Die schizophreniforme Störung ist charakterisiert durch Symptome der Schizophrenie, die ≥ 1 Monat und < 6 Monate andauern. Die Behandlung erfolgt mit psychosozialer Unterstützung und Antipsychotika.
Psychose bezieht sich auf Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen, desorganisiertes Denken und Sprechen, desorganisiertes motorisches Verhalten (einschließlich Katatonie) und negative Symptome (die auf den Verlust des Kontakts mit der Realität hinweisen). Um eine schizophreniforme Störung zu diagnostizieren, müssen zwei der oben genannten Symptomkategorien (Wahnvorstellungen, Halluzinationen, desorganisierte Sprache, desorganisiertes Verhalten und negative Symptome) vorliegen, darunter mindestens eine der folgenden: Wahnvorstellungen, Halluzinationen und desorganisierte Gedanken/Sprache (1). Die schizophreniforme Störung unterscheidet sich von der Schizophrenie durch ihre kürzere Dauer (zwischen 1 und 6 Monaten).
Wenn sie sich zeigen, wird wahrscheinlich eine Schizophrenie vermutet. Eine Psychose aufgrund von Substanzmissbrauch oder einer psychischen Störung muss ebenfalls ausgeschlossen werden. Die Unterscheidung einer schizophreniformen Störung von einer Schizophrenie bei einem Patienten ohne vorherige psychotische Symptome basiert auf der Symptomdauer. Wenn die Symptome oder die Behinderung länger als 6 Monate andauern, erfüllt der Patient nicht mehr die erforderlichen diagnostischen Kriterien für eine schizophreniforme Störung, und die Diagnose lautet wahrscheinlich Schizophrenie, obwohl die akute Psychose auch in eine psychotische affektive Störung wie eine bipolare Störung oder schizoaffektive Störung übergehen kann. Daher ist für die exakte Diagnosestellung und eine angemessene Behandlung häufig eine Langzeitbeobachtung erforderlich.
Indiziert sind eine Behandlung mit Antipsychotika und stützende psychosoziale Betreuung. Nach Abklingen der Symptome wird die medikamentöse Behandlung noch 12 Monate oder länger fortgesetzt und dann schrittweise ausgeschlichen, wobei der Patient sorgfältig auf ein erneutes Auftreten der psychotischen Symptome überwacht wird (2–4).
Literatur
1. American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition Text Revision, DSM-5-TR (DSM-5-TR). American Psychiatric Association Publishing, Washington, DC, 2022, pp 112-114.
2. Lieberman JA, First MB. Psychotic Disorders. N Engl J Med. 2018;379(3):270-280. doi:10.1056/NEJMra1801490
3. Tiihonen J, Tanskanen A, Taipale H. 20-Year Nationwide Follow-Up Study on Discontinuation of Antipsychotic Treatment in First-Episode Schizophrenia. Am J Psychiatry. 2018;175(8):765-773. doi:10.1176/appi.ajp.2018.17091001
4. Dunayevich E, Ascher-Svanum H, Zhao F, et al. Longer time to antipsychotic treatment discontinuation for any cause is associated with better functional outcomes for patients with schizophrenia, schizophreniform disorder, or schizoaffective disorder. J Clin Psychiatry. 2007;68(8):1163-1171. doi:10.4088/jcp.v68n0801



