Fingerschienen sind Vorrichtungen, die einen verletzten Finger ruhigstellen und stabil halten.
Indikationen
Distale Phalanxfraktur (1)
Verletzungen der Fingersehnen (z. B. Verletzungen der dorsalen Strecksehnen [Hammerfinger oder Knopflochdeformität] oder Verletzungen der volaren Beugesehnen [Ausriss der Beugesehne des Musculus flexor digitorum profundus])
Luxationen des distalen Interphalangealgelenks (DIP) oder des proximalen Interphalangealgelenks (PIP)
Instabile Verstauchungen/Luxationen von Fingern, die nicht angemessen mit Buddy-Taping immobilisiert werden können
Gegenanzeigen
Absolute Kontraindikationen
Offene Fraktur: Eine provisorische Fingerschiene kann zur Stabilisierung einer offenen Fraktur eingesetzt werden, bis ein operativer Eingriff erfolgt.
Relative Kontraindikationen
Keine
Komplikationen
Beeinträchtigung der Durchblutung (z. B. durch zu festes Taping)
Steifheit (z. B. verursacht durch Ruhigstellung nicht betroffener Gelenke)
Ausrüstung
Schiene aus verformbarem Aluminium mit Schaumstoffbeschichtung
Klebeband 1,25 cm
Stabile Schere zum Zuschneiden der Schiene
Es gibt eine Vielzahl von im Handel erhältlichen Schienen für bestimmte Verletzungen (z. B. froschförmige, gekrümmte Finger). Derartige vorgefertigte Schienen können gewöhnlich nur die Interphalangealgelenke ruhigstellen; sie besitzen häufig Laschen, die umgebogen werden, um die Schiene zu fixieren. Fingerschienen, die auch das MCP-Gelenk (Metakarpophalangealgelenk) immobilisieren müssen, werden in der Regel aus einem flachen, geraden Aluminiumschaumstreifen hergestellt, den der Anwender auf die entsprechenden Maße und Winkel zuschneidet und biegt.
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Weitere Überlegungen
Luxationen und Winkelfrakturen sollten vor der Schienung reponiert werden.
Erwägen Sie vor dem Anlegen der Schiene die Durchführung einer digitalen Nervenblockade mit einem Lokalanästhetikum, falls eine Manipulation erforderlich ist.
Häufig wird, um die Steifigkeit zu minimieren, nur das betroffene Interphalangealgelenk immobilisiert, sodass das nicht betroffene Gelenk freie Beweglichkeit hat (z. B. Mallet-Finger).
Einige Fingerverletzungen (z. B. abgewinkelte oder instabile Frakturen der proximalen Phalanx) erfordern eine Ruhigstellung des Mittelhandknochens und des Handgelenks mit einer Rinnenschienung.
Gelenkstellung
Der Patient sollte so gelagert werden, dass der Bediener einen angemessenen Zugang zum betroffenen Finger des Patienten hat.
Die endgültige Positionierung des Gelenks und die Wahl der Technik zur Ruhigstellung des Gelenks hängen von der Art der Verletzung ab. Nachfolgend sind die Schienungspositionen für einige spezifische Verletzungen aufgeführt.
Fraktur der Endphalanx (auch Nagelkranzfraktur genannt): DIP-Gelenk in voller Streckung
Verletzung der dorsalen Strecksehne (z. B. Hammerfinger), die sich in der Regel durch die Unfähigkeit des Patienten äußert, das Endglied im DIP-Gelenk zu strecken: Schienen Sie nur das DIP-Gelenk in Hyperextension.
Verletzung der volaren Beugesehne (z. B. Jersey-Finger), die sich durch die Unfähigkeit äußert, die Endphalanx im DIP-Gelenk zu beugen: Schienen Sie das distale und proximale Interphalangealgelenk (DIP bzw. PIP) in leichter Beugung (z. B. 15 bis 30°)
MCP-Luxation: MCP-Gelenk bei etwa 50°-Flexion
Frakturen der Mittelphalanx werden basierend auf der Lokalisation (Kopf, Hals, Schaft, Basis) und der Deformität klassifiziert.
Schritt-für-Schritt-Beschreibung der Verfahren
Wählen Sie eine Schiene mit der passenden Länge aus (oder fertigen Sie sie an).
Bei Vollfingerschienen wird dorsal vom MCP-Gelenk bis zur Fingerspitze gemessen.
Bei Schienen, die auch das MCP-Gelenk umfassen, schneiden Sie eine Länge ab, die von der Fingerspitze bis zur Basis des Mittelhandknochens reicht.
Wenn das Kürzen der Schiene scharfe Kanten hinterlässt, sollten diese mit Pflasterband umwickelt werden, um Verletzungen zu vermeiden.
Formen Sie die Schiene, um den Finger in der richtigen Position zu fixieren.
Legen Sie die Schiene auf die dorsale Oberfläche des Fingers.
Befestigen Sie die Schiene am Finger mit Klebeband um jedes Fingerglied, um das Zielgelenk bzw. die Zielgelenke zu immobilisieren (z. B. für die PIP-Immobilisierung Klebeband um die proximalen und mittleren Phalangen anlegen).
Nachsorge
Ein angemessenes Follow-up sollte arrangiert oder empfohlen werden.
Bitten Sie den Patienten, die Schiene trocken zu halten, um eine Mazeration der Haut zu verhindern.
Raten Sie Patienten mit einer Strecksehnenverletzung, den Finger beim Schienenwechsel in Extension zu halten, da die Heilung bei jeder Flexion gestört wird und die Genesung verlängern kann.
Weisen Sie den Patienten an, weitere Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn die Schmerzen zu Hause nicht mit oralen Medikamenten kontrolliert werden können.
Warnungen und häufige Fehler
Bei Verletzungen der distalen Phalanx ist die Schiene über das Fingerende hinaus zu verlängern, damit die Fingerspitze geschützt ist.
Berücksichtigen Sie die tatsächliche Länge der Phalangen des Patienten, wenn Sie die Biegungen in der Schiene formen.
Immobilisieren Sie nur die Gelenke, die für die jeweilige Verletzung notwendig sind. Eine vollständige Immobilisierung des Fingers ist nicht bei allen Fingerverletzungen angezeigt und kann zu Gelenksteifigkeit führen.
Da die Bewegung der Finger durch ein komplexes System von Beuge- und Strecksehnen erleichtert wird, ist eine sorgfältige und manchmal detaillierte Untersuchung entscheidend, um den geeigneten Schienentyp zu ermitteln.
Tipps und Tricks
Nach dem Zuschneiden und Biegen einer geraden Aluminium-Schaumstoffschiene müssen die Ecken abgerundet und geglättet werden, damit sie nicht einschneiden. Umwickeln Sie die Schnittkante mit Gewebeband, um Verletzungen durch die scharfen Kanten zu vermeiden.
Froschschienen werden auf der volaren Oberfläche des Fingers angebracht.
U-förmige Aluminiumschienen sind bei Frakturen der distalen Phalanx nützlich, da sie die Fingerkuppe zusätzlich schützen.
Das Buddy-Taping (Zusammenkleben von 2 Fingern) ist ein weiteres Mittel zur Ruhigstellung kleinerer Fingerverstauchungen.



