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Glossopharyngeusneuralgie

Von

Michael Rubin

, MDCM, New York Presbyterian Hospital-Cornell Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Dez 2017
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Eine Glossopharyngeusneuralgie ist charakterisiert durch rezidivierende heftige Schmerzattacken im Innervationsgebiet des IX. und X. Hirnnerven (hinterer Pharynx, Tonsillen, Zungengrund, Mittelohr, unterhalb des Kieferwinkels). Die Diagnose wird klinisch gestellt. Behandelt wird meist mit Carbamazepin oder Gabapentin.

Eine Glossopharyngeusneuralgie rührt manchmal von einer Nervenkompression durch eine aberrante, pulsierende Arterie her, ähnlich wie bei Trigeminusneuralgie und Spasmus hemifacialis. Der Nerv kann in den Hals durch einen langgestreckten Griffelfortsatz (Eagle-Syndrom) komprimiert werden. Selten ist die Ursache ein Tumor im Kleinhirnbrückenwinkel oder im Nacken, ein Peritonsillarabszess, ein Carotis-Aneurysma oder eine demyelinisierende Erkrankung. Häufig kann keine Ursache identifiziert werden.

Die Glossopharyngeusneuralgie ist selten und betrifft häufiger Männer, meist nach dem 40. Lebensjahr.

Symptome und Beschwerden

Wie bei der Trigeminusneuralgie treten spontan paroxysmale Attacken von einseitigem, kurzem, quälendem Schmerz auf, oder sie werden ausgelöst, wenn Areale, die durch den N. glossopharyngeus innerviert sind, stimuliert werden (z. B. Kauen, Schlucken, Husten, Reden, Gähnen, Schnäuzen). Der Schmerz, der Sekunden bis einige Minuten anhält, beginnt meist in der Tonsillarregion oder an der Zungenbasis und kann sich bis zum ipsilateralen Ohr ausbreiten. Gelegentlich führt eine erhöhte Aktivität des N. vagus zu einem Sinusarrest mit Synkope; diese Episoden können täglich auftreten oder einmal alle paar Wochen.

Diagnose

  • Klinische Abklärung, oft inkl. Reaktion auf Anästhetika

  • MRT

Die Diagnose einer Glossopharyngeus-Neuralgie wird klinisch erstellt.

Eine Glossopharyngeusneuralgie unterscheidet sich von einer Trigeminusneuralgie in der Lokalisation des Schmerzes. Auch löst bei einer Glossopharyngeusneuralgie Schlucken oder das Berühren der Tonsillen mit einem Untersuchungsstäbchen eher Schmerz aus, und die Applikation von Lidocain in den Rachenraum unterbricht vorübergehend den spontanen oder evozierten Schmerz.

Zum Ausschluss von tonsillären, pharyngealen und Kleinhirnbrückenwinkeltumoren und metastatischen Läsionen im vorderen Halsdreieck wird eine MRT durchgeführt. Lokale Nervenblockaden durch einen HNO-Arzt können bei der Unterscheidung zwischen Karotidynie, Laryngeus-superior-Neuralgie und durch Tumoren verursachtene Schmerzen helfen.

Behandlung

  • Üblicherweise Antikonvulsiva

Die Behandlung bei einer Glossopharyngeusneuralgie ist die gleiche wie bei einer Trigeminusneuralgie .

Bei Unwirksamkeit oraler Medikamente können Lokalanästhetika Linderung verschaffen. Topisch in den Pharynx appliziertes Kokain kann z. B. eine zeitweilige Schmerzlinderung bringen. Ein chirurgischer Eingriff zur Dekompression des Nervs durch Trennung von einer pulsierenden Arterie kann notwendig werden. Wenn der Schmerz auf den Rachen beschränkt ist, kann die Operation auf den extrakraniellen Teil des Nervs beschränkt werden. Bei weit ausgebreitetem Schmerz muss der operative Eingriff den intrakraniellen Teil des Nervs einbeziehen.

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