Diät-Therapie, eine biologisch basierte Praxis, verwendet spezielle diätetische Therapien (z. B. Gerson-Therapie, makrobiotische Ernährung, Pritikin Diät), um
eine bestimmte Erkrankung (z. B. Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) zu verhindern oder zu behandeln
im Allgemeinen die Gesundheit zu fördern
den Körper zu entgiften (d. h. Neutralisieren oder Beseitigen von Giftstoffen aus dem Körper)
Einige Diäten (z. B. mediterrane Ernährung) werden in der konventionellen und integrativen Medizin allgemein akzeptiert und gefördert. Viele andere Diäten wurden als gesundheitsfördernd vorgeschlagen, mit unterschiedlichem Grad an unterstützender Evidenz. Sie geben oft ähnliche Empfehlungen (z. B. Einschränkung weniger gesunder Fette und raffinierter Kohlenhydrate, Ersatz durch pflanzliche und vollwertige Lebensmittel).
Diät-Therapieeffekte können langsam auftreten und sind von Natur aus schwierig zu untersuchen.
Intermittierendes Fasten
Es gibt verschiedene Formen des intermittierenden Fastens, z. B. die Beschränkung der Nahrungsaufnahme auf bestimmte Tageszeiten (in der Regel weniger als 10 Stunden, oft als zeitlich begrenzte Ernährung bezeichnet) oder das Fasten für einen Tag oder länger (z. B. alternierendes Fasten). Intermittierendes Fasten bewirkt eine metabolische Umstellung von der Verwendung von Glukose aus der Leber auf im Fett gespeicherte Ketone (1). In Tierversuchen hat es nachweislich positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel (z. B. erhöhte Insulin-Empfindlichkeit und Autophagie, möglicherweise erhöhte Lebensdauer) (2). Gesundheitliche Vorteile beim Menschen umfassen eine Reduktion des Körpergewichts und des Taillenumfangs im Vergleich zu keiner Ernährungsintervention, wobei die Langzeitwirksamkeit unklar ist (3). Ob intermittierendes Fasten wirksamer ist als eine allgemeine Kalorienrestriktion, ist ebenfalls eine offene Frage (4). Ein Problem bei der Gewichtsabnahme durch Fasten ist der gleichzeitige Verlust von fettfreier Körpermasse bei gleichzeitigem Verlust von Fettmasse (5); obwohl der Verlust von Fettmasse zu metabolischen Vorteilen beitragen kann, kann dies durch die nachteiligen gesundheitlichen Auswirkungen des Verlusts von Muskelmasse ausgeglichen werden (6).
Literatur zum intermittierenden Fasten
1. de Cabo R, Mattson MP. Effects of intermittent fasting on health, aging, and disease [published correction appears in N Engl J Med. 2020 Jan 16;382(3):298] [published correction appears in N Engl J Med. 2020 Mar 5;382(10):978]. N Engl J Med 381(26):2541-2551, 2019. doi:10.1056/NEJMra1905136
2. Longo VD, Di Tano M, Mattson MP, Guidi N. Intermittent and periodic fasting, longevity and disease. Nat Aging. 2021;1(1):47-59. doi:10.1038/s43587-020-00013-3
3. Lowe DA, Wu N, Rohdin-Bibby L, et al. Effects of time-restricted eating on weight loss and other metabolic parameters in women and men with overweight and obesity: The TREAT randomized clinical trial [published correction appears in JAMA Intern Med. 2020 Nov 1;180(11):1555] [published correction appears in JAMA Intern Med. 2021 Jun 1;181(6):883]. JAMA Intern Med. 180(11):1491-1499, 2020. doi:10.1001/jamainternmed.2020.4153
4. Gu L, Fu R, Hong J, Ni H, Yu K, Lou H. Effects of intermittent fasting in human compared to a nonintervention diet and caloric restriction: a meta-analysis of randomized controlled trials. Front Nutr. 9:871682, 2022. Published 2022 May 2. doi:10.3389/fnut.2022.871682
5. Williamson E, Moore DR. A muscle-centric perspective on intermittent fasting: a suboptimal dietary strategy for supporting muscle protein remodeling and muscle mass? Front Nutr. 8:640621, 2021. Published 2021 Jun 9. doi:10.3389/fnut.2021.640621
6. Srikanthan P, Karlamangla AS. Muscle mass index as a predictor of longevity in older adults. Am J Med. 127(6):547-553, 2014. doi:10.1016/j.amjmed.2014.02.007
Makrobiotische Diät
Diese Diät besteht hauptsächlich aus Gemüse, Vollkornprodukten, Obst und Getreide. Obwohl behauptet wird, dass diese Ernährungsweise Krebs und andere chronische Erkrankungen verhindern und behandeln kann, gibt es keine hochwertige Evidenz, die die Wirksamkeit einer makrobiotischen Ernährung zur Prävention oder Behandlung von Krebs oder dessen Rezidiv belegt (1). Die makrobiotische Diät wurde auch bei Patienten mit metabolischem Syndrom, Prädiabetes und Diabetes untersucht, ohne dass ein schlüssiger Nachweis der Wirksamkeit erbracht wurde (2).
