Stomatozytose und Anämie durch Hypophosphatämie

Vollständige Überprüfung: Apr. 2026 VonGloria F. Gerber, MD, Johns Hopkins School of Medicine, Division of Hematology | Peer-Review durchAshkan Emadi, MD, PhD, West Virginia University School of Medicine, Robert C. Byrd Health Sciences Center
Letzte Aktualisierung: Apr. 2026
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Stomatozytose (Erythrozyten mit einem transversalen Schlitz oder Stoma im Zentrum) und Hypophosphatämie verursachen Erythrozyten-Membrananomalien, die zu hämolytischer Anämie führen können.

Stomatozytose

Die Stomatozytose ist eine seltene Krankheit der Erythrozyten, bei der der zentrale helle Hof der Erythrozyten mund- oder schlitzförmig verändert ist. Stomatozytose kann sein:

  • Kongenital

  • Erworben

Sowohl die angeborene als auch die erworbene Stomatozytose kann asymptomatisch sein oder eine Hämolyse verursachen. Symptome, falls vorhanden, resultieren hauptsächlich aus der Anämie.

Die kongenitale Stomatozytose und die kongenitale Xerozytose, die autosomal-dominant vererbt werden, sind seltene hämolytische Anämien, die durch eine abnormale Hydratation der roten Blutkörperchen (entweder Dehydratation oder Überhydratation) verursacht werden. Bei etwa der Hälfte der Patienten werden Mutationen im PIEZO1-Gen festgestellt, während die andere Hälfte Mutationen in den Genen KCNN4, RHAG, SCL4A1 und ABCB6 aufweist (1). Sie können eine schwere hämolytische Anämie verursachen, die sich bereits früh im Leben manifestiert; am häufigsten präsentieren sie sich jedoch als kompensierte Hämolyse oder milde Anämie mit erhöhter Retikulozytenzahl und erhöhter mittlerer korpuskulärer Hämoglobinkonzentration (MCHC) aufgrund einer zellulären Dehydratation. Die Erythrozytenmembran ist hyperpermeabel für einwertige Kationen (Natrium und Kalium); die Bewegung von zweiwertigen Kationen und Anionen ist normal. Auch eine Eisenüberladung kommt häufig vor. Eine Splenektomie kann die Anämie in schweren Fällen verbessern, doch sollte die Zunahme thromboembolischer Ereignisse nach einer Splenektomie (2) und ihr weniger eindeutiger therapeutischer Nutzen sorgfältig bedacht werden. Daher ist die Splenektomie oft eine letzte Option für Patienten mit schweren Symptomen.

Eine erworbene Stomatozytose mit hämolytischer Anämie tritt vor allem nach übermäßigem Alkoholkonsum auf. Innerhalb von zwei Wochen nach Ende der Alkoholaufnahme verschwinden die Stomatozyten im peripheren Blut ebenso wie die Hämolyse.

Die Sitosterolämie ist eine seltene autosomal-rezessive Erbkrankheit, die sich durch eine hämolytische Anämie äußern kann, die durch Stomatozyten und Makrothrombozytopenie gekennzeichnet ist. Dies ist auf eine erhöhte Resorption und eine verminderte Ausscheidung von Pflanzensterinen aus der Nahrung über die Galle zurückzuführen, wobei die Sterine in übermäßigem Maße in die Membranen der Erythrozyten eingebaut werden. Zur Behandlung gehören eine Ernährungsumstellung, beispielsweise der Verzicht auf Lebensmittel mit hohem Gehalt an Pflanzensterinen, sowie die Einnahme von Ezetimib oder Cholestyramin (3).

Anämie durch Hypophosphatämie

Die Verformbarkeit der Erythrozyten variiert in Abhängigkeit vom intrazellulären ATP-Spiegel. Da die Serumphosphatkonzentration die Erythrozytenkonzentrationen beeinflusst, ist der Phosphatspiegel im Serum niedrig (< 0,5 mg/dl [< 0,16 mmol/l]) depletiert ATP-Spiegel in Erythrozyten. Zu den komplexen metabolischen Folgen der Hypophosphatämie gehören auch der Abbau von 2,3-Diphosphoglycerinsäure, eine Verschiebung nach links in der Sauerstoffdissoziationskurve, eine verringerte Glukoseverwertung und eine erhöhte Laktatproduktion. Die hieraus resultierenden starren, nichtelastischen Erythrozyten können im Kapillarbett leicht geschädigt werden. In der Folge treten eine Hämolyse und Sphärozytose auf.

Schwere Hypophosphatämie kann auftreten bei:

Die Gabe von Phosphat schützt vor einer Anämie bzw. bewirkt deren Rückbildung und sollte bei Patienten mit einem Risiko für die Entwicklung einer Hypophosphatämie eingesetzt werden.

Hinweise

  1. 1. Andolfo I, Iolascon A, Russo R. The evolving landscape of hereditary stomatocytosis. Blood. 2025;145(26):3089-3100. doi:10.1182/blood.2024024294

  2. 2. Stewart GW, Amess JA, Eber SW, et al. Thrombo-embolic disease after splenectomy for hereditary stomatocytosis. Br J Haematol. 1996;93(2):303-310. doi:10.1046/j.1365-2141.1996.4881033.x

  3. 3. Rees DC, Iolascon A, Carella M, et al. Stomatocytic haemolysis and macrothrombocytopenia (Mediterranean stomatocytosis/macrothrombocytopenia) is the haematological presentation of phytosterolaemia. Br J Haematol. 2005;130(2):297-309. doi:10.1111/j.1365-2141.2005.05599.x

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