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Galaktosämie

Von

Matt Demczko

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Galaktosämie ist eine Erkrankung des Kohlehydratstoffwechsels, die durch einen vererbten Mangel an Enzymen verursacht wird, die an der Umwandlung von Galaktose in Glukose beteiligt sind. Symptome und Beschwerden schließen renale und hepatische Störungen, kognitive Störungen, Katarakte und eine primäre ovarielle Dysfunktion ein. Die Diagnose wird aufgrund einer Enzymanalyse der roten Blutkörperchen und DNA-Analyse gestellt. Die Behandlung ist eine Galaktose-freie Ernährung. Die Prognose ist mit Behandlung gut, die kognitiven und allgemeinen Leistungsparameter sind aber unterdurchschnittlich.

Galaktose ist in Milchprodukten, Obst und Gemüse vorhanden. Autosomal-rezessive Enzymmangelstörungen verursachen 3 Krankheitsbilder.

Galaktose-1-Phosphat-Uridyltransferase-Mangel

Dieser Mangel verursacht die klassische Galaktosämie. Die Inzidenz beträgt 1 von 62.000 Lebendgeburten, die Trägerhäufigkeit liegt bei 1 von 125. Die Kinder werden bei Erhalt von Muttermilch oder laktosehaltiger Babynahrung innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen anorektisch und gelb. Neben Erbrechen, Hepatomegalie, schlechtem Wachstum, Lethargie, Durchfall und Sepsis (normalerweise Escherichia coli) entwickeln sich auch renale Störungen (z. B. Proteinurie, Aminoazidurie, Fanconi-Syndrom) und führen zu einer metabolischen Azidose und Ödemen. Eine hämolytische Anämie kann ebenso vorkommen.

Ohne Behandlung haben die Kinder eine kurze Statur und entwickeln in der Pubertät kognitive, sprachliche und Gleichgewichtsdefizite. Viele haben eine Katarakt, Osteomalazie (verursacht durch eine Hyperkalziurie) und eine primäre ovarielle Störung. Die Patienten mit der Duarte-Variante haben einen milderen Verlauf.

Galaktokinase-Mangel

Die Patienten entwickeln durch die vermehrte Produktion von Galaktilol, das die Linsenfasern osmotisch schädigt, eine Katarakt. Eine idiopathische intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor cerebri) ist selten. Die Inzidenz liegt bei 1 von 40.000 Lebendgeburten.

Uridindiphosphatgalaktose-4-Epimerase-Mangel

Es gibt gutartige und schwer verlaufende Krankheitsformen. Die Inzidenz der gutartigen Form liegt in Japan bei 1 von 23.000 Lebendgeburten; bezüglich der schweren Form liegen keine Inzidenzdaten vor. Die gutartige Form ist auf die weißen und roten Blutkörperchen beschränkt und verursacht sonst keine weiteren klinischen Pathologien. Die schwere Form verursacht ein Syndrom, das klinisch nicht von der klassischen Galaktosämie unterschieden werden kann. Dabei kann manchmal auch ein Hörverlust vorkommen.

Diagnose

  • Galaktosespiegel

  • Enzymanalyse

Die Diagnose einer Galaktosämie wird klinisch vorgeschlagen und durch erhöhte Galaktosewerte und das Vorhandensein anderer reduzierender Substanzen als Glukose (z.B. Galaktose, Galaktose-1-Phosphat) im Urin unterstützt; sie wird durch DNA-Analyse oder Enzymanalyse von RBCs, Lebergewebe oder beidem bestätigt. In den meisten Stadien ist es erforderlich, dass ein neonatales Screening auf einen Mangel an Galaktose-1-Phosphaturidyltransferase erfolgt. (Siehe auch Prüfung wegen des Verdachts auf vererbte Störungen des Stoffwechsels.)

Therapie

  • Einschränkung der Galaktose in der Ernährung

Die Behandlung der Galaktosämie ist die Eliminierung aller Galaktose-Quellen in der Ernährung, vor allem der Laktose (eine Galaktose-Quellen), die in der Muttermilch enthalten ist, aller Milchprodukte, einschließlich milchbasierter Säuglingsnahrung, und ist ein Süßstoff, der in vielen Lebensmitteln verwendet wird. Eine laktosefreie Ernährung verhindert die akute Intoxikation und macht viele Manifestationen rückgängig (z. B. Katarakte), kann aber die neurokognitiven Störungen nicht verhindern. Viele Patienten brauchen zusätzlich Kalzium und Vitamine. Für Patienten mit einem Epimerasemangel ist eine geringe Galactosezufuhr lebensnotwendig, um für bestimmte Stoffwechselvorgänge die Versorgung mit Uridin-5-Diphosphatgalaktose (UDP-Galaktose) sicherzustellen.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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