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Diabetische Retinopathie

Von

Sonia Mehta

, MD, Vitreoretinal Diseases and Surgery Service, Wills Eye Hospital, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Quellen zum Thema

Diabetische Retinopathie ist eine Schädigung der Netzhaut (der durchsichtigen, lichtempfindlichen Struktur im hinteren Teil des Auges) im Ergebnis zu Diabetes.

  • Aus den Blutgefäßen der Netzhaut können Blut und Flüssigkeit austreten.

  • Es können sich neue Blutgefäße entwickeln, die manchmal Blutungen, Narbenbildung oder eine Ablösung der Netzhaut verursachen.

  • Die Diagnose stützt sich auf eine Untersuchung des Auges, nachdem die Pupille mit Augentropfen erweitert wurde.

  • Die Kontrolle des Blutzuckerspiegels und des Blutdrucks ist wichtig für Patienten mit diabetischer Retinopathie oder für diejenigen, bei denen das Risiko für die Entwicklung einer solchen besteht.

  • Laserbehandlungen und Injektionen in das Auge können in der Regel das Austreten von Blut und Flüssigkeit aus den Blutgefäßen verringern, was weiteren Schaden verhindert oder verzögert.

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten Ursachen für Blindheit in den Vereinigten Staaten und anderen entwickelten Ländern, vor allem bei Erwachsenen im arbeitsfähigen Alter. Nach mehreren Jahren erfolgen bei fast allen Patienten mit Diabetes einige Veränderungen in der Netzhaut, unabhängig davon, ob sie mit Insulin therapiert werden. Patienten, die zudem unter Bluthochdruck leiden, haben ein viel höheres Risiko, eine diabetische Retinopathie zu entwickeln, da beide Erkrankungen dazu neigen, die Netzhaut zu schädigen. Eine Schwangerschaft kann eine diabetische Retinopathie verschlimmern.

Durch einen über lange Zeit zu hohen Blutzuckerspiegel (Glukose) werden die Wände der kleinen Blutgefäße, einschließlich derer in der Netzhaut schwächer und dadurch empfindlicher für Schäden. Beschädigte Netzhautgefäße sondern Blut und Flüssigkeit in die Netzhaut ab.

Das Ausmaß der Retinopathie und des Verlustes der Sehfähigkeit hängt vor allem mit Folgendem zusammen:

  • Wie gut der Blutzuckerspiegel kontrolliert wird

  • Wie gut der Bluthochdruck kontrolliert wird

  • Wie lange der Patient bereits unter Diabetes leidet

Im Allgemeinen tritt eine Retinopathie 5 Jahre nach der Entwicklung von Diabetes Typ 1 auf. Da eine Diagnose von Diabetes Typ 2 möglicherweise erst Jahre nach seinem Entstehen erfolgt, kann eine Retinopathie bereits vorhanden sein, wenn Diabetes Typ 2 bei Patienten festgestellt wird.

Symptome

Diabetes mellitus kann am Auge zwei Arten von Veränderungen hervorrufen.

  • Nichtproliferative diabetische Retinopathie: Tritt zuerst auf

  • Proliferative diabetische Retinopathie: Entwickelt sich nach einer nichtproliferativen diabetischen Retinopathie und ist schwerwiegender

Nicht-proliferative diabetische Retinopathie

Bei einer nicht-proliferativen diabetischen Retinopathie sondern kleine Blutgefäße in der Netzhaut Flüssigkeit oder Blut ab und können kleine Wölbungen entwickeln. Bereiche der Netzhaut, die von diesem Auslaufen betroffen sind, können anschwellen und Schäden in Teilen des Gesichtsfeldes verursachen.

Zunächst kann die Wirkung auf das Sehvermögen minimal sein. Mit der Zeit kann die Sicht jedoch stärker betroffen sein. Blinde Flecken können auftreten, die die Betroffenen allerdings häufig nicht selbst wahrnehmen, sondern die erst bei Tests entdeckt werden. Tritt Flüssigkeit in der Nähe der Makula auf, dem zentralen Bereich der Netzhaut, die eine hohe Dichte an lichtempfindlichen Zellen enthält, kann das zentrale Sehen verschwommen sein. Ein Anschwellen der Makula (Makulaödem) aufgrund eines Auslaufens von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen kann mit der Zeit zu einem schweren Verlust des Sehvermögens führen. Selbst bei einer fortgeschrittenen Retinopathie muss jedoch nicht unbedingt ein Verlust des Sehvermögens auftreten.

