Als Bruxismus bezeichnet man das Aufeinanderpressen von oder Knirschen mit den Zähnen.
Bruxismus ist ein rhythmisches motorisches Verhalten, das während des Schlafs (Schlafbruxismus) und im Wachzustand (Wachbruxismus) auftreten kann (1). Obwohl Bruxismus nicht immer schmerzhafte Symptome verursacht, führt er bei einigen Menschen zu Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und/oder Kieferschmerzen. Schlimmstes und ausgiebiges Pressen und Knirschen findet überwiegend während des Schlafens statt. Manche Menschen bemerken ihren Bruxismus gar nicht, aber Familienmitglieder könnten ihn bemerken.
Bruxismus gilt als eine multifaktorielle Erkrankung. Zu den Risiken bzw. begünstigenden Faktoren für Bruxismus zählen Schlafstörungen, psychosoziale Faktoren (z. B. Stress oder Angst) sowie Lebensstilfaktoren (z. B. Alkoholkonsum) (2, 3).
Bruxismus kann den Zahnschmelz und das Dentin der Zahnkronen abschleifen und schließlich abnutzen, Metall- oder Keramikkronen beschädigen und Zähne locker werden lassen. Bruxismus kann auch ein myofasziales Schmerzsyndrom des Kiefergelenks verursachen, das nicht nur Schmerzen in der Kaumuskulatur, sondern auch an anderen Stellen des Körpers hervorrufen kann, am häufigsten in den Muskeln von Nacken, Schultern und Rücken.
Die Behandlung zielt darauf ab, dass der Patient bewusst versucht, den Bruxismus im Wachzustand zu reduzieren (4). Zum Schlafen können Protrusionsschienen aus Kunststoff ("night guards", Aufbissschienen) verwendet werden, die zwischen den Zahnreihen liegen und okklusale Kontakte verhindern. Wenn die Symptome schwerwiegend sind, kann ein Schutz auch während des Tages verwendet werden. In der Regel werden solche Hilfsmittel individuell gefertigt und von Zahnärzten angepasst. Wenn das einzige Problem die Zahnabnutzung ist, sind durch Erhitzen verformbare Hilfsmittel, die zu Hause angepasst werden, in Apotheken rezeptfrei erhältlich, aber zuerst sollte eine zahnärztliche Beurteilung erfolgen, um die Schwere der Abnutzung zu beurteilen und festzustellen, ob ein frei erhältliches Apothekenprodukt ausreichend ist. Leichte Anxiolytika, insbesondere Benzodiazepine, können hilfreich sein solange bis ein Schutz für die Nacht ("night guards", Aufbissschienen) zur Verfügung steht, sollten aber nicht über längere Zeiträume verwendet werden.
Hinweise
1. Lobbezoo F, Ahlberg J, Raphael KG, et al. International consensus on the assessment of bruxism: Report of a work in progress. J Oral Rehabil. 2018;45(11):837-844. doi:10.1111/joor.12663
2. Beddis H, Pemberton M, Davies S. Sleep bruxism: an overview for clinicians. Br Dent J. 2018;225(6):497-501. doi:10.1038/sj.bdj.2018.757
3. Goldstein G, DeSantis L, Goodacre C. Bruxism. Best Evidence Consensus Statement. J Prosthodont. 2021 Apr;30(S1):91-101. doi: 10.1111/jopr.13308. PMID: 33331675.
4. Guaita M, Högl B. Current treatments of bruxism. Curr Treat Options Neurol. 18(2):10, 2016. doi: 10.1007/s11940-016-0396-3



