Beim Mekoniumpfropfsyndrom handelt es sich um einen Verschluss des Dickdarms durch eingedicktes Mekonium. Die Diagnose basiert auf dem Röntgenkontrasteinlauf und manchmal auch auf der Untersuchung auf Morbus Hirschsprung (weil das Versagen, Mekonium in den ersten 24 Stunden zu passieren, auch bei Morbus Hirschsprung auftritt). Die Behandlung ist ein Röntgenkontrasteinlauf. Eine chirurgische Dekompression ist selten erforderlich.
Das Mekoniumpfropf-Syndrom tritt in der Regel bei ansonsten gesunden Neugeborenen auf, kann jedoch mit Morbus Hirschsprung und Mukoviszidose assoziiert sein (1, 2).
Das Mekoniumpfropfsyndrom wird in der Regel als eine funktionelle Unreife des Dickdarms angesehen, die dazu führt, dass der erste Stuhlgang ausbleibt.
Allgemeine Literatur
1. Rook JM, Chervu N, Calkins KL, Benharash P, DeUgarte DA. Meconium-Related Obstruction and Clinical Outcomes in Term and Preterm Infants. JAMA Netw Open. 2025;8(2):e2459557. Published 2025 Feb 3. doi:10.1001/jamanetworkopen.2024.59557
2. Buonpane C, Lautz TB, Hu YY. Should we look for Hirschsprung disease in all children with meconium plug syndrome?. J Pediatr Surg. 2019;54(6):1164-1167. doi:10.1016/j.jpedsurg.2019.02.036
Ätiologie des Mekonium-Plug-Syndroms
Das Mekoniumpfropf-Syndrom tritt häufiger bei folgenden Gruppen auf:
Säuglinge von Müttern mit Diabetes
Säuglinge von Müttern, die mit Magnesiumsulfat für Eklampsie, Präeklampsie oder vorzeitige Wehen behandelt wurden (1).
Die Hirschsprung-Krankheit tritt bei etwa 10 bis 40% der Säuglinge mit Mekoniumpfropfsyndrom auf (2). Das Mekonium-Plug-Syndrom ist auch mit zystischer Fibrose assoziiert.
Literatur zur Ätiologie
1. Cuenca AG, Ali AS, Kays DW, Islam S: "Pulling the plug"--management of meconium plug syndrome in neonates. J Surg Res 175(2):e43-e46, 2012. doi: 10.1016/j.jss.2012.01.029
2. Buonpane C, Lautz TB, Hu YY: Should we look for Hirschsprung disease in all children with meconium plug syndrome? J Pediatr Surg 54(6):1164, 2019. doi: 10.1016/j.jpedsurg.2019.02.036
Symptome und Anzeichen des Mekonium-Plug-Syndroms
Die Kinder zeigen in den ersten Lebenstagen Verstopfung, geblähtes Abdomen und Erbrechen. Dickes, verhärtetes, zähes Mekonium kann das Kolon ausfüllen und führt zum kompletten Verschluss.
Diagnose des Mekonium-Plug-Syndroms
Radiologischer Kontrastmitteleinlauf
Gelegentlich Untersuchung auf Morbus Hirschsprung und Mukoviszidose
Die Diagnose des Mekoniumpfropf-Syndroms ist eine Ausschlussdiagnose.
Röntgenübersichtsaufnahmen des Abdomens sind unspezifisch und können Anzeichen eines beginnenden Darmverschlusses zeigen. Umgekehrt zeigt ein Kontrastmitteleinlauf das charakteristische Aussehen des Umrisses des eingedickten Mekoniums gegen die Wand des Dickdarms und ermöglicht so ein verdoppeltes Kontrastbild (1). Im Gegensatz zum Mekoniumileus ist das Mikrokolon beim Mekoniumpfropfsyndrom typischerweise nicht auf dem Röntgenbild zu sehen, da das Mekoniumpfropfsyndrom ein distaler Prozess ist.
Morbus Hirschsprung sollte in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn Symptome einer distalen Obstruktion trotz Passage des Mekoniumpfropfs bestehen bleiben.
Patienten mit Mekoniumpfropfensyndrom sollten auf Mukoviszidose getestet werden.
Diagnosehinweis
1. Manzoor A, Talat N, Adnan HM, et al: Contrast Enema: Solving Diagnostic Dilemmas in Neonates With Lower Intestinal Obstruction. Cureus 14(3):e23458, 2022. doi: 10.7759/cureus.23458
Behandlung des Mekonium-Plug-Syndroms
Radiologischer Kontrastmitteleinlauf
Der wasserlösliche Kontrastmitteleinlauf kann therapeutisch wirken, indem der Pfropf von der Darmwand getrennt und ausgespült wird. Gelegentlich sind wiederholte Einläufe notwendig.
Selten ist eine operative Therapie notwendig. Obwohl die meisten Säuglinge danach völlig gesund sind, sind diagnostische Untersuchungen angezeigt, um einen Morbus Hirschsprung und eine Mukoviszidose auszuschließen.



