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Amöbenkeratitis (Augeninfektion)

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2020| Inhalt zuletzt geändert Dez 2020
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Amöbenkeratitis ist eine seltene Infektion der Hornhaut (der durchsichtigen Schicht vor der Iris und der Pupille), die von freilebenden Amöbenarten der Gattung Acanthamoeba verursacht wird. Sie kommt normalerweise bei Menschen vor, die Kontaktlinsen tragen.

  • Amöbenkeratitis löst schmerzhafte Läsionen auf der Hornhaut aus und schränkt in der Regel die Sehkraft ein.

  • Die Ärzte entnehmen eine Gewebeprobe der Hornhaut zur Untersuchung und zum Ansetzen einer Kultur.

  • Zur Vorbeugung dieser Infektion sollten Kontaktlinsen in einer sterilen Lösung aufbewahrt und beim Schwimmen, in Whirlpools oder beim Duschen nicht getragen werden.

  • Ein Augenarzt entfernt infizierte und beschädigte Zellen, wenn die Läsionen oberflächlich sind, und behandelt die Infektion mit Augentropfen aus Biguanid/Chlorhexidin oder Polyhexamethylenbiguanid (normalerweise zur Desinfektion von Kontaktlinsen eingesetzt) sowie Augentropfen aus Propamidin oder Hexamidin.

Freilebende Amöben sind Protozoen, die in der Erde oder im Wasser leben und nicht in Menschen oder Tieren leben müssen. Obwohl sie selten eine Infektion beim Menschen auslösen, können bestimmte Typen dieser Amöben zusätzlich zur Amöbenkeratitis schwere, lebensgefährliche Infektionen des Gehirns auslösen.

Amöbenkeratitis kann einen zunehmend destruktiven Verlauf nehmen. Die meisten Infizierten (85 Prozent) tragen Kontaktlinsen. Die Infektion kommt häufiger vor, wenn die Linsen beim Schwimmen getragen werden oder wenn das Linsenreinigungsmittel nicht steril ist. Manche Infektionen entwickeln sich nach einem versehentlichen Kratzer an der Hornhaut.

Symptome der Amöbenkeratitis

Typischerweise entwickelt sich eine schmerzhafte Läsion auf der Hornhaut. Symptome der Amöbenkeratitis beinhalten Augenrötung, überschüssige Tränenproduktion, Fremdkörpergefühl und Schmerzen, wenn die Augen hellem Licht ausgesetzt sind. Normalerweise ist die Sehkraft eingeschränkt.

Diagnose der Amöbenkeratitis

  • Untersuchung und Anzüchten einer Kultur von einer Probe aus der Hornhaut

Für die Diagnose der Amöbenkeratitis entnehmen die Ärzte eine Gewebeprobe der Hornhaut zur Untersuchung unter dem Mikroskop und zum Ansetzen einer Kultur.

Vorbeugung gegen Amöbenkeratitis

Um einer Amöbenkeratitis vorzubeugen, sollten Linsenträger ihre Kontaktlinsen gemäß den Empfehlungen der Experten aus der Augenheilkunde sowie des Herstellers reinigen und aufbewahren. Kontaktlinsenträger sollten ihre Hände vor dem Umgang mit dem Kontaktlinsen gründlich waschen und darauf achten, dass die Aufbewahrungslösung frisch ist, diese nicht wiederverwenden und nicht offen stehen lassen. Selbst hergestellte Lösungen oder Leitungswasser sollten nicht verwendet werden. Außerdem sollten beim Schwimmen, in Whirlpools oder beim Duschen keine Kontaktlinsen getragen werden.

Behandlung der Amöbenkeratitis

  • Antimikrobielle Präparate

Ein Augenarzt (Ophthalmologe) sollte umgehend eine Behandlung der Amöbenkeratitis einleiten. Eine frühe, oberflächliche Infektion kann einfacher behandelt werden. Wenn die Läsionen oberflächlich sind, benutzt der Arzt ein Wattestäbchen, um infizierte und geschädigte Zellen zu entfernen.

Die Amöbenkeratitis wird mit den folgenden antimikrobiellen Präparaten in Form von Augentropfen über 6 Monate bis zu einem Jahr lang behandelt:

  • Chlorhexidin (ein Desinfektionsmittel) oder Polyhexamethylenbiguanid (ein Desinfektionsmittel, das in einigen Reinigungsprodukten für Kontaktlinsen verwendet wird)

  • Zusätzlich ggf. Propamidin oder Hexamidin

Diese Mittel werden zu Beginn der Behandlung alle ein bis zwei Stunden aufgetragen.

Die Behandlung ist während des ersten Monats intensiv und wird schrittweise vermindert, nachdem Heilung eintritt. Die Behandlung dauert häufig 6 bis 12 Monate. Wenn die Behandlung zu früh eingestellt wird, ist es wahrscheinlich, dass die Infektion erneut auftritt. Augentropfen mit Kortikosteroiden sollten nicht angewendet werden.

Eine Operation, um die Hornhaut zu reparieren (Keratoplastik), wird selten benötigt, es sei denn, die Diagnose und Behandlung erfolgen verspätet oder die medikamentöse Behandlung ist unwirksam.

Weitere Informationen über die Amöbenkeratitis

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