Chromosomale Deletionssyndrome

VonNina N. Powell-Hamilton, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University
Reviewed ByAlicia R. Pekarsky, MD, State University of New York Upstate Medical University, Upstate Golisano Children's Hospital
Überprüft/überarbeitet Geändert Sept. 2025
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Chromosomale Deletionssyndrome entstehen durch den Verlust von Teilen der Chromosomen. Sie können schwere angeborene Fehlbildungen und eine ausgeprägte geistige Behinderung verursachen. Spezifische Syndrome der chromosomalen Deletion werden selten pränatal vermutet, können aber zufällig bei einer Karyotypisierung in Folge anderer Ursachen entdeckt werden. Die postnatale Diagnose wird durch das klinische Erscheinungsbild vermutet und durch Karyotypisierung bestätigt, wenn die Deletion relativ groß ist oder durch andere zytogenetische Techniken wie Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung oder Mikroarray-Analyse.

(Siehe auch Chromosomenanomalien im Überblick.)

Chromosomale Deletionssyndrome umfassen typischerweise größere Deletionen, die in der Regel bei der Karyotypisierung sichtbar sind (1). Syndrome mit kleineren Deletionen (und Duplikationen), die ein oder mehrere zusammenhängende Gene auf einem Chromosom betreffen und bei der Karyotypisierung nicht sichtbar sind, werden als Mikrodeletions- und Duplikationssyndrome betrachtet (2). (Siehe auch Next-Generation-Sequenzierungstechnologien.)

Literatur

  1. 1. Shapira SK. An update on chromosome deletion and microdeletion syndromes. Curr Opin Pediatr. 1998;10(6):622-627. doi:10.1097/00008480-199810060-00015

  2. 2. Wetzel AS, Darbro BW. A comprehensive list of human microdeletion and microduplication syndromes. BMC Genom Data. 2022;23(1):82. Published 2022 Nov 26. doi:10.1186/s12863-022-01093-3

5p-Syndrom (5p-Minus-Syndrom oder Cri-du-Chat-Syndrom)

Das Kennzeichen der Deletion des kurzen Arms von Chromosom 5 (5p – minus normalerweise vom Vater) ist ein hochtoniger, miauender Schrei, der stark an den Schrei einer Katze erinnert, welcher typischerweise in der frühen Neugeborenenperiode zu hören ist, mehrere Wochen andauert und dann verschwindet. Doch nicht alle betroffenen Neugeborenen haben diesen ungewöhnlichen Schrei.

Die betroffenen Neugeborenen haben eine Hypotonie und ein niedriges Geburtsgewicht, eine Mikrozephalie, eine Asymmetrie des Gesichts und/oder ein rundes Mondgesicht mit weit auseinanderstehenden Augen, antimongoloiden oder abwärts gerichteten Lidspalten mit oder ohne Epikanthusfalten, Strabismus und eine breitbasige Nase. Die Ohren sitzen tief und sind abnorm geformt, haben häufig einen engen Gehörgang und präaurikuläre Anhängsel. Syndaktylie, Hypertelorismus und Herzfehler sind häufig. Die geistige und körperliche Entwicklung ist deutlich verzögert.

Viele betroffene Kinder erleben das Erwachsenenalter, sind aber schwer behindert. Es gibt keine spezifische Heilung, aber verschiedene Therapien (z. B. Ergotherapie, Physiotherapie, Sprachtherapie, allgemeine pädagogische Maßnahmen) können bei der Symptombehandlung helfen und die Lebensqualität verbessern. 

4p-Syndrom (4p-Minus-Syndrom oder Wolf-Hirschhorn-Syndrom)

Die Deletion des kurzen Arms von Chromosom 4 (4p) führt zu einer variablen geistigen Behinderung; Kinder mit größeren Deletionen sind in der Regel schwerer betroffen.

Vorkommen können eine breite, hervorspringende Nase, in der Mittellinie liegende Kopfhautdefekte, Ptose und Kolobom, Gaumenspalte, verzögertes Knochenalter und bei Jungen Hypospadie und Hodenhochstand. Einige Patienten mit Wolf-Hirschhorn-Syndrom haben auch eine Immunschwäche.

Viele betroffene Kinder versterben während der Säuglingszeit und die wenigen, die ihr 3. Lebensjahrzehnt erreichen, sind oft schwer behindert.

Subtelomerische Deletionen

Diese Deletionen können im Karyotyp sichtbar sein, sind jedoch mitunter klein und submikroskopisch und treten unmittelbar vor den repetitiven telomerischen Sequenzen an beiden Enden eines Chromosoms auf. Die phänotypischen Veränderungen sind subtil.

Subtelomere Deletionen können mit unspezifischen intellektuellen Behinderungen und leicht dysmorphen Merkmalen sowie mehreren angeborenen Anomalien verbunden sein.

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