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Mobbing

Von

Steven D. Blatt

, MD, State University of New York, Upstate Medical University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2018| Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Kurzinformationen

Mobbing bezeichnet eine Form der Gewalt in der Kindheit und im Jugendalter, bei dem durch verbale, emotionale, körperliche oder psychische Angriffe dominiert oder gedemütigt werden soll.

Mobbing kann in jedem Alter auftreten, von der Vorschule bis ins Erwachsenenalter. Eine Umfrage der Centers for Disease Control and Prevention aus dem Jahr 2013 fand heraus, dass 33 Prozent der Schüler in der Middle School und 20 Prozent in der High School angaben, in der Schule gemobbt zu werden, 15 Prozent der High-School-Schüler berichteten, sie seien Opfer von sogenanntem Cyber-Mobbing. Beinahe jedes Kind wird irgendwann Kontakt mit Mobbing haben, ob als Täter, Opfer und/oder Beobachter. Sowohl Jungen als auch Mädchen können Mobber sein. Auch wenn Erwachsene Mobbing oft als normalen Teil der Kindheit betrachten, ist dies nicht der Fall. Viele Opfer werden körperlich und/oder emotional geschädigt. Zudem lernen auch die Mobber negatives Verhalten, das zu weiterer Gewalt führen kann, wenn nichts dagegen unternommen wird.

Mobbing kann in verschiedenen Formen auftreten, darunter

  • Wiederholtes Hänseln

  • Zerstörung von Eigentum

  • Drohungen

  • Ausgrenzung

  • Einschüchterung

  • Schikanierung

  • Gewalttätige Übergriffe

  • Cyber-Mobbing

Cyber-Mobbing bezeichnet das absichtliche Bloßstellen oder Verbreiten von falschen oder feindseligen Informationen über ein anderes Kind durch digitale Medien (wie E-Mails, Textnachrichten, Tweets und soziale Medien). „Sexting“ ist die Bezeichnung für das Teilen sexueller Nachrichten oder Bilder (meist über das Mobiltelefon) und kann eine Form des Cyber-Mobbings sein, wenn die Nachrichten oder Bilder absichtlich mit anderen Personen geteilt werden, um das Kind zu demütigen oder ihm zu schaden.

Mobbende Personen

Beinahe 4 Millionen Kinder mobben andere Kinder. Für die Täter besteht das Risiko negativer Folgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Täter später ins Gefängnis kommen, ist erhöht. Sie brechen oft die Schule ab, haben keine Arbeit und keine stabilen Beziehungen im Erwachsenenalter.

Leider gibt es in den landesweiten und sozialen Medien viele Beispiele von Erwachsenen, die sich als Tyrannen gegenüber anderen Erwachsenen verhalten. Eltern sollten diese Beispiele als Lehrstücke für ihre Kinder ansehen. Es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder auf das Mobbing-Verhalten von Politikern, Prominenten und anderen Gestalten der Öffentlichkeit als auch von ganz normalen Erwachsenen hinweisen und ihnen erklären, warum dieses Verhalten als Mobbing betrachtet wird und wie sie darauf reagieren sollten.

Opfer

Opfer sprechen sich möglicherweise bei Angehörigen oder Freunden aus, vielen ist es aber peinlich, oder sie haben Angst, sich einem Erwachsenen anzuvertrauen. Den Lehrern ist häufig nicht bewusst, dass ein Kind gemobbt wird. In manchen Fällen weigern sich die Kinder, zur Schule zu gehen, oder sie wirken traurig, in sich gekehrt oder launisch. Bei den Opfern kann es zudem zu körperlichen Verletzungen, geringem Selbstwertgefühl und Angst kommen. Viele Mobbing-Opfer werden zudem zu Tätern.

Das Kind braucht die Bestätigung, dass Mobbing unter keinen Umständen akzeptabel ist. Opfer können auf das Mobbing reagieren, indem sie

  • Einen Erwachsenen informieren

  • Weggehen

  • Ihren Tagesablauf ändern, um den Tätern aus dem Weg zu gehen

  • Eine Beratung in Anspruch nehmen

Aus Sicherheitsgründen sollten die Opfer die Täter nicht direkt konfrontieren. Ihnen sollte gezeigt werden, wie sie die Mobber ignorieren können und sich von ihnen nicht belästigen lassen. Dadurch lassen die Genugtuung des Täters und somit auch das Mobbing nach. Den Mut des Opfers zu loben, den Mobbingvorfall zu melden, kann das Selbstwertgefühl des Opfers stärken.

Wird das Kind an der Schule gemobbt, sollten die Eltern die Schulleitung informieren. Die Eltern des Opfers sollten außerdem die Eltern des Mobbers verständigen, jedoch ohne eine Konfrontation zu provozieren, da die Eltern dieses Kindes andernfalls in die Defensive gehen könnten. Die Opfer könnten Angst haben, dass sie viel mehr gemobbt werden, falls sie davon den Eltern des Mobbers erzählen. Häufig hört die Schikane jedoch anschließend auf, besonders wenn das Gespräch konstruktiv ist und sich die Gesprächspartner auf das problematische Verhalten konzentrieren, statt anzuklagen.

Die Eltern des Täters sollten ihrem Kind deutlich machen, dass Mobbing nicht akzeptabel ist. Sie sollten darauf bestehen, dass sich das Kind bei seinem Opfer entschuldigt und angemessene Wiedergutmachung leistet. Das kann dem Täter helfen, den Unterschied zwischen Gut und Böse zu erkennen, sich in die Lage seines Opfers hineinzuversetzen und Verständnis für die eigene Situation zu wecken. Die Eltern des Täters sollten ihr Kind genau beobachten, um sich zu vergewissern, dass die Schikanen wirklich aufhören.

Außerdem empfiehlt sich eine Beratung für das Opfer sowie für das Kind, das seine Mitschüler schikaniert. In der Regel drücken Mobber durch ihr Verhalten unbefriedigte Bedürfnisse aus oder imitieren das aggressive Verhalten eines Elternteils oder älterer Geschwister.

Mobbing sollte niemals ignoriert werden. Das Wichtigste ist, dass Eltern, Lehrer oder ein anderer Erwachsener, die das Mobbing beobachten, sofort etwas unternehmen. Die Art der Einmischung hängt vom Alter des Kindes, der Art des Mobbings sowie dem Verhältnis des Erwachsenen zu den Kindern ab. Diese Intervention durch Erwachsene ist jedoch in jedem Fall erforderlich, egal ob es um junge Kinder oder High-School-Schüler geht und um welche Art von Mobbing es sich handelt.

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