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Knochenmarkuntersuchung

Von

David J. Kuter

, MD, DPhil, Harvard Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Rote Blutkörperchen, die meisten weiße Blutkörperchen und Blutplättchen werden im Knochenmark, dem weichen Fettgewebe in den Knochenhöhlen, gebildet. Manchmal muss eine Knochenmarksprobe untersucht werden, um den Grund für die auffälligen Blutkörperchen oder die zu geringe oder zu hohe Anzahl einer bestimmten Blutkörperchenart zu bestimmen. Es können zwei verschiedene Arten von Knochenmarkproben entnommen werden:

  • Knochenmarkaspiration: Dabei wird eine Nadel in das Knochenmark eingeführt und Flüssigkeit und Zellen werden herausgesaugt (der Vorgang wird als Aspiration bezeichnet).

  • Knochenmarkbiopsie: Dabei wird mit einer Hohlnadel (einer Nadel mit einem größeren Durchmesser) ein intaktes Knochenmarkstück entnommen.

Das als Knochenmarkaspirat bezeichnete gewonnene Material zeigt, welche Zellen (normal und auffällig) im Knochenmark vorliegen, und die Probe liefert Informationen über die Größe, das Volumen sowie andere Merkmale. Spezielle Tests wie Bakterien-, Pilz- oder Viruskulturen, aber auch die Bestimmung von Chromosomen sowie die Analyse von Zelloberflächenproteinen können mit dieser Probe durchgeführt werden.

Bei der Kernbiopsie wird ein ganzes Stück des Knochenmarks entfernt. Die entnommene Probe zeigt nicht nur, welche Zellen vorliegen, sondern auch, wie voll das Knochenmark an diesen Zellen ist und wo sich die Zellen im Knochenmark befinden.

Entnahme von Knochenmark

Knochenmarkproben werden gewöhnlich aus dem Beckenkamm entnommen. Der Patient liegt auf der Seite, das Gesicht vom Arzt abgewandt, ein Knie angewinkelt über dem anderen Bein. Nachdem die Haut desinfiziert und der Bereich über dem Knochen örtlich betäubt wurde, führt der Arzt eine Nadel in den Knochen ein und entnimmt das Mark.

Entnahme von Knochenmark

Theoretisch würde die abgesaugte Probe genügend Informationen enthalten, um eine Diagnose zu stellen, in der Praxis zerstört aber das Aufziehen in die Spritze häufig das empfindliche Knochenmark. So ist der wirkliche Zustand der Zellen oft nur sehr schwer zu bestimmen.

Der Arzt entnimmt auch eine Gewebeprobe, wenn er die anatomischen Verhältnisse der Zellen und die Struktur der Gewebe genau bestimmen will. Ein kleiner Kern intakten Knochenmarks wird mit einer speziellen Knochenmarksbiopsienadel entnommen und für die mikroskopische Untersuchung in kleine Abschnitte geschnitten.

Beide Probenarten werden für gewöhnlich aus dem Hüftknochen (Beckenkamm) entnommen. Oft geschieht dies während eines einzigen Eingriffs. Am Brustbein (Sternum) werden nur selten Proben mit der Absaugmethode entnommen. Bei jüngeren Kindern werden die Proben gelegentlich aus dem Schienbein gewonnen.

Bei der Entnahme einer Probe aus dem Knochenmark wird die Haut über dem Knochen zuerst gereinigt, desinfiziert und betäubt. Der Eingriff verursacht im Allgemeinen mäßige Schmerzen und ein wenig Unwohlsein. Es dauert ein paar Minuten und führt zu keinem bleibenden Knochenschaden.

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