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Nicht kanzeröse Wucherungen der Eierstöcke

Von

Charlie C. Kilpatrick

, MD, MEd, Baylor College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Zu den nicht kanzerösen (gutartigen) Wucherungen der Eierstöcke zählen Zysten (hauptsächlich funktionelle Zysten) und Tumoren.

  • Die meisten gutartigen Zysten und Tumoren rufen keinerlei Symptome hervor, manche verursachen jedoch Schmerzen oder ein Schweregefühl im Becken.

  • Ärzte können Wucherungen während einer Untersuchung des Beckens erkennen und dann mittels einer Ultraschalluntersuchung die Diagnose bestätigen.

  • Manche Zysten verschwinden von selbst.

  • Zysten und Tumoren können durch eine oder mehrere kleine Inzisionen oder eine große Inzision am Unterleib entnommen werden, und manchmal muss zusätzlich der betroffene Eierstock entfernt werden.

Eierstockzysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die sich im oder auf dem Eierstock bilden. Derartige Zysten sind relativ verbreitet. Die meisten sind gutartig (benigne) und verschwinden von allein. Bösartige (kanzeröse) Zysten treten eher bei Frauen über 40 auf.

Funktionelle Zysten

Funktionelle Zysten bilden sich aus den mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräumen (Follikeln) in den Eierstöcken. Jeder Follikel enthält ein Ei. Normalerweise wird während jedes Menstruationszyklus genau ein Ei von genau einem Follikel freigesetzt, und der Follikel bildet sich anschließend zurück. Wenn jedoch kein Ei freigesetzt wird, kann der Follikel weiterwachsen und es kann sich eine größere Zyste bilden.

Etwa ein Drittel aller Frauen, die menstruieren, haben Zysten. Selten entstehen funktionelle Zysten nach der Menopause.

Es gibt zwei Typen von funktionellen Zysten:

  • Follikuläre Zysten: Diese Zysten bilden sich, während sich das Ei im Follikel entwickelt.

  • Gelbkörperzysten: Diese Zysten entstehen aus der Struktur, die sich bildet, nachdem der Follikel geplatzt ist und sein Ei freigesetzt hat. Diese Struktur wird Gelbkörper genannt. Gelbkörperzysten können bluten und ein Anschwellen des Eierstocks verursachen oder aufreißen. Wenn die Zyste platzt, treten Flüssigkeiten aus, die in Bereiche des Unterleibs (die Bauchhöhle) gelangen und heftige Schmerzen auslösen können.

Die meisten funktionellen Zysten haben einen Durchmesser von weniger als 1,5 cm. Ein paar erreichen oder überschreiten 5 cm.

Funktionelle Zysten verschwinden meist nach ein paar Tagen oder Wochen von selbst.

Gutartige Tumoren

Nicht kanzeröse (gutartige) Ovarialtumoren wachsen gewöhnlich langsam und werden nur selten bösartig. Am häufigsten kommen folgende Formen vor:

  • Gutartige zystische Teratome (Dermoidzysten): Diese Tumoren entwickeln sich meist aus allen drei Gewebeschichten im Embryo (sogenannte Keimzellenschichten). Alle Organe entwickeln sich aus diesem Gewebe. Daher können Teratome Gewebe aus anderen Strukturen wie Nerven, Drüsen oder Haut enthalten.

  • Fibrome: Diese Tumoren sind kompakte Massen, die sich aus Bindegewebe zusammensetzen (das Gewebe, das Strukturen zusammenhält). Fibrome wachsen langsam und messen normalerweise weniger als ca. 7 cm im Durchmesser. Sie treten gewöhnlich nur an einer Seite auf.

  • Zystadenome: Diese mit Flüssigkeit gefüllten Zysten entwickeln sich auf der Oberfläche des Eierstocks und enthalten einiges Gewebe aus den in den Eierstöcken befindlichen Drüsen.

Symptome

Die meisten funktionellen Zysten und gutartigen Ovarialtumoren rufen keinerlei Symptome hervor. Gelegentlich kommt es zu Schmerzen im Beckenbereich oder beim Geschlechtsverkehr.

Manche Zysten produzieren Hormone, die den Zyklus beeinflussen. Die Periode kann unregelmäßig oder stärker werden. Zwischen einzelnen Perioden kann es zu Schmierblutungen kommen. Bei Frauen nach der Menopause können Eierstockzysten zu Scheidenblutungen führen.