Die Risiken der Einhaltung dieser Diät, abgesehen von der mangelnden Wirksamkeit bei der Prävention oder Therapie von Krankheiten, sind gering (3).
Literatur zur makrobiotischen Diät
1. Berrino F, Villarini A, Gargano G, et al. The Effect of Diet on Breast Cancer Recurrence: The DIANA-5 Randomized Trial. Clin Cancer Res. 2024;30(5):965-974. doi:10.1158/1078-0432.CCR-23-1615
2. Papamichou D, Panagiotakos DB, Itsiopoulos C. Dietary patterns and management of type 2 diabetes: A systematic review of randomised clinical trials. Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2019;29(6):531-543. doi:10.1016/j.numecd.2019.02.004
3. Harmon BE, Carter M, Hurley TG, et al. Nutrient composition and anti-inflammatory potential of a prescribed macrobiotic diet. Nutr Cancer. 67(6):933-40, 2015. doi: 10.1080/01635581.2015.1055369
Ornish-Diät
Diese sehr fettarme vegetarische Ernährung zielt darauf ab zu helfen, dass arterielle Blockaden aufgelöst werden, die die koronare Herzkrankheit verursachen und kann dabei helfen, das Fortschreiten von Prostata- und anderen Krebsarten zu verhindern oder zu verlangsamen. Der Schwerpunkt liegt auf pflanzlichen Lebensmitteln und dem Verzicht auf Fett, raffinierte Kohlenhydrate und tierisches Eiweiß. Als Bestandteil eines intensiven Lifestyle-Programms für Teilnehmer mit symptomatischer Koronararterienerkrankung ist die Ornish-Diät effektiv (1). Es ist jedoch unklar, ob die spezifischen Lebensmittelbeschränkungen dieser Ernährungsweise einzigartige Vorteile bieten. Ähnliche Ergebnisse können auch mit anderen Diäten erzielt werden, die weniger gesunde Fette und raffinierte Kohlenhydrate reduzieren, ohne gesündere Fette (z. B. Olivenöl) einzuschränken.
Literatur zur Ornish-Diät
1. Dansinger ML, Gleason JA, Griffith JL, Selker HP, Schaefer EJ. Comparison of the Atkins, Ornish, Weight Watchers, and Zone diets for weight loss and heart disease risk reduction: a randomized trial. JAMA. 2005;293(1):43-53. doi:10.1001/jama.293.1.43
Paleo-Diät
Diese Diät besteht aus bestimmten Lebensmitteln, die angeblich während der Altsteinzeit konsumiert wurden, als die Nahrung gejagt oder gesammelt wurde (d. h. Tiere und Wildpflanzen). Somit umfasst die Ernährung
erhöhte Proteinaufnahme
Verminderte Kohlenhydrataufnahme (mit Aufnahme hauptsächlich von nicht stärkehaltigem frischem Obst und Gemüse)
Eine moderate bis höhere Fettaufnahme (mit Aufnahme hauptsächlich aus einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren)
Nahrungsmittel, von denen angenommen wird, dass sie während der Altsteinzeit nicht zur Verfügung standen (z. B. Milchprodukte, Getreide, Hülsenfrüchte, verarbeitete Öle, raffinierter Zucker, Salz, Kaffee) werden vermieden. Befürworter behaupten, dass der menschliche Stoffwechsel sich nicht daran gewöhnt hat, mit vielen dieser Lebensmittel umzugehen.
