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Verstopfung der Nase und Austreten von Nasensekret

(Laufende Nase; Rhinorrhoe)

Von

Marvin P. Fried

, MD, Montefiore Medical Center, The University Hospital of Albert Einstein College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Quellen zum Thema

Eine verstopfte Nase und das Austreten von Nasensekret sind sehr häufige Probleme, die meist zusammen auftreten, gelegentlich jedoch auch allein.

Ursachen

Häufige Ursachen

Seltenere Ursachen

Weniger häufige Ursachen sind:

Aus einer infizierten Nebenhöhle tritt manchmal Flüssigkeit aus.

Kinder stecken sich manchmal einen Fremdkörper in die Nase. Wenn dies unbeobachtet von einem Erwachsenen geschieht, kann das erste Anzeichen ein übelriechender Nasenausfluss aufgrund einer Infektion und der Reizung durch den Fremdkörper sein. In seltenen Fällen stecken sich Erwachsene mit psychischen Störungen Objekte in ihre Nase.

Patienten, die über mehr als 3 bis 5 Tage abschwellende Nasensprays anwenden, erleben oft ein erhebliches Wiederauftreten der Verstopfung (Rebound-Verstopfung). Die Verstopfung ist sogar schlimmer als vorher, wenn die Wirkung des Arzneimittels nachlässt. Wenn das abschwellende Spray dann weiterhin genommen wird, bildet sich ein Teufelskreis mit anhaltender, sich verschlimmernder Verstopfung. Diese Situation (medikamentöse Rhinitis) kann für einige Zeit fortbestehen und wird oft als Fortsetzung des ursprünglichen Problems fehlinterpretiert und nicht als Nebenwirkung der Behandlung.

Patienten mit vasomotorischer Rhinitis haben wiederkehrende Absonderungen von wässrigem Nasensekret, ohne dass ein bekannter Auslöser vorliegt.

Tabelle
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Einige Ursachen und Merkmale von verstopfter Nase und austretendem Nasensekret

Ursache

Häufige Merkmale* und Tests

Akute Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung, die gerade erst begonnen hat)

Schleimiges oder eitriges Sekret, meist nur aus einer Seite der Nase

Manchmal ein fauliger oder metallischer Geschmack im Mund, Gesichts- oder Kopfschmerzen und Rötung oder Druckempfindlichkeit über den Wangen oder den Augenbrauen

Kein Jucken und keine Augen- oder Rachenreizung

Eine Computertomographie (CT) kann bei Patienten mit Diabetes, einem geschwächten Immunsystem oder Anzeichen einer schweren Erkrankung durchgeführt werden

Wässriges Sekret, Niesen, tränende und juckende Augen

Blasse, weiche, geschwollene Membranen, die die Nase auskleiden (Nasenschleimhäute)

Symptome, die oft zu bestimmten Jahreszeiten oder nach der Exposition gegenüber möglichen Auslösern auftreten

Abschwellende Sprays (bei übermäßigem Gebrauch)

Verstopfung, die zurückkehrt, wenn die abschwellende Wirkung nachlässt (Rebound-Verstopfung)

Blasse, extrem geschwollene Nasenschleimhaut

Kein Sekret

Ein Fremdkörper in der Nase, vor allem bei Kindern

Oft ein übel riechendes, manchmal blutiges Sekret aus einer Seite der Nase

Wiederkehrende Absonderung eines wässrigen Sekrets, Niesen und rote, geschwollene Nasenschleimhaut

Keine erkennbaren Auslöser

Virale Infektionen der oberen Atemwege

Wässriges oder klebriges Sekret, Halsschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl (Unwohlsein) und Rötung der Nasenschleimhaut

*Die Merkmale umfassen die Symptome und die Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

Beurteilung

Nicht alle Episoden von verstopfter Nase mit austretendem Nasensekret erfordern eine sofortige Untersuchung durch einen Arzt. Die folgenden Angaben können bei der Entscheidung behilflich sein, ob eine ärztliche Beurteilung nötig ist, und liefern Gewissheit darüber und was im Rahmen dieser Untersuchung zu erwarten ist.

Warnsignale

Bei verstopfter Nase mit austretendem Nasensekret sind bestimmte Symptome und Merkmale Anlass zu besonderer Aufmerksamkeit. Hierzu gehören

  • Ausfluss nur aus einer Seite der Nase, insbesondere, wenn darin Eiter oder Blut enthalten sind

  • Gesichtsschmerzen, Druckempfindlichkeit oder beides

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Patienten mit diesen Warnzeichen und Patienten, deren Betreuer vermuten, dass ein Fremdkörper in die Nase gesteckt wurde, sollten sofort einen Arzt aufsuchen. Patienten mit verstopfter Nase und austretendem Nasensekret, jedoch ohne Warnzeichen, sollten ihren Arzt anrufen. Möglicherweise ist kein Besuch in der Praxis erforderlich, insbesondere wenn die typischen Erkältungssymptome vorliegen und die Person ansonsten gesund ist.