Wenn Gelbkörperzysten bluten, können sie Schmerzen oder Druckempfindlichkeit im Beckenbereich verursachen.

Gelegentlich treten plötzliche, heftige Unterleibsschmerzen auf, weil sich aufgrund einer großen Zyste oder Masse der Eierstock eindreht (eine Erkrankung, die Adnextorsion genannt wird).

Flüssigkeitsansammlungen im Unterleib (Aszites) können mit Fibromen und Eierstockkrebs einhergehen. Aszites kann ein Gefühl von Druck oder Schwere im Unterleib bewirken.

Diagnose

  • Eine Untersuchung des Beckens

  • Ultraschall

Manchmal werden Zysten oder Tumoren während einer gynäkologischen Routineuntersuchung entdeckt. Manchmal stellt der Arzt nur aufgrund der Symptome eine Verdachtsdiagnose. Häufig werden sie festgestellt, wenn aus einem anderen Grund ein bildgebendes Verfahren (wie z. B. eine Ultraschalluntersuchung) durchgeführt wird.

Wenn die Diagnose bestätigt werden muss, wird eine Ultraschalluntersuchung mit einem Ultraschallgerät vorgenommen, das in die Scheide eingeführt wird (transvaginaler Ultraschall).

Ein Schwangerschaftstest wird vorgenommen, um eine Schwangerschaft auszuschließen, einschließlich einer außerhalb der Gebärmutter gelegenen Schwangerschaft (ektope Schwangerschaft).

Wenn die Bilder darauf schließen lassen, dass die Geschwulst krebsartig sein könnte, wird diese vom Arzt entfernt und mikroskopisch untersucht. Ein Laparoskop, das durch einen kleinen Einschnitt direkt unterhalb des Bauchnabels eingeführt wird, kann zur Untersuchung der Eierstöcke und zur Entfernung der Wucherung eingesetzt werden.

Der Arzt kann zusätzlich Bluttests vornehmen, um nach sogenannten Tumormarkern zu suchen, die bei Vorliegen mancher Krebserkrankungen im Blut vorkommen oder sich vermehren können. Durch diese Untersuchungen lässt sich ein Krebsverdacht bestätigen oder ausräumen.

Behandlung

  • Manchmal operative Eingriffe

Wenn Eierstockzysten weniger als etwa 5 cm Durchmesser haben, verschwinden sie gewöhnlich ohne Behandlung. Ultraschalluntersuchungen werden zur Kontrolle in regelmäßigen Abständen vorgenommen.

Wenn eine Zyste größer als 5 cm ist und nicht wieder verschwindet, muss sie ggf. entfernt werden. Wenn eine Krebserkrankung nicht ausgeschlossen werden kann, wird der Eierstock entfernt. Kanzeröse Zysten werden mitsamt dem befallenen Eierstock und Eileiter entfernt.

Gutartige Tumoren wie Fibrome und Zystadenome müssen ebenfalls behandelt werden.

Zysten oder Tumoren werden nach Möglichkeit mithilfe eines der folgenden Verfahren entfernt:

  • Laparoskopie

  • Laparotomie

Für eine Laparoskopie sind ein oder mehrere kleine Einschnitte am Unterleib nötig. Sie wird in einem Krankenhaus und in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Die Frauen müssen allerdings möglicherweise nicht über Nacht bleiben.

Eine Laparotomie verläuft ähnlich, erfordert aber einen größeren Einschnitt und eine Übernachtung im Krankenhaus.

Welches Verfahren angewandt wird, hängt davon ab, wie groß die Geschwulst ist und ob andere Organe betroffen sind.

Wenn technisch möglich, versucht der Arzt, die Eierstöcke zu erhalten, indem er nur die Zyste entfernt (Zystektomie).

Eine Entfernung des betroffenen Eierstocks (Ovarektomie) wird unter folgenden Umständen erforderlich:

  • Fibrome oder andere solide Tumoren, wenn der Tumor nicht durch eine Zystektomie entfernt werden kann

  • Zystadenome

  • Zystische Teratome, die größer als 10 cm sind

  • Zysten, die nicht operativ vom Eierstock getrennt werden können

  • Die meisten Zysten bei Frauen nach den Wechseljahren und mit einer Größe von mehr als ca. 5 cm

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