Elektrokardiographie (EKG) bei Lungenerkrankungen

VonRebecca Dezube, MD, MHS, Johns Hopkins University
Reviewed ByM. Patricia Rivera, MD, University of Rochester Medical Center
Überprüft/überarbeitet Geändert Nov. 2025
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Die Elektrokardiographie (EKG) stellt eine sinnvolle Ergänzung zu anderen pulmonalen Tests dar, weil sie Informationen über die rechte Seite des Herzens liefert und somit über Lungenerkrankungen wie chronische pulmonale Hypertonie und Lungenembolie.

(Siehe auch Elektrokardiographie bei kardiovaskulären Erkrankungen.)

Chronische pulmonale Hypertonie, die zu einer chronischen Dilatation des rechten Vorhofs und einer Hypertrophie und Dilatation des rechten Ventrikels führt, kann sich im EKG in Form von P-Wellen mit höherer Amplitude (P pulmonale) und ST-Strecken-Senkungen in den Ableitungen II, III und aVF, einer Verschiebung der QRS-Achse nach rechts, einer inferioren Verschiebung des P-Wellen-Vektors und einer verminderten Progression der R-Wellen in den präkordialen Ableitungen manifestieren.

Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) weisen häufig eine niedrige elektrische Spannung auf, da sich zwischen Herz und EKG-Elektroden überdehnte Lungen befinden (1).

Lungenembolie (submassiv oder massiv) kann zu einer akuten Rechtsherzbelastung oder einem Rechtsherzversagen führen, was sich klassischerweise (aber nicht häufig) als Rechtsachsenabweichung manifestiert (QRS-Achse zwischen 90° und 180° mit R > S in V1; tritt bei 28 % der Patienten mit Lungenembolie auf), mit Vertiefung der S-Welle in Ableitung I, Vertiefung der Q-Welle in Ableitung III sowie ST-Streckenhebung und T-Wellen-Inversion in Ableitung III und den präkordialen Ableitungen (S1Q3T3-Muster; tritt bei etwa 15 % der Patienten mit Lungenembolie auf) (2). Rechtsschenkelblock und T-Wellen-Inversion in den Ableitungen V1 bis V3 treten ebenfalls gelegentlich auf. Sinustachykardie ist der häufigste EKG-Befund bei Lungenembolie und tritt bei etwa 30 % der Patienten mit Lungenembolie auf.

Literatur

  1. 1. Ichikawa A, Matsumura Y, Ohnishi H, et al. Identification of electrocardiographic values that indicate chronic obstructive pulmonary disease. Heart Lung. 2016;45(4):359-362. doi:10.1016/j.hrtlng.2016.04.004

  2. 2. Krintratun S, Srichuachom W, Wongtanasarasin W. Prevalence of Electrocardiographic Abnormalities in Patients with Acute Pulmonary Embolism: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Clin Med. 2025;14(13):4750. doi:10.3390/jcm14134750

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