Hydrozephalus bei Neugeborenen

VonAi Sakonju, MD, SUNY Upstate Medical University
Überprüft vonAlicia R. Pekarsky, MD, State University of New York Upstate Medical University, Upstate Golisano Children's Hospital
Überprüft/überarbeitet Geändert Okt. 2025
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Kurzinformationen

Der Hydrozephalus ist eine Ansammlung von überschüssiger Flüssigkeit in den normalen Räumen innerhalb des Gehirns (Ventrikel) und/oder zwischen den mittleren und inneren Gewebeschichten (Hirnhäuten), die das Gehirn bedecken (der Subarachnoidalraum). Die zusätzliche Flüssigkeit verursacht normalerweise einen vergrößerten Kopf und Entwicklungsstörungen.

  • Ein Hydrozephalus entsteht, wenn die Flüssigkeit in den offenen Räumen des Gehirns (Ventrikeln) nicht abfließen kann.

  • Viele Erkrankungen, wie Geburtsfehler, Hirnblutungen oder Hirntumoren können eine Flüssigkeitsansammlung verursachen.

  • Zu den typischen Symptomen gehören ein ungewöhnlich großer Kopf, Reizbarkeit, Erbrechen, Krampfanfälle und eine verzögerte Entwicklung.

  • Die Diagnose wird mithilfe von Computertomographie (CT), Ultraschalluntersuchungen oder Magnetresonanztomographie (MRT) gestellt.

  • Um eine Drainage (Shunt) im Gehirn oder eine Öffnung zum Flüssigkeitsabfluss zu legen, ist eine Operation erforderlich.

Der Begriff „Hydrozephalus“ bedeutet „Wasserkopf“. Das Gehirn ist jedoch nicht von Wasser umgeben, sondern von einer Flüssigkeit, die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit genannt wird. Diese Flüssigkeit wird in Hirnkammern gebildet, die Hirnventrikel genannt werden. Diese Flüssigkeit wird ständig produziert und muss in einen anderen Bereich abfließen, um von dort ins Blut aufgenommen zu werden. Ein Hydrozephalus entsteht, wenn die Flüssigkeit in den Ventrikeln (Hirnkammern) und/oder im Subarachnoidalraum nicht abfließen kann. Es erhöht sich oft der Druck in den Ventrikeln, mit der Folge, dass das Gehirn zusammengedrückt wird.

Viele Leiden, wie Geburtsfehler, Hirnblutungen (Komplikationen, die vor allem bei Frühgeborenen auftreten), Infektionen, Fehlbildungen der Strukturen im Gehirn oder Hirntumoren können eine Abflussbehinderung darstellen und damit einen Hydrozephalus verursachen. Ein Wasserkopf (Hydrozephalus) kann auch durch bestimmte genetische Auffälligkeiten verursacht werden.

Säuglinge können mit dem Hydrozephalus geboren werden oder er kann nach der Geburt entstehen.

Symptome eines Hydrozephalus bei Neugeborenen

Ein ungewöhnlich großer Kopf kann ein Anzeichen für einen unbehandelten Hydrozephalus sein.

Wenn der Druck im Gehirn zunimmt, sind die Säuglinge reizbar und antriebslos, schreien in hohen Tönen und übergeben sich. Bei ihnen können auch Krampfanfälle auftreten. Die weichen Bereiche (Fontanelle genannt) zwischen den Schädelknochen können hervorstehen, wobei sich eine weiche Beule am Kopf bildet. Die Augen bewegen sich vielleicht nicht zusammen, manchmal scheint das Kind zu schielen (Strabismus genannt).

Bei älteren Kindern kommt es zu Kopfschmerzen, Sehstörungen oder beiden.

Wird der Hydrozephalus nicht behandelt, wachsen und entwickeln sich diese Säuglinge nicht normal. Einige Kinder mit Hydrozephalus, besonders Kinder, bei denen sich der Hydrozephalus früh in der Schwangerschaft entwickelt, sind geistig beeinträchtigt oder haben Lernstörungen, eine Anfallerkrankung (Epilepsie) oder kommen, im Fall von Mädchen, vorzeitig in die Pubertät. Einige Kinder leiden unter Sehverlust.

Wenn ein Hydrozephalus frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird, können Kinder eine normale Intelligenz entwickeln.

