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Vorsorgeverfügungen

Von

Charles Sabatino

, JD, American Bar Association

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Vorsorgeverfügungen sind juristische Dokumente, die eine Person, die im Vollbesitz ihrer Kräfte ist, für den Fall aufstellt, dass sie dazu nicht mehr in der Lage sein wird. In den USA werden diese Dokumente "advance directives" genannt. Diese Dokumente befassen sich in der Regel mit Entscheidungen zur Pflege am Lebensende. Da die mitfühlende und effektive Kommunikation über solche Entscheidungen am Lebensende mit Patienten besondere Fähigkeiten erfordert, ist ein Training empfehlenswert.

Es gibt hauptsächlich zwei Formen von erweiterten Direktiven:

  • Patientenverfügung: dokumentiert den Patientenwillen in Bezug auf die medizinische Versorgung kurz vor dem Tod

  • Vorsorgevollmacht: Bezeichnet einen Bevollmächtigten, der im Notfall die medizinischen Entscheidungen treffen soll

Jeder Staat in den USA erkennt diese Dokumente an und fördert ihre Verwendung als ein einfaches rechtliches Instrument, mit denen Menschen ihre Wünsche zum Ausdruck bringen können, die respektiert werden müssen. Allerdings sind formale Patientenverfügungen nicht das einzige Mittel, solche Wünsche auszudrücken. Sowohl die Gesetzgebung als auch die verfassungsrechtlichen Grundsätze legen Wert darauf, dass jede direkte und authentische Willenskundgebung des Patienten ernst genommen werden muss, im Rahmen der allgemein akzeptierten medizinischen Standards.

Eine Voranweisung kann nicht abgeschlossen werden, nachdem ein Patient schon zu verwirrt ist, Art und Wirkung einer Voranweisung zu verstehen oder seine Wünsche mitzuteilen; und in den meisten Staaten wird die Richtlinie erst wirksam, wenn er nicht in der Lage ist, Entscheidungen im Gesundheitswesen zu treffen. Wurde keine Voranweisung erstellt, ist für Entscheidungen im Gesundheitswesen eine nach Landesrecht anerkannte oder von einem Gericht bestellter autorisierter Bevollmächtigter erforderlich

Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung ist ein bestimmtes Dokument, das die Präferenzen einer Person für die Gesundheitsversorgung am Ende des Lebens festhält. In den USA wird das Dokument "living will" genannt, in einigen Bundesstaaten der USA aber "medical directive to doctors" oder "declaration". Die Bundesgesetze variierern erheblich, was den Umfang und die Anwendung dieser Dokumente angeht.

Eine Patientenverfügung ermöglicht es den Menschen, ihre Präferenzen für den Umfang und die Art der Gesundheitsversorgung zu äußern, diese Präferenzen können von einer Ablehnung jeglicher Behandlung bis hin zur maximalen Behandlung reichen. Je detaillierter diese Präferenzen ausgedrückt werden, desto einfacher ist es für die Ärzte, die gewünschte Behandlung zu ermitteln. Allerdings sind Patientenverfügungen, die sehr lange vor dem Beginn einer Rechtsunfähigkeit verfasst wurden, selten sehr hilfreich, unter anderem weil viele Menschen ihre Präferenzen im Laufe eines Lebens ändern. Ein Patientenverfügung kann Ärzte auch nicht dazu zwingen, eine Behandlung zu beginnen, die medizinisch oder ethisch nicht gerechtfertigt ist.

Um rechtlich gültig zu sein, muss eine Patientenverfügung mit der Gesetzgebung übereinstimmen. Einige Staaten verlangen, dass Patientenverfügungen in einer recht standardisierten Weise verfasst werden. Andere sind flexibler und erlauben jede Form, solange das Dokument entsprechend signiert und bezeugt wurde. In den meisten Staaten kann ein Arzt, der an der Patientenversorgung beteiligt ist, nicht als Zeuge fungieren. Ein Dokument, das die gesetzlichen Anforderungen für Patientenverfügungen nicht erfült, kann trotzdem als Hinweis auf die Wünsche des Patienten angesehen werden, wenn es sich als authentisch erweist.

Patientenverfügungen treten in Kraft, wenn Menschen nicht mehr in der Lage sind, eigene Entscheidungen über die medizinische Versorgung treffen können oder sich in einer bestimmten Lage befinden, z. B. in einem permanent vegetativen Zustand oder im definitiven Endstadium einer chronischen Erkrankung. Oft verlangt die Gesetzgebung ein Verfahren zur Bestätigung und Dokumentation des Verlusts der Entscheidungsfähigkeit und des medizinischen Zustands.

