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Konjugierte Blickparesen

Von

Michael Rubin

, MDCM, New York Presbyterian Hospital-Cornell Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Dez 2017
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Eine konjugierte Blickparese bezeichnet die Unfähigkeit, beide Augen in eine bestimmte horizontale (am häufigsten) oder vertikale Richtung zu bewegen.

Blickparesen betreffen meist die horizontale Blickbewegung; einige beeinflussen den Aufblick, seltener ist der Abblick betroffen.

Horizontale Blickparesen

Konjugierte horizontale Blickbewegungen werden durch neuronale Impulse aus den Großhirnhemisphären, dem Kleinhirn, den Vestibulariskernen und der Halsregion kontrolliert. Der neuronale Input aus diesen Regionen konvergiert im Zentrum für horizontale Blickbewegungen (paramediane pontine Formatio reticularis) und wird integriert zu einem finalen Befehl an den benachbarten Kern des VI. Hirnnerven, der den ipsilateralen M. rectus lateralis über den Fasciculus longitudinalis medialis kontrolliert, und an den kontralateralen Kern des III. Hirnnerven, der wiederum den M. rectus medialis steuert. Inhibitorische Signale an gegenüberliegende Augenmuskeln treten gleichzeitig auf.

Die häufigste und am stärksten behindernde Einschränkung der horizontalen Blickbewegungen resultiert aus pontinen Läsionen, die das Zentrum für horizontale Blickbewegungen und den Kern des VI. Hirnnerven betreffen. Schlaganfälle sind eine häufige Ursache, sie führen zum Ausfall der horizontalen Blickbewegungen ipsilateral zur Läsion. Bei Lähmungen durch Schlaganfall kann es vorkommen, das sich die Augen nicht in Reaktion auf einen Stimulus bewegen können (z. B. willkürlich oder vestibulär). Leichtere Lähmungen können lediglich einen Nystagmus oder eine Fixationsschwäche verursachen.

Ein weiterer häufiger Grund ist eine Läsion in der kontralateralen Großhirnhemisphäre rostral des Gyrus frontalis. Diese Läsionen werden typischerweise durch einen Schlaganfall verursacht. Die resultierende Lähmung bildet sich für gewöhnlich mit der Zeit zurück. Horizontale konjugierte Blickbewegungen, die durch Hirnstammreflexe vermittelt werden (z. B. in Reaktion auf kalorische Stimulation mit kaltem Wasser), sind erhalten.

Vertikale Blickparesen

Auf- und Abblick hängen vom Input der Nervenbahnen ab, die vom Gleichgewichtsorgan durch den Fasciculus longitudinalis medialis aufsteigen und an beiden Seiten der Kerne des III. und IV. Hirnnerven, des interstitiellen Cajal-Kerns und dem rostralen interstitiellen Kern des Fasciculus longitudinalis medialis verlaufen. Ein separates absteigendes System verläuft vermutlich von den Grohßhirnhemisphären durch das Prätektum des Mittelhirns zu den Kernen des III. und IV. Hirnnerven. Der rostrale interstitielle Kern des Fasciculus longitudinalis medialis integriert den neuronalen Input zu einem endgültigen Befehl für vertikale Blickbewegungen.

Vertikale Blickbewegungen werden mit dem Altern begrenzter.

Häufig entstehen vertikale Blickparesen als Folge von Mittelhirnläsionen, meist durch Infarkte oder Tumoren. Bei vertikalen Paresen des Aufblicks können die Pupillen erweitert sein, und beim Aufblick tritt ein vertikaler Nystagmus auf.

Das Parinaud-Syndrom (dorsales Mittelhirn-Syndrom), eine konjugierte Parese des Aufblicks, kann von einem Pinealistumor herrühren oder, seltener, einem Tumor oder Infarkt des Prätektum im Mittelhirn. Dieses Syndrom ist gekennzeichnet durch einen gestörten Aufblick, Lidretraktion (Collier-Zeichen), nach unten gerichtete Blickpräferenz (Sonnenuntergangsphänomen), Konvergenz-Retraktions-Nystagmus und erweiterte Pupillen (ca. 6 mm), die schwach auf Licht reagieren, aber besser auf Akkommodation (lichtnahe Dissoziation).

Paresen des Abblicks

Ein gestörter Abblick bei erhaltenem Aufblick zeigt in der Regel eine progressive supranukleäre Blickparese an; andere Ursachen sind selten.

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