Was der Arzt unternimmt:

Ärzte stellen zunächst immer Fragen zu den Symptomen und zur Krankengeschichte des Patienten, bevor sie eine körperliche Untersuchung vornehmen. Die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung liefern in Verbindung mit der Anamnese Hinweise auf die Ursache der verstopften Nase und das Austreten von Nasensekret und geben vor, welche Untersuchungen als nächste erforderlich sind.

Während der Anamnese stellt der Arzt Fragen zu Folgendem:

  • Konsistenz und Aussehen des Nasensekrets (wässrig, klebrig, eitrig oder blutig) und die Tatsache, ob es immer oder meistens (chronisch) oder schubweise austritt

  • Symptome möglicher Ursachen, darunter Fieber und Gesichtsschmerz (Sinusitis), tränende, juckende Augen (Allergien) und Halsschmerzen, ein allgemeines Krankheitsgefühl (Unwohlsein), Fieber und Husten (Virusinfektion der oberen Atemwege)

  • Vorliegen von Allergien, Diabetes oder einer Schwächung des Immunsystems, Gebrauch abschwellender Sprays

Wenn nur phasenweise Nasensekret austritt, versucht der Arzt einen Auslöser am Wohnort, in der Jahreszeit oder in der Exposition gegenüber möglichen Auslösern (z. B. Haustieren oder Staub) zu finden.

Während der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt auf Folgendes:

  • Rötungen im Gesicht über den Nebenhöhlen direkt über den Augenbrauen (Stirnhöhlen) und über den Nasennebenhöhlen in den Wangenknochen (Kieferhöhlen)

  • Die Farbe der Membranen, die die Nase auskleiden (Nasenschleimhäute rot oder blass verfärbt), Schwellungen, Farbe und Zusammensetzung des Sekrets und (besonders bei Kindern), ob sich ein Fremdkörper in der Nase befindet

Außerdem klopft der Arzt mit dem Finger über die Nebenhöhlen, um eine mögliche Druckempfindlichkeit festzustellen.

Tests

In der Regel ist bei akuten Nasensymptomen keine weitere Untersuchung nötig, es sei denn, bei einer Person mit Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem wird eine schwere Sinusitis vermutet oder die Symptome klingen bei einer entsprechenden Behandlung nicht ab. Diese Patienten sollten mit einer Computertomographie (CT) untersucht werden.

Behandlung

Die beste Strategie, eine verstopfte Nase und das Austreten von Nasensekret zu behandeln, ist die Behandlung der Grunderkrankung. Zur Linderung der Symptome gibt es zwei grundlegende Ansätze:

  • Abschwellende Mittel (Spray oder Tabletten)

  • Antihistaminika (Tabletten)

Abschwellende Sprays enthalten typischerweise Oxymetazolin. Oral eingenommene abschwellende Mittel enthalten Pseudoephedrin. Abschwellende Sprays sollten nicht länger als 1 oder 2 Tage verwendet werden, sonst kann es zu einem erneuten Auftreten (Rebound) der Verstopfung kommen.

Antihistaminika können gegen die Symptome viraler Infektionen und allergischer Reaktionen genommen werden. Bei Erkältungen empfiehlt der Arzt häufig Diphenhydramin. Für Patienten mit Allergien werden andere Antihistamine verwendet, die weniger Nebenwirkungen haben, beispielsweise Fexofenadin. Nasensprays mit Kortikosteroiden (z. B. Mometason) helfen ebenfalls gegen allergische Erkrankungen.

Abschwellende Mittel und Antihistaminika sind nicht für Kinder unter 6 Jahren empfohlen.

Behandlung bei älteren Menschen

Antihistaminika können sedierende und anticholinerge Wirkungen haben (z. B. Verwirrtheit, Sehstörungen, Verlust der Blasenkontrolle). Diese Effekte treten bei älteren Patienten häufiger und stärker auf. Antihistaminika sollten vermieden oder in verringerten Dosierungen verwendet werden. Pseudoephedrin, ein abschwellendes Mittel, steigert die Herzfrequenz und erhöht den Blutdruck. Wenn Pseudoephedrin benötigt wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis genommen werden.

Wichtigste Punkte

  • Die meisten Episoden von verstopfter Nase und austretendem Nasensekret werden durch eine Infektion der oberen Atemwege oder durch Allergien hervorgerufen.

  • Bei Kindern zieht der Arzt die Möglichkeit in Betracht, dass ein Fremdkörper in die Nase eingeführt wurde.

  • Außerdem untersucht der Arzt, ob eine wiederkehrende Verstopfung auf den übermäßigen Gebrauch von abschwellenden Sprays zurückzuführen ist.

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