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Sozialphobien

(Soziale Angststörungen)

Von

John W. Barnhill

, MD, Weill Cornell Medical College and New York Presbyterian Hospital

Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Soziale Phobie ist die Furcht und die Angst davor, mit bestimmten sozialen Situationen oder Auftritten konfrontiert zu werden. Diese Situationen werden entweder vermieden oder nur unter erheblicher Angst ertragen.

Unter sozialer Phobie leiden während eines 1-Jahres-Zeitraums etwa 9% der Frauen und 7% der Männer, die Lebenszeitprävalenz kann mindestens 13% betragen. Männer haben häufiger als Frauen eine Vermeidende Persönlichkeitsstörung. Dies kann als eine Angststörung angesehen werden, die so schwer und hartnäckig ist, dass sie die Persönlichkeit der Person beeinflusst.

Angst und Schrecken bei Menschen mit Sozialphobie stehen oft im Mittelpunkt, wenn sie verlegen oder gedemütigt werden, wenn sie den Erwartungen der Menschen nicht entsprechen oder von anderen Menschen in sozialen Interaktionen hinterfragt werden. Häufig sorgen sie sich darum, dass ihre Angst durch Schwitzen, Erröten, Erbrechen oder Zittern (manchmal in Form einer zittrigen Stimme) offensichtlich wird oder dass ihr Gedankenfluss abbricht bzw. sie sich nicht richtig ausdrücken können. Wird die gleiche Aktivität dagegen alleine ausgeführt, löst sie keine Ängste aus.

Situationen, in denen soziale Phobie besonders häufig auftritt, sind: Sprechen in der Öffentlichkeit, Auftreten in einem Theaterstück oder Musizieren vor Publikum. Andere mögliche Situationen sind gemeinsames Essen mit anderen Personen, neue Leute zu treffen, eine Konversation zu führen, ein Schriftstück vor Zeugen zu unterzeichnen oder die Benutzung öffentlicher Toiletten. Bei einer generalisierteren Form der sozialen Phobie kommt es in zahlreichen sozialen Situationen zu einer Angstsymptomatik.

Die meisten Menschen wissen, dass ihre Furcht unbegründet und übertrieben ist.

Diagnose

  • Klinische Kriterien

Die Diagnose wird klinisch anhand der Kriterien im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition (DSM-5) gestellt.

Um die DSM-5 Kriterien für die Diagnose zu erfüllen, müssen Patienten Folgendes haben:

  • Markiert eine deutliche, anhaltende (≥ 6 Monate) Angst oder Furcht vor einer oder mehrerer sozialer Situationen, in denen sie von anderen überprüft werden können, haben.

Die Furcht muss eine negative Bewertung durch anderer beinhalten (z. B. dass die Patienten gedemütigt werden, in Verlegenheit gebracht oder abgelehnt oder von anderen beleidigt werden.). Darüber hinaus sollte alles folgende vorhanden sein:

  • Die gleichen sozialen Situationen lösen fast immer Furcht oder Angst aus.

  • Patienten vermeiden die Situation aktiv.

  • Die Furcht oder Angst steht in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Bedrohung (unter Berücksichtigung soziokultureller Normen).

  • Die Furcht, Angst, und/oder Vermeidung verursachen bedeutendes Leiden oder beeinträchtigen wesentlich die soziale oder berufliche Funktionsfähigkeit.

Auch kann die Furcht und Angst nicht richtig als eine andere psychische Störung charakterisiert werden (z. B. Agoraphobie, Panikstörung, körperdysmorphe Störung).

Therapie

  • Kognitive Verhaltenstherapie

  • Manchmal ein SSRI

Eine soziale Phobie verläuft fast immer chronisch und muss behandelt werden.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist bei sozialer Phobie wirksam. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie lernen die Patienten, ihre verzerrten Denkmuster und falschen Überzeugungen zu erkennen und zu kontrollieren, und sie werden auf die Expositionsbehandlung (kontrollierte Exposition gegenüber der angsthervorrufenden Situation vorbereitet.

SSRIs und Benzodiazepins sind wirksam bei sozialer Phobie, obwohl Benzodiazepine körperlich süchtig machend sein können und auch das Denken und Gedächtnis beeinträchtigen können, Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche kognitiv-behaviorale Therapie erforderlich sind.

Beta-Blocker können verwendet werden, um eine erhöhte Herzfrequenz und Zittern zu reduzieren sowie Schwitzen bei Patienten, die durch Auftreten in der Öffentlichkeit verunsichert sind, aber diese Medikamente verringern nicht die Angst als solche.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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