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Feste Lebensmittel in der Kindheit

Von

Deborah M. Consolini

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Nov 2016
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Die WHO empfiehlt für die ersten 6 Lebensmonate ausschließliches Stillen mit anschließender Zufütterung fester Nahrung. Andere Organisationen schlagen vor, feste Nahrung zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat parallel zum Stillen oder zur handelsüblichen Säuglingsnahrung zu beginnen. Vor dem 4. Lebensmonat besteht kein Bedarf an fester Nahrung, und kann mit einem erhöhten Risiko von Nahrungsmittelallergien verbunden sein und der Extrusionsreflex, bei dem die Zunge alles, was im Mund ist, wieder herausdrückt, macht das Füttern fester Nahrung schwierig.

Einige Hinweise deuten darauf hin, dass die frühzeitige Einführung einiger Lebensmittel (z. B. Eier, Erdnüsse, Weizen) tatsächlich gegen die Entwicklung von Lebensmittelallergien schützen könnte (1). Im Jahr 2008 veröffentlichte die American Academy of Pediatrics Leitlinien, die besagen, dass es keine aktuellen Beweise dafür gibt, dass die Verzögerung der Einführung fester Nahrung (einschließlich Eier und Erdnüsse) über 4 bis 6 Monate vor der Entwicklung von Nahrungsmittelallergien schützt (2). Allerdings gibt es immer noch keine ausreichenden Daten, um endgültig zu zeigen, dass die frühe Einführung dieser Lebensmittel die Entwicklung einer Lebensmittelallergie verhindert. So muss die Einführung eines bestimmten festen Nahrungsmittels bei den meisten Kindern nicht über 4 bis 6 Monate hinaus verzögert werden. Ausnahmen können Kinder mit älteren Geschwistern sein, die eine Erdnussallergie haben, da diese jüngeren Kinder ein fast 7-fach erhöhtes Risiko haben, ebenfalls eine Erdnussallergie zu entwickeln. Ein Hauttest bei diesen jüngeren Kindern sollte in Betracht gezogen werden, bevor man Erdnüsse einführt (3).

Um eine ausreichende Ernährung zu gewährleisten, sollte das Füttern der festen Nahrung initial nach dem Stillen oder nach der Flasche erfolgen. Traditionell sind eisenangereicherte Reisflocken das erste Nahrungsmittel, da sie nicht allergen und einfach zu verdauen sind sowie die erforderliche Eisenquelle darstellen.

Es wird empfohlen, pro Woche nur einen neuen Nahrungsbestandteil hinzuzufügen, um so Nahrungsmittelallergien besser identifizieren zu können. Eine bestimmte Reihenfolge muss nicht eingehalten werden, generell erscheint aber eine zunehmend gröbere Beschaffenheit sinnvoll (z. B. von Reisflocken über weiche Nahrung bis zum kleingeschnittenen Essen vom Tisch).

Fleisch, zur Vermeidung einer Aspiration püriert, ist eine gute Eisen- und Zinkquelle. Es ist eine sinnvolle frühe Nahrungsergänzung, da bei ausschließlich gestillten Kindern sowohl ein Eisen- als auch Zinkmangel vorliegen kann.

Vegetarisch ernährte Kinder können ausreichend Eisen über angereicherte Zerealien, grünes Blattgemüse und getrocknete Bohnen sowie ausreichend Zink durch Hefe-fermentierte Vollkornbrote und entsprechend ergänzte Zerealien aufnehmen.

Zuhause hergestellte Nahrung ist gegenüber kommerziellen Lebensmitteln gleichwertig, aber kommerzielle Kost mit Karotten, Rübensorten, Kohl und Spinat sind, wenn verfügbar, vorzuziehen, wenn das Kind unter einem Jahr ist, da die Inhaltsstoffe auf Nitratgehalt geprüft werden. Hohe Nitratgehalte, die Methämoglobinämie bei Kindern auslösen können, kommen vor, wenn beim Gemüseanbau Wasser verwendet wird, das mit Dünger verunreinigt ist.

Folgende Lebensmittel sind zu vermeiden

  • Honig im ersten Lebensjahr, da das Risiko des Säuglingsbotulismus besteht

  • Nahrungsmittel, die eingeatmet werden, können die Atemwege des Kindes behindern (z. B. ganze Nüsse, runde Süßigkeiten, Popcorn, Hot Dogs, Fleisch, wenn es nicht püriert ist sowie Trauben, wenn sie in kleine Stücke geschnitten sind)

Ganze Nüsse sind bis zum Alter von 2–3 Jahren zu vermeiden, da sie sich beim Kauen nicht vollständig auflösen und nach Aspiration, mit oder ohne Verlegung der Bronchien, eine Pneumonie oder andere Komplikationen verursachen können.

Mit einem Jahr kann das Kind damit anfangen, Kuhmilch zu trinken; dabei sollte bis zum Alter von 2 Jahren, wenn die Ernährung des Kindes derjenigen der übrigen Familie weitgehend entspricht, nicht auf fettarme Milch zurückgegriffen werden. Bei kleinen Kindern wird den Eltern empfohlen, die Milchmenge auf 450–680 g/Tag (16–24 oz/Tag) zu begrenzen; eine größere Milchmenge kann dazu führen, dass andere wichtige Nahrungsmittel weniger aufgenommen werden, was dann potenziell zu einem Eisenmangel führt.

Da Saft ein weniger hochwertiges Nahrungsmittel ist und zur Kariesentstehung beiträgt, sollte die Menge auf 110–170 g/Tag (4–6 oz/Tag) begrenzt oder ganz vermieden werden.

Im Alter von einem Jahr nimmt die Wachstumsgeschwindigkeit in der Regel ab. Kinder brauchen weniger Nahrung und lehnen manche Mahlzeiten möglicherweise sogar ab. Die Eltern sollten beruhigt und dazu angehalten werden, die Nahrungsaufnahme des Kindes lieber über eine ganze Woche verteilt zu beobachten, anstatt jede einzelne Mahlzeit zu beurteilen. Eine geringe Aufnahme fester Nahrung ist nur dann von Bedeutung, wenn insgesamt eine zu geringe Gewichtszunahme vorliegt.

Hinweise

  • 1. Du Toit G, Katz Y, Sasieni P, et al: Early consumption of peanuts in infancy is associated with a low prevalence of peanut allergy. J Allergy Clin Immunol 122:984–991, 2008. doi: 10.1016/j.jaci.2008.08.039.

  • 3. Liem JJ, Huq S, Kozyrskyj AL, Becker AB: Should younger siblings of peanut-allergic children be assessed by an allergist before being fed peanut? J Allergy Clin Immunol 4:144–1499, 2008. doi: 10.1186/1710-1492-4-4-144.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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