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Drogentests

Von

Gerald F. O’Malley

, DO, Grand Strand Regional Medical Center;


Rika O’Malley

, MD, Albert Einstein Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Drogentests werden in erster Linie durchgeführt, um Menschen systematisch oder fallbezogen auf einen möglichen Missbrauch zu testen. Die Tests werden im folgenden durchgeführt:

  • Bestimmte Gruppen von Menschen, meist Studenten, Sportler und Gefangene

  • Menschen, die sich für bestimmte Berufe bewerben (z. B. Piloten, kommerzielle Lkw-Fahrer)

  • Menschen, die in Kfz- oder Bootsunfällen oder in Unfällen bei der Arbeit beteiligt waren

  • Menschen, die einen Selbstmordversuch mit unbekannten Substanzen unternommen haben

  • Menschen in einem gerichtlich verordneten Therapieprogramm oder im Zusammenhang mit einer Bewährung (um die Einhaltung der Abstinenz zu überwachen)

  • Menschen in einem Drogenentzugsprogramm (als Standardmaßnahme, um objektive Erkenntnisse über den Substanzmissbrauch zu erhalten und damit die Behandlung zu optimieren)

  • Menschen, auch Minderjährige, die auf Gerichtsbeschluss an einem Drogenscreening teilnehmen müssen.

  • Die Mitglieder des Militärs

Benachrichtigung oder Einwilligung kann eine Voraussetzung sein, bevor der Test beginnt, je nach der Zuständigkeit und den Umständen. Reine Dokumentationszwecke mögen juristisch ausreichen, aber die Tests können keinen Aufschluss über die Häufigkeit oder Intensität des Substanzmittelkonsums geben. Sie können also den Schweregrad des Missbrauchs nicht feststellen. Außerdem beziehen Drogentests nur eine begrenzte Anzahl von Substanzen ein und können daher manche andere Substanzen nicht erkennen. Der Arzt muss daher andere Maßnahmen verwenden (z. B. eine gründliche Anamnese, Fragebögen), um das Ausmaß, in dem der Drogenkonsum das Leben des jeweiligen Patienten beeinflusst, zu bestimmen.

Die dafür am häufigsten getesteten Substanzen sind

Tests auf Benzodiazepine und Barbiturate werden auch durchgeführt. Urin, Blut, Atem, Speichel, Schweiß oder Haarproben können dazu verwendet werden. Urintests werden am häufigsten verwendet, weil sie nicht invasiv sind, dabei schnell und in der Lage, ein breites Spektrum von Substanzen qualitativ zu erfassen. Das Nachweisfenster hängt von der Häufigkeit und Menge der Einnahme ab, liegt aber normalerweise für die meisten Arzneimittel bei 1 bis 4 Tagen. Weil Cannabinoidmetaboliten noch lange nachweisbar sind, können Urintests auf Marijuana noch lange nach dem Gebrauch positiv sein. Blutuntersuchungen werden verwendet, um Werte von bestimmten Medikamenten zu quantifizieren. Sie werden aber weniger häufig durchgeführt, weil diese Untersuchung invasiv ist und das Zeitfenster für den Nachweis vieler Medikamente viel kürzer ist, oft nur wenige Stunden. Die Haaranalyse ist nicht so weit verbreitet, stellt aber das längste Zeitfenster für den Nachweis dar, 100 Tage für einige Substanzen.

Die Gültigkeit der Tests hängt von der Art der Untersuchung ab. Screeningtests bestehen in der Regel aus schnellen qualitativen Urin-Immunoassays. Solche Screeningtests sind mit einer Anzahl von falsch-positiven und falsch-negativen Ergebnisse verbunden, und sie erkennen die Opioide Meperidin und Fentanyl nicht. Auch werden Lysergsäurediethylamid (LSD), Gamma- Hydroxybutyrat (GHB), Mescalin und inhalative Kohlenwasserstoffe in Schnelltests nicht erkannt. Bestätigungstests, die mehrere Stunden erfordern, verwenden in der Regel die Gaschromatographie oder die Massenspektrometrie.

Falsche Ergebnisse

Verschiedene Faktoren können zu falsch-negativen Ergebnissen führen, insbesondere bei Urintests. Patienten können Proben von anderen (vermutlich drogenfreien) Menschen zur Verfügung stellen. Dieser Möglichkeit kann durch die direkt beobachtete Probenentnahme mit einem sofortigen Versiegeln der Proben mit manipulationssicheren Siegeln begegnet werden. Einige Menschen versuchen, Drogen-Urintests durch das Trinken von großen Mengen von Flüssigkeiten oder durch Diuretika vor dem Test zu verfälschen. Proben jedoch, die zu klar erscheinen, können vom Labor auch abgelehnt werden.

Falsch-positive Ergebnisse können von der Einnahme verschreibungspflichtiger und rezeptfreier Medikamenten und der Einnahme bestimmter Lebensmittel herrühren. Mohnsamen können falsch-positive Ergebnisse für Opioide bedingen. Pseudoephedrin, trizyklische Antidepressiva und Quetiapin können falsch-positive Ergebnisse für Amphetamine verursachen, und Ibuprofen kann falsch-positive Ergebnisse für Marihuana bedingen. Mit einem Kokain-Test, der Benzoylecgonin, den primären Metaboliten, erkennt, verursachen andere Substanzen keine falsch-positiven Ergebnisse.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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