Traubensilberkerze

VonLaura Shane-McWhorter, PharmD, University of Utah College of Pharmacy
Reviewed ByEva M. Vivian, PharmD, MS, PhD, University of Wisconsin School of Pharmacy
Überprüft/überarbeitet Geändert Juli 2025
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Die Traubensilberkerze ist die Wurzel einer Pflanze, die direkt in pulverisierter Form eingenommen werden kann, oder als Tablette oder Lösung. Das Präparat sollte standardisiert werden, um bestimmte Triterpene zu enthalten. Die Traubensilberkerze enthält keine Phytoöstrogene, die für ihre bekannte östrogenähnliche Wirkung verantwortlich sein könnten, aber sie enthält geringe Mengen von entzündungshemmenden Verbindungen, einschließlich Salicylsäure.

Behauptungen zu Traubensilberkerze

Der Traubensilberkerze wird nachgesagt, dass sie bei klimakterischen Beschwerden (z. B. Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Labilität, Tachykardie, vaginale Trockenheit), bei Menstruationsbeschwerden und Arthralgien in Reumathischer Arthritis oder Arthrose hilfreich ist.

Evidenz für Traubensilberkerze

Die Evidenz zum Nutzen von Traubensilberkerze bei der Linderung von menopausalen Symptomen ist widersprüchlich. Es gibt nur wenige verlässliche Daten über ihre Wirksamkeit bei anderen Störungen und Symptomen.

Daten aus mehreren randomisierten Studien stützen die Wirksamkeit von Traubensilberkerze zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden nicht. Beispielsweise ergab eine systematische Überprüfung von 16 randomisierten Studien mit 2027 Frauen in der Perimenopause oder Postmenopause keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich der Häufigkeit von Hitzewallungen (3 Studien; 393 Frauen) oder der Menopause-Symptomwerte (4 Studien; 357 Frauen) beim Vergleich von oralen Präparaten aus Traubensilberkerze (durchschnittliche Dosis 40 mg) mit Placebo (1). Eine weitere Metaanalyse randomisierter Studien zu pflanzlichen Präparaten, die auch Traubensilberkerze einschlossen, fand ebenfalls keinen Nutzen bei menopausalen Symptomen (2).

Im Gegensatz dazu deuten Ergebnisse aus randomisierten Studien darauf hin, dass Traubensilberkerze eine positive Wirkung auf die Verringerung vasomotorischer Symptome haben könnte. Zum Beispiel ergab eine Netzwerk-Metaanalyse bei Frauen mit intaktem Uterus, dass Traubensilberkerze im Vergleich zu Placebo vasomotorische menopausale Symptome verringerte. Die Traubensilberkerze war jedoch nicht so wirksam wie hormonelle Behandlungen (3). Darüber hinaus ergab eine weitere große systematische Übersichtsarbeit einen Nutzen des isopropanolischen Traubensilberkerzen-Extrakts im Vergleich zu Placebo bei psychischen und neurovegetativen Symptomen (z. B. Schlaf, Konzentration, Müdigkeit) der Menopause (4). Das Präparat schien in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Johanniskraut wirksamer zu sein. Dennoch sind diese Ergebnisse aufgrund der mangelnden Standardisierung der in den Studien verwendeten Nahrungsergänzungsmittel nur begrenzt aussagekräftig. Eine nachfolgende große Metaanalyse von 22 randomisierten Studien mit 2310 Frauen in den Wechseljahren, in denen die Monotherapie mit Traubensilberkerze oder eine Kombination mit anderen Kräuterextrakten verglichen wurde, ergab, dass sich im Vergleich zu Placebo die Wechseljahrsbeschwerden, Hitzewallungen und somatischen Symptome signifikant verbessern, depressive und Angstsymptome jedoch nicht (5).

Unerwünschte Wirkungen von Traubensilberkerze

Unerwünschte Wirkungen sind selten. Die häufigsten sind Kopfschmerzen, Hautausschlag und Magen-Darm-Beschwerden. Schwindel, Schwitzen und Hypotonie (wenn hohe Dosen eingenommen wurden) können auftreten.

