Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Phäohyphomykose

Von

Sanjay G. Revankar

, MD, Wayne State University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Nov 2017
Zur Patientenaufklärung hier klicken.

Die Phäohyphomykose bezeichnet Infektionen, die durch viele Arten von dunklen, melaninpigmentierten „Dematium“-Pilzen verursacht werden. Sie unterscheidet sich von der Chromoblastomykose und dem Myzetom durch das Fehlen spezifischer histopathologischer Befunde.

Die Phäohyphomykose kann durch viele Spezies von dunklen, melaninpigmentierten „Dematium“-Pilzen verursacht werden, zu denen u. a. Bipolaris, Cladophialophora, Cladosporium, Exophiala, Fonsecaea, Phialophora, Ochronosis, Rhinocladiella und Wangiella gehören.

Obwohl einige Spezies dieser Pilze echte Pathogene sein können und bei immunkompetenten Patienten eine Phäohyphomykose verursachen, wurden pigmentierte Pilze zunehmend als Opportunisten erkannt. Fast alle Fälle von weit verbreiteter Infektion treten bei immunsupprimierten Patienten auf. Dematium-Pilze verursachen nur selten tödliche Infektionen bei Patienten mit intakten Abwehrmechanismen, obwohl bestimmte Arten bei immunkompromittierten Patienten Gehirnabszesse verursachen können.

Zu den klinischen Syndromen gehören eine invasive Sinusitis, gelegentlich mit Knochennekrose, sowie subkutane Knoten oder Abszesse, Keratitis, Lungenmassen, Osteomyelitis, mykotische Arthritis, Endokarditis, Hirnabszess und disseminierte Infektion.

Diagnose

  • Untersuchung mit Masson-Fontana-Färbung

  • Kultur zur Identifikation verursachender Spezies

Dematium-Pilze können häufig in Gewebschnitten, die mit konventionellem Hämatoxylin und Eosin gefärbt wurden, erkannt werden. Sie erscheinen als septierte, bräunlich Hyphen oder hefeartige Zellen, was ihren natürlich hohen Melaningehalt anzeigt. Zur Bestätigung kann eine Masson-Fontana-Färbung angefertigt werden. Die Phäohyphomykose kann durch das Fehlen spezifischer histopathologischer Befunde wie sklerotische Körper oder Körner im Gewebe von einer Chromoblastomykose und einem Myzetom unterschieden werden.

Zur definitiven Identifikation ist ein kultureller Erregernachweis erforderlich.

Therapie

  • Für subkutane Knoten, Operation und/oder Itraconazol

  • Bei Hirnabszess oder disseminierte Infektionen, eine Kombination von Antimykotika

Es gibt keine Standardtherapie; die Behandlung von der Phäohyphomykose hängt vom klinischen Syndrom und vom Zustand des Patienten ab.

Für subkutane Knötchen kann nur eine Operation kurativ sein. Itraconazol weist eine ausgezeichnete Aktivität auf und wurde klinisch am häufigsten verwendet, obwohl Voriconazol und Posaconazol zunehmend mit guten Ergebnissen verwendet werden. Die Dauer der Therapie schwankt, kann aber von 6 Wochen bis > 12 Monate reichen. Amphotericin B ist oft ineffektiv.

Für denHirnabszess sollte die-Behandlung nach Möglichkeit eine chirurgische Resektion beinhalten.

BeiHirnabszess oder disseminierten Infektionen wird häufig eine Kombinationstherapie (z.B. mit 2 oder 3 Medikamenten, von denen mindestens eines ein Azol ist) eingesetzt, obwohl die klinischen Ergebnisse in der Regel unabhängig von der Behandlung schlecht sind.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Wie man sich die Hände wäscht
Video
Wie man sich die Hände wäscht
3D-Modelle
Alle anzeigen
SARS-CoV-2
3D-Modell
SARS-CoV-2

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN