Mandibuläre Kondylushyperplasie

VonGary D. Klasser, DMD, Louisiana State University School of Dentistry
Reviewed ByDavid F. Murchison, DDS, MMS, The University of Texas at Dallas
Überprüft/überarbeitet Geändert Aug. 2025
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Die mandibuläre Kondylushyperplasie ist eine Erkrankung unbekannter Ätiologie, die durch anhaltendes oder beschleunigtes Wachstum des Kondylus gekennzeichnet ist, wenn das Wachstum verlangsamt oder beendet sein sollte (typischerweise in der späten Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter). Ohne Behandlung stoppt das Wachstum schließlich.

(Siehe auch Überblick über temporomandibuläre Dysfunktionen.)

Eine langsam fortschreitende einseitige Vergrößerung von Kopf und Hals des Kondylus führt zu Kreuzbiss (Malokklusion), Gesichtsasymmetrie und einer Verschiebung des Kinnmittelpunkts zur nicht betroffenen Seite und ist in der Regel asymptomatisch, abgesehen vom äußeren Erscheinungsbild. Der Patient kann ein prognathisches Aussehen haben. Der Unterrand des Unterkiefers ist auf der betroffenen Seite häufig konvex. Chondrome und Osteochondrome können ähnliche Symptome und Anzeichen hervorrufen, doch sie wachsen schneller und können zu einer noch stärkeren asymmetrischen Vergrößerung des Kondylus führen.

Diagnose dermandibulären Kondylushyperplasie

  • Bildgebung (Panorama-Röntgenaufnahmen, Kegelstrahl-Computertomographie oder konventionelle Computertomographie) zur Feststellung einer Kondylenvergrößerung und Veränderungen des Unterkiefers

  • Manchmal Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) oder SPECT-CT mit Technetium-99m-markierten Diphosphonaten zur Beurteilung des aktiven Wachstums

Die Diagnose beginnt mit einer körperlichen Untersuchung, wobei der Schwerpunkt auf fortschreitender Gesichtsasymmetrie, Fehlstellungen der Zähne und Abweichungen des Kinns oder der Zahnmittellinie liegt.

Auf bildgebenden Untersuchungen zur Beurteilung der Morphologie können Röntgenaufnahmen des Kiefergelenks normal aussehen oder der Kondylus proportional vergrößert und der Kieferhals verlängert erscheinen. Eine Kegelstrahl-CT wird üblicherweise durchgeführt, um festzustellen, ob das Knochenwachstum generalisiert ist (was die Diagnose bestätigt) oder auf einen bestimmten Teil des Kondylus beschränkt ist. Wenn das Wachstum lokalisiert auftritt, kann eine Biopsie zur Unterscheidung zwischen Tumor und Hyperplasie erforderlich sein.

Um festzustellen, ob das Kondylenwachstum aktiv ist, kann eine SPECT- oder SPECT-CT-Untersuchung mit Technetium-99m-markierten Diphosphonaten durchgeführt werden (1). Alternativ kann eine serielle klinische und radiologische Nachuntersuchung durchgeführt werden, um das fortdauernde Wachstum des Kondylus zu bestätigen.

Diagnosehinweis

  1. 1. Beltran J, Zaror C, Moya MP, et al. Diagnosis and Treatment in Unilateral Condylar Hyperplasia. J Clin Med. 2023;12(3):1017. Published 2023 Jan 28. doi:10.3390/jcm12031017

Behandlung dermandibulären Kondylushyperplasie

  • Während des aktiven Wachstums, üblicherweise eine Kondylektomie

  • Nach Beendigung des Wachstums, kieferorthopädische Behandlung gefolgt von der chirurgischen Neupositionierung des Unterkiefers

Die Behandlung umfasst normalerweise eine Kondylektomie während der Phase des aktiven Wachstums. Wenn das Wachstum aufgehört hat, sind eine kieferorthopädische Behandlung und chirurgische Repositionierung des Unterkiefers indiziert. Wenn die Höhe des Unterkieferkörpers stark vergrößert ist, kann die Gesichtssymmetrie durch eine Reduktion des unteren Randes des Unterkiefers verbessert werden.

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