Schwarze Traubensilberkerze ist kontraindiziert bei Patienten mit Aspirinempfindlichkeit, Lebererkrankungen, hormonempfindlichen Krebsarten (z. B. bestimmte Arten von Brustkrebs gemäß Tierversuchsdaten), Schlaganfall oder hohem Blutdruck. Die US-Pharmakopöe (USP) hat, basierend auf einigen Fallberichten (6), empfohlen, dass Traubensilberkerzenpräparate mit einem Hinweis darauf versehen werden müssen, dass sie potenziell hepatotoxisch sind.

Außerdem entwickelte eine Frau eine Bradykardie aufgrund eines reversiblen kompletten Herzblocks, nachdem sie ein pflanzliches Präparat mit Traubensilberkerze eingenommen hatte (7).

Wechselwirkungen von Traubensilberkerze mit anderen Medikamenten

Es gibt geringe klinische Beweise dafür, dass die Traubensilberkerze die Wirkung gleichzeitig eingenommener Medikamente stört. Eine In-vitro-Studie deutete jedoch darauf hin, dass Traubensilberkerze die Biotransformation oder Wirksamkeit von Tamoxifen und Irinotecan, beides Chemotherapeutika, hemmen könnte (8). Bei gleichzeitiger Anwendung mit Arzneimitteln, die die Leberfunktion beeinträchtigen können, kann es zu einer Hepatotoxizität kommen (9).

Literatur

  1. 1. Leach MJ, Moore V. Black cohosh (Cimicifuga spp.) for menopausal symptoms. Cochrane Database Syst Rev. 9:CD007244, 2012. doi: 10.1002/14651858.CD007244.pub2

  2. 2. Franco OH, Chowdhury R, et al. Use of plant-based therapies and menopausal symptoms: a systematic review and meta-analysis. JAMA. 315(23):2554-63, 2016. doi: 10.1001/jama.2016.8012

  3. 3. Sarri G, Pedder H, Dias S, et al. Vasomotor symptoms resulting from natural menopause: a systematic review and network meta-analysis of treatment effects from the National Institute for Health and Care Excellence guideline on menopause. BJOG. 124(10):1514-1523, 2017. doi: 10.1111/1471-0528.14619

  4. 4. Castelo-Branco C, Gambacciani M, Cano A, et al. Review & meta-analysis: isopropanolic black cohosh extract iCR for menopausal symptoms - an update on the evidence. Climacteric. 24(2):109-119, 2021. doi:10.1080/13697137.2020.1820477

  5. 5. Sadahiro R, Matsuoka LN, Zeng BS, et al. Black cohosh extracts in women with menopausal symptoms: an updated pairwise meta-analysis. Menopause. 2023;30(7):766-773. doi:10.1097/GME.0000000000002196

  6. 6. Lim TY, Considine A, Quaglia A, et al. Subacute liver failure secondary to black cohosh leading to liver transplantation. BMJ Case Rep. Published online: 5 July 2013. doi:10.1136/bcr-2013-009325

  7. 7. McKenzie SC, Rahman A. Bradycardia in a patient taking black cohosh. Med J Aust.193(8):479-481, 2010. doi:10.5694/j.1326-5377.2010.tb04006.x

  8. 8. Gorman GS, Coward L, Darby A, et al: Effects of herbal supplements on the bioactivation of chemotherapeutic agents. J Pharm Pharmacol. 65(7):1014-1025, 2013. doi: 10.1111/jphp.12055

  9. 9. Enbom ET, Le MD, Oesterich L, Rutgers J, French SW. Mechanism of hepatotoxicity due to black cohosh (Cimicifuga racemosa): histological, immunohistochemical and electron microscopy analysis of two liver biopsies with clinical correlation. Exp Mol Pathol 2014;96(3):279-283. doi:10.1016/j.yexmp.2014.03.003

Weitere Informationen

Die folgenden englischsprachigen Quellen können nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass das MSD-Manual nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

  1. National Institutes of Health (NIH): Black cohosh

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