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Harnleitertrauma

Von

Noel A. Armenakas

, MD, Weill Cornell Medical School

Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Die meisten Harnleiterverletzungen treten während einer Operation auf. Zu den Verfahren, die den Harnleiter am häufigsten verletzen, gehören die Ureteroskopie, die Hysterektomie, die Resektion des unteren anterioren Kolons und die Reparatur eines offenen abdominalen Aneurysmas. Zu den Mechanismen gehören Ligatur, Transektion, Avulsion, Quetschung, Devaskularisierung, Knickung und Elektrokoagulation.

Nichtiatrogene Ureterverletzungen machen nur etwa 1–3% der Urogenitaltraumen aus. In der Regel sind sie Folgen von Schusswunden und in seltenen Fällen von Stichwunden. Bei Kindern sind Ausrissverletzungen häufiger und treten am Nierenbeckenabgang auf. Zu den Komplikationen zählen, peritoneale oder extraperitoneale Extravasation, perinephritischer Abszess, Fistelbildung (z. B. ureterovaginal, ureterokutan) sowie Harnröhrenstriktur, Obstruktion oder beides.

Diagnose

  • Bildgebung, explorative Chirurgie oder beides

Der Verdacht besteht bei entsprechender Anamnese, die Diagnostik erfordert eine große Sorgfalt, weil die Symptome unspezifisch sind und eine Hämaturie bei > 30% der Patienten fehlt. Die Diagnose wird durch bildgebende Verfahren (z. B. CT mit Kontrastmittel, zudem versetzte Aufnahmen, retrogarde Pyelographie gehören), explorative Chirurgie oder beides gestellt. Fieber, Flankenempfindlichkeit, längerer Ileus, Harninkontinenz, Verstopfung und Sepsis sind die häufigsten Anzeichen einer verzögerten, sonst okkulten Verletzungen. Die Diagnose einer intraoperativen Verletzung kann durch die intravenöse Injektion eines Farbstoffs (z. B. Indigokarmin, Methylenblau) unterstützt werden.

Behandlung

  • Bei kleineren Verletzungen: perkutaner Nephrostomiekatheter oder Ureter-Stent

  • Bei größeren Verletzungen: chirurgische Reparatur

Alle Harnleiterverletzungen erfordern einen Eingriff. Eine ableitende perkutane Nephrostomie oder die Platzierung eines Ureterstents (retrograd oder antegrad) ist bei kleineren Verletzungen (z. B. Kontusionen oder Teilrisse) oft ausreichend. Ein kompletter Einriss oder Abriss erfordert in der Regel rekonstruktive Maßnahmen, wozu die Ureterreimplantation, die primäre Ureteranastomose, der anteriore (Boari) Blasenlappen, die Ileuminterposition und als letzte Möglichkeit die Autotransplantation gehören.

Wichtige Punkte

  • Die meisten Harnleiterverletzungen treten während einer Operation auf.

  • Behalten Sie einen hohen Verdachtsindex bei, da die Befunde unspezifisch sind und eine Hämaturie in der Regel nicht vorliegt.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

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