Es wird angenommen, dass die Paläo-Diät das Risiko einer koronaren Herzkrankheit, eines metabolischen Syndroms, eines Typ-2-Diabetes und vieler chronischer degenerativer Erkrankungen behandelt oder reduziert (1, 2). Die Paleo-Diät fördert auch potenziell die Gewichtsabnahme, verbessert die sportliche Leistung, verbessert den Schlaf und verbessert die geistige Funktion. Es gibt jedoch nur wenige Hinweise auf die Wirksamkeit dieser Ernährung.
Risiken sind eine unzureichende Ernährung (aufgrund der verringerten Aufnahme von Vollkornprodukten und Milchprodukten).
Das Wissen darüber, was in der Altsteinzeit gegessen wurde, ist begrenzt; jedoch deutet einiges darauf hin, dass die Ernährung der Altsteinzeit nicht so stark begrenzt war wie die moderne Paleo-Diät.
Literatur zur Paleo-Diät
1. Manheimer EW, van Zuuren EJ, Fedorowicz Z, et al. Paleolithic nutrition for metabolic syndrome: systematic review and meta-analysis. Am J Clin Nutr. 102(4):922-32, 2015. doi: 10.3945/ajcn.115.113613
2. Whalen KA, Judd S, McCullough ML, et al. Paleolithic and Mediterranean diet pattern scores are inversely associated with all-cause and cause-specific mortality in adults. J Nutr. 147(4):612-620, 2017. doi: 10.3945/jn.116.241919
Keto-Diät
Die ketogene Diät enthält, ähnlich wie die Paläo-Diät, sehr fettreiche Lebensmittel und sehr geringe Mengen an Kohlenhydraten. Die Diät zielt darauf ab, Ketose auszulösen, einen Zustand, in dem Fett als Energiequelle verbrannt wird, was zu Gewichtsverlust führt. Die Keto-Diät hat sich als wirksam bei der Unterdrückung von Hungergefühl erwiesen, was zu einer Reduktion von Körpergewicht, Taillenumfang, Triglyzeriden, Hämoglobin A1c und Blutzucker führt (1–3).
Typische Lebensmittel in der ketogenen Diät sind Avocados, Öle, Nüsse, fettreicher Fisch, Eier, Rindfleisch, Huhn, Gemüse, Käse, Butter und Sahne. Die restriktive Diät ist nicht immer schmackhaft, und die Adhärenz stellt eine Herausforderung dar.
Zu den Risiken gehören gastrointestinale Symptome wie Obstipation, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö. Personen können die sogenannte „Keto-Grippe" erleben, die durch Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizbarkeit, Schlafstörungen und Übelkeit gekennzeichnet ist. Weitere Risiken umfassen Dyslipidämie mit erhöhten LDL-Spiegeln, Nephrolithiasis, hepatische Steatose, Hyperkalziurie, Hypoproteinämie und Anämie (4–6).
Literatur zur ketogenen Diät
1. Muscogiuri G, El Ghoch M, Colao A, et al. European Guidelines for Obesity Management in Adults with a Very Low-Calorie Ketogenic Diet: A Systematic Review and Meta-Analysis. Obes Facts. 2021;14(2):222-245. doi:10.1159/000515381
2. Shahpasand S, Khatami SH, Ehtiati S, et al. Therapeutic potential of the ketogenic diet: A metabolic switch with implications for neurological disorders, the gut-brain axis, and cardiovascular diseases. J Nutr Biochem. 2024;132:109693. doi:10.1016/j.jnutbio.2024.109693
3. Yannakoulia M, Scarmeas N. Diets. N Engl J Med. 2024;390(22):2098-2106. doi:10.1056/NEJMra2211889
4. Meng Y, Sun J, Zhang G. Take the bull by the horns and tackle the potential downsides of the ketogenic diet. Nutrition. 2024;125:112480. doi:10.1016/j.nut.2024.112480
5. Ruiz Herrero J, Cañedo Villarroya E, García Peñas JJ, et al. Safety and Effectiveness of the Prolonged Treatment of Children with a Ketogenic Diet. Nutrients. 2020;12(2):306. Published 2020 Jan 24. doi:10.3390/nu12020306
6. Gardner CD, Vadiveloo MK, Petersen KS, et al. Popular Dietary Patterns: Alignment With American Heart Association 2021 Dietary Guidance: A Scientific Statement From the American Heart Association. Circulation. 2023;147(22):1715-1730. doi:10.1161/CIR.0000000000001146



