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Affenpocken

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2020| Inhalt zuletzt geändert Dez 2020
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Quellen zum Thema

Affenpocken werden durch das Affenpockenvirus ausgelöst, das mit dem Pockenvirus verwandt ist und eine ähnliche, aber in der Regel mildere Erkrankung hervorruft.

Woher die Affenpocken stammen, ist unbekannt, aber es wird angenommen, dass sie von kleinen Nagetieren und Eichhörnchen in den afrikanischen Regenwäldern verbreitet werden, hauptsächlich in West- und Zentralafrika. Die meisten Fälle sind in der Demokratischen Republik Kongo aufgetreten. Seinem Namen zum Trotz kommt das Affenpockenvirus nicht bei Affen vor.

Affenpocken sind selten. In letzter Zeit ist die Anzahl Fälle in Afrika jedoch gestiegen. Die Gründe dafür umfassen möglicherweise Folgendes:

  • Pockenimpfungen, die einen Schutz vor Affenpocken boten, werden nicht mehr durchgeführt.

  • Gegenden, in denen tierische Träger des Virus leben, werden durch Menschen besiedelt.

In den USA kam es 2003 zu einem Ausbruch von Affenpocken, als infizierte Nagetiere als Haustiere aus Afrika importiert wurden. Die Nagetiere übertrugen das Virus an Präriehunde, die als Haustiere gehalten wurden und so Menschen im Mittleren Westen infizierten.

Affenpocken verbreiten sich vermutlich, indem Menschen in Kontakt mit den Körperflüssigkeiten von infizierten Tieren kommen – beispielsweise wenn eine Person von einem infizierten Tier gebissen wird oder in der Luft schwebende Tröpfchen mit dem Virus einatmet. Die Verbreitung von Mensch zu Mensch ist weniger üblich.

Affenpocken betreffen in der Regel Kinder.

Affenpocken verursachen Symptome, die an Pocken erinnern. Die Erkrankung beginnt mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, extremer Erschöpfung und, im Gegensatz zu Pocken, sichtbar geschwollenen Lymphknoten. Ungefähr 1 bis 3 Tage nach Ausbruch des Fiebers tritt ein Ausschlag auf. Dieser beginnt meist im Gesicht und breitet sich dann auf andere Teile des Körpers aus, so auch auf Handflächen und Fußsohlen.

Wie bei Pocken nimmt der durch Affenpocken hervorgerufene Ausschlag seinen Anfang auch als flache rote Flecken. Die Flecken verwandeln sich dann in Blasen, die mit Eiter gefüllt sind (es bilden sich Pusteln). Nach mehreren Tagen bilden die Pusteln eine Kruste.

Von Affenpocken Betroffene erwerben mit erhöhter Wahrscheinlichkeit weitere Infektionen. Bei manchen Patienten mit Affenpocken kommt es zu bakteriellen Infektionen von Haut und Lunge.

Die Krankheit nimmt in der Regel einen milderen Verlauf als Pocken, kann aber auch zum Tod führen. Während des Ausbruchs im Jahr 2003 in den USA waren keine Todesfälle zu verzeichnen.

Affenpocken dauern üblicherweise 2 bis 4 Wochen.

Die Diagnose von Affenpocken umfasst Folgendes:

  • Einsenden von Proben infizierten Gewebes an ein Labor, wo eine Kultur des Virus angelegt und analysiert wird

  • Bluttests auf Antikörper gegen das Affenpockenvirus

  • Bestimmung des viralen Erbguts (DNS) im infizierten Gewebe

  • Untersuchung einer Probe des infizierten Gewebes unter dem Mikroskop

Der Impfstoff JYNNEOS wird zur Vorbeugung vor den Pocken und Affenpocken eingesetzt. Zudem legen frühere Daten aus Afrika nahe, dass der Pockenimpfstoff bei der Vorbeugung von Affenpocken zu mindestens 85 Prozent wirksam ist, da das Affenpockenvirus eng mit dem Pockenvirus verwandt ist. 

Die Behandlung von Affenpocken zielt hauptsächlich auf eine Linderung der Symptome ab. Es gibt keine bewährte, sichere Behandlung bei einer Infektion mit dem Affenpockenvirus. Die Virostatika Tecovirimat, Cidofovir oder Brincidofovir könnten nützlich sein, sind aber als Behandlungsmethode von Affenpocken noch nicht wissenschaftlich untersucht worden.

Weitere Informationen zu den Affenpocken

Die folgenden Quellen in englischer Sprache können nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

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