Diagnose des Hydrozephalus bei Neugeborenen

  • Vor der Geburt: pränatale Ultraschalluntersuchungen

  • Nach der Geburt: Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Ultraschall des Kopfes

Vor der Geburt wird der Hydrozephalus vom Arzt häufig während der standardmäßigen pränatalen Ultraschalluntersuchungen festgestellt.

Nach der Geburt stützt sich die Diagnose bei Neugeborenen auf die Symptome bei einer routinemäßigen körperlichen Untersuchung. Ärzte führen dann eine Ultraschalluntersuchung des Kopfes durch, um die Diagnose Hydrozephalus zu bestätigen.

Bei älteren Säuglingen und Kindern führen Ärzte eine CT, MRT oder manchmal eine Ultraschalluntersuchung (insbesondere, wenn die Fontanellen offen bleiben) des Kopfes durch, um die Diagnose zu bestätigen und das Fortschreiten zu überwachen.

Behandlung des Hydrozephalus bei Neugeborenen

  • Manchmal Spinalpunktion

  • Bei einer Verschlimmerung des Hydrozephalus ein Shunt oder eine Öffnung in den Ventrikeln

Das Ziel der Behandlung besteht darin, den Druck im Gehirn zu normalisieren.

Die Behandlung des Hydrozephalus hängt von der Ursache der Erkrankung ab, wie schwer er ist und ob er sich verschlechtert.

Bei Bedarf kann der Druck im Gehirn kontrolliert und durch eine Flüssigkeitsentnahme bei wiederholten Spinalpunktionen (Lumbalpunktionen) vorübergehend gesenkt werden, bis ein Shunt eingesetzt wird.

Verschlechtert sich der Hydrozephalus, setzt der Arzt einen ventrikulären Shunt. Der Shunt ist ein Plastikröhrchen, das eine permanente Drainage der Zerebrospinalflüssigkeit hervorruft. Die Drainage der Zerebrospinalflüssigkeit kann den Druck und das Volumen der Flüssigkeit im Gehirn vermindern. Der Arzt platziert den Shunt in die Ventrikel im Gehirn und bringt ihn unter der Haut vom Kopf zu einer anderen Körperstelle, meist zur Bauchhöhle (ventrikulo-peritonealer Shunt oder VP Shunt genannt). Der Shunt verfügt über ein Ventil, über das Flüssigkeit aus dem Gehirn abgeleitet wird, sobald der Hirndruck zu hoch wird.

Einige Kinder brauchen, wenn sie älter werden, keinen Shunt mehr; dennoch wird er aufgrund des Blutungs- und Verletzungsrisikos im Allgemeinen nur selten entfernt.

Bei manchen Kindern wird eine Ventrikulostomie durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird zur Behandlung des Hydrozephalus kein Shunt gesetzt, sondern eine Öffnung zwischen einem Ventrikel und dem Subarachnoidalraum im Gehirn geschaffen. Durch diese Öffnung kann die überschüssige Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit abfließen und wie normal absorbiert werden. Manchmal ist trotzdem noch ein Shunt notwendig, wenn die Ventrikulostomie den Hydrozephalus nicht heilt.

Nach Einsatz eines Shunts oder nach der Durchführung einer Ventrikulostomie messen die Ärzte den Kopfumfang und beurteilen, wie sich das Kind entwickelt. Es werden regelmäßig bildgebende Verfahren, wie Computer- (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT), durchgeführt.

In einigen Fällen können Ärzte einen chirurgischen Eingriff am Fötus vornehmen, um die Anomalie, die den Hydrozephalus verursacht, zu reparieren.

Komplikationen bei Shunts

Infizierte Shunts werden mit Antibiotika behandelt. Der infizierte Shunt wird entfernt und eine vorübergehende Drainage gelegt. Ein neuer Shunt wird eingesetzt, sobald die Infektion angemessen behandelt wurde.

Shunts können brechen oder blockiert werden und nicht mehr richtig funktionieren. Zur Untersuchung der Shunt-Funktion werden Röntgenbilder des Shunts erstellt und bildgebende Verfahren am Gehirn durchgeführt. Normalerweise wird ein nicht richtig funktionierender Shunt entfernt und ersetzt.

Weitere Informationen

Die folgende Quelle in englischer Sprache kann nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass MSD MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

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