Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Vitamin-A-Mangel

Von

Larry E. Johnson

, MD, PhD, University of Arkansas for Medical Sciences

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2020| Inhalt zuletzt geändert Nov 2020
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen

Ein Vitamin-A-Mangel kann durch eine Ernährung mit niedrigem Vitamin-A-Gehalt oder durch eine Resorptionsstörung oder Lebererkrankung entstehen.

  • Ein frühes Symptom dafür ist Nachtblindheit.

  • Im Spätstadium kann sich eine vollständige Blindheit entwickeln.

  • Augen, Haut und andere Gewebe trocknen aus und erleiden Schäden, es entwickeln sich häufiger Infektionen.

  • Die Diagnose stützt sich auf Symptome und Bluttests.

  • Die Einnahme von hoch dosiertem Vitamin A über einige Tage beseitigt den Mangel.

Vitamin A (Retinol) ist für die Funktion lichtempfindlicher Nervenzellen (Fotorezeptoren) in der Netzhaut des Auges (Retina) erforderlich und hilft so, die Nachtsicht zu erhalten. Das Vitamin erhält zudem die Haut und die Schleimhäute der Lunge, des Darms und des Harntrakts gesund und schützt vor Infektionen. Gute Vitamin-A-Quellen sind Lebertran, Leber, Eigelb, Butter, Sahne und angereicherte Milch. (Siehe hierzu auch Vitamine im Überblick.)

Carotinoide wie Betakarotin sind Farbstoffe (Pigmente) in Obst und Gemüse, die diesen ihre gelbe, orange oder rote Farbe verleihen. Einmal verzehrt, werden Carotinoide im Körper langsam in Vitamin A umgewandelt. Carotinoide werden am besten aus gekochten oder homogenisierten Gemüsesorten resorbiert, die mit etwas Fett oder Öl verzehrt werden. Gute Carotinoid-Lieferanten sind dunkelgrüne, gelbe und orangefarbene Gemüsesorten sowie gelbe und orangefarbene Früchte.

Ursachen

Vitamin-A-Mangel wird in der Regel verursacht durch:

  • Eine Ernährung, die für einen langen Zeitraum arm an Vitamin A war

Einen Mangel an Vitamin A findet man häufig in Gegenden der Welt, in denen Menschen zu wenig von folgenden Nahrungsmitteln verzehren:

  • Tier- und Fischleber

  • orangefarbene, gelbe und dunkelgrüne Gemüsesorten sowie gelbe und orangefarbene Obstsorten

  • Eier

  • Angereicherte Milchprodukte

Beispiel: Ein Vitamin-A-Mangel tritt in Süd- und Ostasien auf, wo normaler Reis, der kein Vitamin A enthält, das Hauptnahrungsmittel ist. Goldreis hat höhere Mengen an Betakarotin und kann den Vitamin-A-Mangel senken.

Erkrankungen, die die Fettresorption im Darm stören, können die Aufnahme von fettlöslichem Vitamin A reduzieren und das Risiko für einen Mangel erhöhen. Zu diesen Mangelerscheinungen gehören chronischer Durchfall, Zöliakie, Mukoviszidose, bestimmte Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und ein Verschluss der Gallengänge. Chirurgische Eingriffe im Darm und der Bauchspeicheldrüse können die gleiche Wirkung haben.

Leberkrankheiten können die Speicherung von Vitamin A hemmen. (Das meiste Vitamin A im Körper wird in der Leber gespeichert).

Ein Vitamin-A-Mangel tritt häufig bei Menschen auf, die für längere Zeit einen schweren Protein- und Kalorienmangel (Protein-Energie-Mangelernährung) hatten. Menschen mit dieser Störung nehmen nicht ausreichend Vitamin A zu sich. Die Speicherung und Verarbeitung von Vitamin A ist bei ihnen beeinträchtigt.

Symptome

Ein frühes Anzeichen eines Vitamin-A-Mangels ist Nachtblindheit, die durch eine Netzhauterkrankung verursacht wird. Kurze Zeit später können die Bindehaut (Konjunktiva) und die Hornhaut (Cornea) des Auges austrocknen und dick werden – ein als Xerophthalmie bezeichneter Zustand. Xerophthalmie tritt besonders häufig bei Kindern auf, die unter einem massiven Kalorien- und Eiweißmangel leiden. Damit einher geht eine unzureichende Aufnahme von Vitamin A. Schaumige Ablagerungen (Bitot-Flecken) können auf der Bindehaut entstehen. Die trockene Hornhaut kann sich aufweichen, und es entstehen Geschwüre. Der Mangel kann schließlich zur Erblindung führen. Vitamin-A-Mangel ist in Entwicklungsländern ein häufiger Grund für Blindheit.

Die Haut wird trocken und schuppig, die Schleimhäute der Lunge, des Darms und Harntrakts verdicken und versteifen sich.

Das Immunsystem arbeitet nicht mehr normal, sodass insbesondere bei Säuglingen und Kindern leichter Infektionen entstehen.

Wachstum und Entwicklung von Kindern können sich verzögern. Mehr als die Hälfte der Kinder mit schwerem Vitamin-A-Mangel können sterben.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Bluttests

  • Linderung von Symptomen bei Einnahme von Vitamin-A-Präparaten

Ärzte vermuten Vitamin-A-Mangel aufgrund von Symptomen wie Nachtblindheit.

Die Ärzte messen zuerst den Vitamin-A-Gehalt im Blutzuckerspiegel. Allerdings sinkt der Spiegel erst bei einem schweren Mangel, da der Körper große Mengen Vitamin A speichert.

Falls Probleme mit dem Nachtsehen auftreten, können Augentests wie ein Elektroretinogramm durchgeführt werden, um zu bestimmen, ob die Ursache dafür ein Vitamin-A-Mangel ist.

Zur Unterstützung der Diagnose eines Vitamin-A-Mangels können Ärzte ihren Patienten Vitamin-A-Präparate verabreichen und prüfen, ob die Symptome nachlassen.

Vorbeugung

Um einem Vitamin-A-Mangel vorzubeugen, sollten dunkelgrünes Blattgemüse, gelbe und orangefarbene Früchte (wie Papayas und Orangen), Karrotten und gelbes Gemüse (z. B. verschiedene Kürbissorten) verzehrt werden. Andere Nahrungsquellen umfassen Milch und mit Vitamin A angereicherte Cerealien, Leber, Eier und Lebertran. Die Carotinoide, die Früchten und Gemüsen ihre gelbe, orangefarbene oder rote Farbe verleihen, werden im Körper in Vitamin A umgewandelt und am besten gekocht oder als homogenisiertes Gemüse zusammen mit Fett oder Öl aufgenommen.

In Entwicklungsländern lebende Kinder mit einem Risiko für eine Vitamin-A-Mangelernährung sollten Vitamin-A-Nahrungsmittelzusätze erhalten.

Behandlung

  • Vitamin-A-Nahrungsergänzungsmittel

Bei akutem Vitamin-A-Mangel wird Vitamin A oral über mehrere Tage hochdosiert eingenommen. Dann folgt eine niedrigere Dosierung bis sich die Sehkraft und die Hautprobleme bessern. Säuglinge sollten Vitamin A in hoher Dosierung nicht wiederholt erhalten, da sich daraufhin eine toxische Wirkung zeigen kann.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Testen Sie Ihr Wissen

Parenterale Ernährung
Die totale parenterale Ernährung (TPN) ist die Verabreichung des gesamten Nährstoffbedarfs einer Person über eine Vene. Welche der folgenden Stellen ist die übliche Stelle für diese Vene?

Auch von Interesse

NACH OBEN