Häufig verwendete orale Antiparkinson-Medikamente

Häufig verwendete orale Antiparkinson-Medikamente

Medikamente

Durchschnittliche Tagesdosis und maximale Dosis, sofern anwendbar

Hauptsächliche unerwünschte Wirkungen

Dopaminvorläufer

Carbidopa/Levodopa 10/100, 25/100 oder 25/250 mg (sofortige Freisetzung oder löslich)

1–3 Tbl. mit 25/100 mg 4-mal täglich

Zentral: Schläfrigkeit, Verwirrtheit, orthostatische Hypotonie, psychotische Störungen, Albträume, Dyskinesie

Peripher: Übelkeit, Anorexie, Flush, Bauchkrämpfe, Obstipation, Palpitationen

Bei plötzlichem Absetzen: Malignes neuroleptisches Syndrom

Carbidopa/Levodopa 25/100 oder 50/200 mg (kontrollierte Freisetzung, empfohlen nur für nächtliche Symptome [nicht tagsüber])

1-2 Tbl. mit 50/200 mg vor dem Schlafengehen

Antivirale Medikamente

Amantadin

100 mg 2-mal täglich

Verwirrtheit, Harnverhalt, Beinödem, erhöhter Augeninnendruck, Livedo reticularis

Selten, bei Absetzen oder Verringerung der Dosis: Malignes neuroleptisches Syndrom

Dopaminagonisten

Apomorphin

2–6 mg subkutan oder 10–30 mg sublingual

Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit (aufgrund orthostatischer Hypotonie), Halluzinationen, Impulskontrollstörung (Glücksspiel, Kauf, übermäßiges Essen, Sammeln)

Nur beim Rotigotin-Pflaster: Rötung, Juckreiz und Schwellung in den Beinen und an der Applikationsstelle

Pramipexol

0,5–1 mg 3-mal täglich

Maximale Dosis: 4,5 mg/Tag

Extended-Release-Formulierung: Kann einmal oder zweimal täglich dosiert werden

Ropinirol

3–4 mg 3-mal täglich

Maximale Dosis: 24 mg/Tag

Extended-Release-Formulierung: Kann einmal täglich dosiert werden

Rotigotin

4, 6 oder 8 mg täglich in einem Pflaster, das täglich angewendet wird

Anticholinergika*

Benztropin

1 mg 2-mal täglich – 2 mg 3-mal täglich

Benommenheit, Mundtrockenheit, Harnverhalt, Obstipation, verschwommenes Sehen

Besonders bei älterenPatienten: Verwirrtheit, Delir, gestörte Thermoregulation wegen verminderter Schweißproduktion

Trihexyphenidyl

2–5 mg 3-mal täglich

Monoaminoxidase-Typ-B (MAO-B)-Hemmer

Rasagilin

1 mg 1-mal täglich

Übelkeit, Schlaflosigkeit, Somnolenz, Ödeme

Selegilin†

5 mg 2-mal täglich, verabreicht zum Frühstück und Mittagessen

Mögliche Potenzierung von Übelkeit, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit und Dyskinesien bei Einnahme zusammen mit Levodopa

Catechol-O-Methyltransferase (COMT)-Hemmer

Entacapon ‡

200 mg zusammen mit jeder Levodopa-Dosis

Maximale Dosis: 200 mg 8-mal/Tag

Aufgrund der erhöhten Bioverfügbarkeit von Levodopa: Dyskinesien, Übelkeit, Verwirrtheit, Halluzinationen

In keinem Zusammenhang mit Levodopa: Rückenschmerzen, Durchfall, Veränderungen in der Farbe des Urins

Mit Tolcapon: Gefahr der Lebertoxizität (selten)

Opicapone

50 mg vor dem Schlafengehen

Tolcapon

100–200 mg 3-mal täglich

* Anticholinergika sollten möglichst nicht bei älteren Patienten eingesetzt werden. Da diese Medikamente Nebenwirkungen haben und neuere Erkenntnisse darauf hindeuten, dass diese Medikamente die Tau-Pathologie und Neurodegeneration verstärken können, sollte ihre Verwendung begrenzt sein.

† Selegilin ist auch in einer Formulierung zur bukkalen Absorption verfügbar.

‡ Entacapon ist auch erhältlich in einer Tablette mit Dreierkombination (Carbidopa, Levodopa und Entacapon).

* Anticholinergika sollten möglichst nicht bei älteren Patienten eingesetzt werden. Da diese Medikamente Nebenwirkungen haben und neuere Erkenntnisse darauf hindeuten, dass diese Medikamente die Tau-Pathologie und Neurodegeneration verstärken können, sollte ihre Verwendung begrenzt sein.

† Selegilin ist auch in einer Formulierung zur bukkalen Absorption verfügbar.

‡ Entacapon ist auch erhältlich in einer Tablette mit Dreierkombination (Carbidopa, Levodopa und Entacapon).

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