Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Vogelgrippe

(Aviäre Influenza; Geflügelpest)

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2021| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2021
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen

Die Vogelgrippe ist eine Virusinfektion mit Influenzastämmen, die normalerweise bei Wildvögeln und Zuchtgeflügel auftritt.

  • Das Vogelgrippevirus breitet sich selten von Tieren auf Menschen aus, und zwar hauptsächlich dann, wenn das Erbgut des Virus mutiert.

  • Fast alle der mit Vogelgrippe infizierten Menschen waren in engem Kontakt mit einem angesteckten Vogel (das Virus breitet sich praktisch nie von Mensch zu Mensch aus).

  • Die Betroffenen leiden unter extremen Atembeschwerden und grippeähnlichen Symptomen.

  • Zur Diagnose einer Vogelgrippe wird eine Probe des Sekrets aus der Nase oder dem Rachen entnommen.

  • Die Vogelgrippe wird mit antiviralen Medikamenten behandelt.

(Siehe auch Grippe.)

Vogelgrippe wird von mehreren Stämmen des Influenza-A-Virus verursacht, die normalerweise Wildvögel infizieren. Die Infektion kann leicht auf Haus- und Nutzgeflügel übertragen werden. Eine Übertragung vom Tier auf den Menschen ist jedoch selten. Diese findet hauptsächlich dann statt, wenn sich das Genmaterial des Virus verändert (mutiert), sodass sich das Virus an Zellen in den Atemwegen des Menschen anlagern kann. Fast alle Personen, die sich mit der Vogelgrippe angesteckt haben, waren in engem Kontakt mit einem infizierten Vogel. Die Vogelgrippe wird so gut wie nie von Mensch zu Mensch übertragen. Experten befürchten allerdings, dass zusätzliche Mutationen das Virus so verändern könnten, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch erleichtert wird. Dann könnte sich die Vogelgrippe schnell und weit verbreiten und eine weltweite Epidemie auslösen (Pandemie).

Der erste menschliche Infektionsfall mit dem Vogelgrippestamm H5N1 (siehe Arten und Stämme von Influenza-Viren) trat 1997 in Hongkong auf. Danach breitete sich die Infektion nach Vietnam, dann nach Indonesien, Kambodscha, China, Thailand, in die Türkei, nach Aserbaidschan, Dschibuti, Ägypten und in den Irak aus. Seit 2003 wurden in 16 Ländern in Asien, Afrika, dem Pazifikraum, in Europa und im Nahen Osten mehr als 860 Fälle einer menschlichen H5N1-Infektion mit 454 Todesfällen gemeldet. Eine menschliche Infektion wurde 2019 bestätigt, und zwar in Nepal.

Im Jahr 2013 kam es zu einem Ausbruch im Südosten Chinas. Daran beteiligt war der Vogelgrippestamm H7N9. Weltweit wurden der Weltgesundheitsorganisation seit 2013 mehr als 1500 menschliche Fälle und mindestens 615 Todesfälle gemeldet. Die Infektion tritt hauptsächlich in Bevölkerungsgruppen auf, die Geflügel von Lebendgeflügelmärkten konsumieren. Es gab einen bestätigten Fall im Jahr 2019 in China.

In China wird Geflügel mit einem Impfstoff zur Vorbeugung gegen die Grippeviren H5 und H7 geimpft. Dieses Impfprogramm kann verhindern, dass das Vogelgrippevirus von Wildvögeln auf Haus- und Nutzgeflügel übertragen wird. Haus- und Nutztiere kommen mit größerer Wahrscheinlichkeit in Kontakt mit Menschen und verbreiten so das Virus.

Andere Stämme des Vogelgrippevirus haben ebenfalls sporadische Infektionsausbrüche beim Menschen verursacht. Bei diesen Ausbrüchen hat sich das Virus jedoch nicht von Mensch zu Mensch ausgebreitet.

Symptome der Vogelgrippe

H5N1 und H7N9, die Erreger der meisten Vogelgrippefälle beim Menschen, haben ähnliche Wirkungen.

Bei Infizierten können sich extreme Atembeschwerden und grippeähnliche Symptome entwickeln (z. B. Fieber, Husten, Hals- und Muskelschmerzen). Mitunter kommt es zu Bindehautentzündung oder Pneumonie.

Bei Menschen mit schweren Symptomen ist die Sterberate hoch.

Diagnose der Vogelgrippe

  • Untersuchung einer Probe aus Nase oder Rachen

Wenn grippeähnliche Symptome zusammen mit einer der folgenden Situationen vorliegen, sollten die Betroffenen einen Arzt kontaktieren:

  • Sie hatten Kontakt mit Vögeln in einem Gebiet, in dem Vögel bekanntermaßen die Infektion übertragen.

  • Sie hatten Kontakt mit einer Person, die mit der Vogelgrippe infiziert ist.

Der Arzt kann eine Nasen- oder Halsabstrichprobe zum Prüfen einsenden.

Vorbeugung gegen die Vogelgrippe

Die Eindämmung der Verbreitung erfolgt durch Identifizierung und Zerstörung der angesteckten Hausvogelschwärme.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat für den Fall einer Epidemie einen Impfstoff gegen die H5N1-Vogelgrippe in den Vorratsbestand aufgenommen. Der herkömmliche Grippeimpfstoff gegen Influenza beugt der Vogelgrippe nicht vor.

Behandlung der Vogelgrippe

  • Antivirale Medikamente

Infizierte erhalten Oseltamivir oder Zanamivir (antivirale Medikamente zur Behandlung von Influenza). Diese Medikamente verbessern in der Regel die Überlebenschancen.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Testen Sie Ihr Wissen

Diphtherie
Diphtherie ist eine ansteckende und bisweilen tödlich verlaufende Infektion der oberen Atemwege, die durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae ausgelöst wird. Über welchen der folgenden Wege verbreitet sich Diphtherie üblicherweise?

Auch von Interesse

NACH OBEN