Vorsorgevollmacht

In diesem Dokument benennt eine Person (der Vertretene) eine andere Person (den Stellvertreter, den Vormund), der Entscheidungen über die medizinische Versorgung, und nur für diese treffen soll. In den meisten Staaten werden diese Dokumente rechtlich wirksam, wenn der Vertretene die wichtigsten klinischen Kapazitäten zur Entscheidung über die medizinische Versorgung verliert. Einige Staaten erkennen soforteffektive dauerhafte Vollmachten für die Gesundheitsversorgung an, was in der Theorie bedeutet, dass der Agent sofort Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung treffen kann; aber in der Praxis kann der Auftraggeber direkt alles außer Kraft setzen, was der Agent tut, solange der Auftraggeber die Fähigkeit behält Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung zu treffen. So ist die Differenz vernachlässigbar. Wie die Patientenverfügung kann die Vorsorgevollmacht in den verschiedenen Staaten auf verschiedene Art bezeichnet werden.

Personen, die sowohl eine Patientenverfügung aufgesetzt, als auch eine Vorsorgevollmacht erteilt haben, sollten schriftlich festsetzen, welches der Dokumente gelten soll, wenn es zum Ernstfall kommt. Die bessere Option ist, die beiden Dokumente in der Vollmacht zu kombinieren. Der stärkste Grund für die Vollmacht besteht für das Gesundheitswesen darin, dass sie einem bestimmten Entscheider ermöglicht auf hier-und-jetzt Umstände und Möglichkeiten zu reagieren, und nicht Richtlinien über hypothetische künftige medizinische Umstände aufgestellt werden müssen, die nicht in der Patientenverfügung angesprochen werden. Der Agent besitzt in der Regel die gleiche Autorität wie sie der Auftraggeber hätte, wenn dieser nicht unfähig wäre, die medizinischen Fakten und Prognose zu verstehen, medizinische Alternativen zu diskutieren und Entscheidungen über Verletzung oder Krankheit zu treffen. In den meisten Staaten kann ein Arzt, der den Patienten betreut, nicht als Bevollmächtigter fungieren. Die Vorsorgevollmacht kann eine Patientenverfügung oder bestimmte andere niedergelegte Wünsche einschließen, sollte aber idealerweise nur als Richtlinie für das Handeln des Bevollmächtigten gedacht sein, nicht als verbindliche Anweisung.

Die Vorsorgevollmacht benennt in der Regel einen zweiten Stellvertreter oder Nachfolger, falls die erstgenannte Person nicht in der Lage oder nicht willens ist, als Stellvertreter zu dienen. Zwei oder mehr Personen können benannt werden, um gemeinsam oder separat die Aufgabe wahrzunehmen, obwohl dies auch problematisch sein kann. Eine gemeinsam ausgeübte Vollmacht verlangt, dass alle Bevollmächtigten übereinstimmen und einvernehmlich handeln. Bei dieser Vereinbarung kann jede Uneinigkeit zu einer Pattsituation führen und kann nur vor dem Gericht geklärt werden. Eine gesondert vergebene Vollmacht kann praktikabler sein, weil es mehreren benannten Stellvertretern erlaubt, für sich allein zu handeln. Allerdings können die Bevollmächtigten in dieser Lösung ebenfalls uneinig sein, und auch hier kann eine Pattsituation zu einer Einigung vor Gericht führen.

Eine Vorsorgevollmacht ist für Erwachsene aller Altersstufen sinnvoll. Es ist besonders wichtig für unverheiratete Paare, gleichgeschlechtliche Partner, Freunde oder andere Personen, die als rechtlich unabhängig gelten und gewillt sind, einander die rechtliche Befugnis zur Entscheidung über die medizinische Versorgung zu gewähren und dem anderen Rechte wie Besuchsrecht und Zugang zu medizinischen Informationen zu gewährleisten.

Idealerweise sollte der Arzt eine Kopie der Patientenverfügung und der Vorsorgevollmacht seines Patienten für die Patientenakte erhalten. Er sollte den Inhalt periodisch mit dem Patienten besprechen, solange dieser noch im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Eine Kopie der Vorsorgevollmacht sollte auch auf dem Bevollmächtigten des Patienten überreicht werden, und eine weitere Kopie sollte mit anderen wichtigen Dokumenten aufgehoben werden. Der Anwalt des Patienten sollte ebenfalls eine Kopie aller Dokumente erhalten. Eine zunehmende Zahl von Staaten bieten optionale elektronische Register für die Speicherung von Patientenverfügungen.

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