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Hidradenitis suppurativa

Von

Jonette E. Keri

, MD, PhD, University of Miami, Miller School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2018| Inhalt zuletzt geändert Dez 2018
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Bei Hidradenitis suppurativa handelt es sich um eine Entzündung der Haarfollikel in der Haut unter den Armen, in der Leistengegend und rund um die Brustwarzen und den Anus, die zu Vernarbungen, Entzündungen und schmerzhaften Eiteransammlungen unter der Haut führt.

  • Die Ursache von Hidradenitis suppurativa ist nicht bekannt.

  • Auf der Haut bilden sich Knoten, die aussehen wie Akne, gefolgt von schmerzhaften Abszessen und Fistelkomedonen.

  • Zur Stellung der Diagnose von Hidradenitis suppurativa untersucht der Arzt die Haut.

  • Die Behandlung hängt vom Schweregrad ab und reicht von Cremes, die auf die Haut aufgetragen werden, über Antibiotika und andere oral eingenommene Medikamente bis hin zu operativen Eingriffen.

Hidradenitis suppurativa tritt bei manchen Menschen nach der Pubertät auf, wenn die Haarfollikel (die Poren in der Haut, aus denen die Haare wachsen) unter den Armen, in der Leistengegend und rund um die Brustwarzen und den Anus chronisch blockiert sind und sich entzünden. Die Haarfollikel können anschwellen und Knoten bilden, die wie Akne aussehen. Es ist nicht bekannt, warum diese Blockade auftritt. Sie hängt allerdings nicht mit unzureichender Hygiene, der Verwendung von Deodorants und Pudern oder dem Rasieren der Achselhöhlen zusammen.

Die Blockade führt dazu, dass die Haarfollikel anschwellen und aufplatzen, was mitunter zu Infektionen durch unterschiedliche Bakterien führen kann. Die entstehenden Abszesse (eitergefüllte Taschen) sind berührungsempfindlich, schmerzhaft, verbreiten einen faulen Geruch, können tief in die Haut hineinwachsen und neigen dazu, wiederzukommen. Nach dem wiederholten Abheilen und erneuten Auftreten der Abszesse kann die Haut in diesem Bereich dick und vernarbt werden. Oft bilden sich zwischen den Abszessen und der Hautoberfläche dauerhaft Gänge (bezeichnet als Fistelkomedonen), aus denen Eiter austritt.

Hidradenitis suppurativa kann entweder nur einige wenige Abszesse verursachen und mild verlaufen oder mit zahlreichen Abszessen und Fistelkomedonen einhergehen und einen schweren Verlauf aufweisen. Hidradenitis suppurativa kann die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen, da sie schmerzhaft ist und ihr fauliger Geruch im Beisein anderer Menschen unangenehm ist.

Diagnose

  • Untersuchung der Haut

  • Kultur der Abszesse

Die Abszesse bei Hidradenitis suppurativa ähneln anderen Hautabszessen. Ärzte stützen ihre Diagnose auf eine Untersuchung der Haut, überprüfen, wo genau sich Knoten und Abszesse befinden und ob sie immer wieder abheilen und erneut auftreten.

Unter Umständen entnimmt der Arzt Eiterproben aus tiefreichenden Abszessen, um die Bakterien in einem Labor zu bestimmen (Anlegen einer Kultur).

Behandlung

  • Je nach Schwere

In leichten Fällen von Hidradenitis suppurativa werden Kortikosteroide in die betroffenen Bereiche gespritzt und Antibiotika wie Tetrazyclin, Erythromycin oder Clindamycin zum Einnehmen verschrieben. Auch Clindamycin- und Resorcinolcremes zum Auftragen auf die Haut (topisch) werden verschrieben, und die Patienten werden angewiesen, die betroffenen Bereiche mit Benzoylperoxid zu waschen. Alle diese Medikamente können in Kombination oder einzeln angewendet werden.

Menschen mit mäßig schweren Fällen von Hidradenitis suppurativa verschreibt der Arzt dieselben Antibiotika wie bei leichten Fällen oder manchmal auch Rifampin (ein anderes orales Antibiotikum), jedoch über einen längeren Zeitraum (2 bis 3 Monate). Manchmal schneidet der Arzt die Abszesse auf und lässt den Eiter abfließen. Frauen erhalten möglicherweise Medikamente, die die Wirkung von männlichen Hormonen blockieren, wie orale Verhütungsmittel (Pille), Spironolacton oder Finasterid. Die Fistelkomedonen werden aufgeschnitten und entleert.

In schweren Fällen von Hidradenitis suppurativa verschreibt der Arzt Infliximab (durch die Vene) oder Adalimumab (mittels Injektion in die Haut), um die Entzündung zu hemmen. Isotretinoin oder Acitretin (zum Einnehmen) können die Entzündung reduzieren. Wenn die Störung anhält, wird der betroffene Bereich aufgeschnitten und korrigiert oder ein Hauttransplantat eingepflanzt. Eine weitere Möglichkeit ist auch eine Laserbehandlung, um die geschädigte Haut oder die geschädigten Haare zu entfernen.

Obwohl die Störung dadurch nicht geheilt wird, sollten alle Menschen mit Hidradenitis suppurativa sorgfältig auf ihre Hauthygiene achten und ihre Haut sorgfältig pflegen. Psychologische Unterstützung und das Meiden von Nahrungsmitteln mit hohem glykämischem Index können hilfreich sein ebenso wie eine Gewichtsabnahme.

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