Proliferative diabetische Retinopathie

Bei der proliferativen diabetischen Retinopathie wird durch den Netzhautschaden die Bildung neuer Blutgefäße angeregt. Die neuen Blutgefäße wachsen abnormal und führen in manchen Fällen zu Blutungen (Hämorrhagie) oder Narbenbildungen. Eine ausgedehnte Narbenbildung kann zu einer Ablösung der Netzhaut führen. Eine proliferative diabetische Retinopathie führt zu einem größeren Verlust des Sehvermögens als eine nicht-proliferative diabetische Retinopathie. Dies kann aufgrund einer umfangreichen Blutung in den Glaskörper (die gallertartige Substanz, die den hinteren Teil des Augapfels einnimmt) eine vollständige oder teilweise Erblindung zur Folge haben oder zu einer Art der Netzhautablösung führen, die als Traktionsamotio bezeichnet wird. Die Entstehung neuer Blutgefäße kann auch zu einer schmerzhaften Form des Glaukoms (dem neovaskulären Glaukom) führen. Ein Makulaödem kann zu einem bedeutenden Verlust des Sehvermögens führen.

Die Symptome einer proliferativen diabetischen Retinopathie können verschwommenes Sehen, Mouches volantes (schwarze Punkte) oder blitzende Lichter im Gesichtsfeld sowie einen plötzlichen, schweren und schmerzlosen Verlust des Sehvermögens umfassen.

Diagnose

  • Untersuchung des Auges durch den Arzt

  • Fluoreszenzangiographie

  • Farbfotographien und optische Kohärenztomographie

Der Arzt diagnostiziert eine proliferative diabetische Retinopathie durch eine Untersuchung der Netzhaut mit einem Ophthalmoskop. Der Arzt führt eine Fluoreszenzangiographie durch, um undichte Stellen sowie Bereiche mit schlechter Durchblutung und abnormalen Neubildungen von Blutgefäßen zu lokalisieren, um den Umfang der Retinopathie zu bestimmen, einen Behandlungsplan zu erstellen und die Ergebnisse der Behandlung zu überwachen. Der Arzt macht im Verlauf der Fluoreszenzangiographie Farbfotos der Netzhaut.

Eine optische Kohärenztomographie (eine bildgebende Untersuchung) kann bei der Einschätzung des Schweregrades eines Makulaödems helfen und feststellen, wie gut der Patient auf die Behandlung anspricht.

Vorbeugung

Einer diabetische Retinopathie lässt sich am ehesten vorbeugen, indem der Blutzuckerspiegel und Blutdruck möglichst im Normalbereich gehalten wird. Diabetiker sollten jährlich ihre Augen untersuchen lassen. Im Verlauf der Untersuchung wird die Pupille mit Augentropfen erweitert, sodass eine Retinopathie entdeckt und eine mögliche Behandlung frühzeitig begonnen werden kann. Schwangere Frauen mit Diabetes sollten eine solche Augenuntersuchung etwa alle 3 Monate durchführen lassen.

Behandlung

  • Maßnahmen zur Einstellung des Blutzuckers und des Blutdrucks

  • Bei Makulaödem: Injektion von Medikamenten ins Auge

  • Laser-Photokoagulation

  • Gelegentlich Vitrektomie

Die Behandlung der diabetischen Retinopathie zielt auf eine Kontrolle des Blutzuckerspiegels und Blutdrucks ab.

Patienten mit Makulaödem erhalten Injektionen mit bestimmten Medikamenten (z. B. Ranibizumab, Bevacizumab oder Aflibercept, die als Anti-VEGF-Medikamente bezeichnet werden) in die Augen. Es können auch Implantate mit Kortikosteroiden ins Auge injiziert werden, die langsam konstante Mengen des Kortikosteroids in das Auge freisetzen. Implantate, die das Kortikosteroid Dexamethason enthalten, sind für Menschen mit persistierendem Makulaödem nützlich. Für Betroffene mit einem durch Diabetes verursachten Makulaödem sind in bestimmten Ländern Implantate mit dem Kortikosteroid Fluocinolon erhältlich. Die Behandlung eines Makulaödems kann zu einer Verbesserung der Sehkraft führen.

Andere Behandlungen umfassen die Laser-Photokoagulation, bei der ein Laserstrahl auf die Netzhaut im Auge gerichtet wird, um das Wachstum der abnormalen neuen Blutgefäße zu verzögern und das Auslaufen zu reduzieren. Die Laser-Photokoagulation muss möglicherweise wiederholt werden. Wenn die Blutung aus geschädigten Blutgefäßen umfangreich war, kann ein Verfahren erforderlich werden, das als Vitrektomie bezeichnet wird. Im Verlauf dieses Verfahrens wird das Blut aus der Höhle entfernt, in der sich der Glaskörper befindet. Nach einer Vitrektomie zur Behandlung einer Glaskörperblutung, einer Netzhautablösung durch Narbenzug des Glaskörpers (Traktionsamotio) oder eines Makulaödems verbessert sich die Sehfähigkeit häufig. Eine Laserbehandlung verbessert das Sehvermögen nur selten, doch verhindert sie häufig eine weitere Verschlechterung.

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