrische Aktivität des Herzens gemessen wird, die bei einer koronaren Herzkrankheit auffällig sein kann.

  • CT-Aufnahme – Ein bildgebendes Verfahren, mit dem nach verkalkten Herzkranzgefäßen gesucht wird.

Wenn die Angina pectoris schwerwiegend ist oder sich verschlimmert, kann Folgendes unternommen werden:

  • Herzkatheterisierung – Eine invasive Untersuchung, mit der Ärzte herausfinden können, ob und wo die Herzkranzgefäße verstopft sind.

Bei einer Herzkatheterisierung wird ein langer, dünner Katheter (ein kleiner, biegsamer Schlauch) in eine Arterie im Arm oder Bein eingeführt, bis zum Herzen vorgeschoben und in jedes der Herzkranzgefäße eingeführt.

Wie behandeln Ärzte eine Angina pectoris?

Die Ärzte behandeln Folgendes:

  • Wenn die Angina pectoris auftritt

  • Vorbeugung einer Angina pectoris

  • Das die Angina pectoris verursachende Problem

Wenn die Angina pectoris auftritt, verordnen die Ärzte:

  • Nitroglyzerin-Tabletten oder -Spray zum unter die Zunge Legen bzw. Sprühen

Nitroglyzerin sollte innerhalb weniger Minuten wirken.

Zur Vorbeugung einer Angina pectoris können die Ärzte Folgendes verordnen:

  • Langwirkende Nitroglyzerin-Pillen oder -Hautpflaster

  • Medikamente, damit das Herz nicht so schwer arbeitet

Zur Behandlung des die Angina pectoris verursachenden Problems verordnen die Ärzte in der Regel Folgendes:

Sie ordnen Patienten auch an, sämtliche Verhaltensweisen zu ändern, die dem Herzen schaden, wie Rauchen, keinen Sport treiben und schlechte Ernährung.

Je nachdem, wie sehr die Herzkranzgefäße verstopft sind, kann ein Verfahren durchgeführt werden, um die Arterien zu reinigen. Eine Angioplastie oder eine Bypass-Operation (ein sogenannter Koronararterien-Bypass oder eine sogenannte koronare Bypass-Operation) kann ggf. durchgeführt werden.

Während der Angioplastie:

  • wird ein kleiner, biegsamer Schlauch (Katheter) in eine Arterie im Oberschenkel (der Leistengegend) oder im Handgelenk eingeführt

  • wird der Katheter die Arterie nach oben bis zum Herzen und dann in eines der Herzkranzgefäße geschoben

  • wird ein kleiner Ballon an der Spitze des Katheters aufgeblasen

  • drückt der Ballon gegen die Blockade und beseitigt sie

  • wird darauf eine Drahtgitterröhre (Stent) vom Katheter und in den verschlossenen Bereich geschoben

  • hilft die Drahtgitterröhre dabei, den verschlossenen Bereich offen zu halten

Während der Bypass-Operation:

  • wird ein Stück einer gesunden Arterie oder Vene aus einem anderen Körperteil genommen

  • wird ein Ende dieses Arterien- oder Venenstücks an die Aorta (die Hauptschlagader, die das Blut vom Herzen zum Rest des Körpers transportiert) genäht

  • wird das andere Ende hinter der Blockade an die verstopfte Arterie genäht

  • fließt das Blut dann durch die neue Abzweigung und umgeht die Verstopfung

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