Varikosis

Vollständige Überprüfung: Jan. 2026 VonJames D. Douketis, MD, McMaster University | Peer-Review durchJonathan G. Howlett, MD, Cumming School of Medicine, University of Calgary
Letzte Aktualisierung: Jan. 2026
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Variköse Venen sind dilatierte oberflächliche Venen an den unteren Extremitäten. In der Regel ist keine Ursache offensichtlich. Variköse Venen sind typischerweise asymptomatisch, können aber das Gefühl der Schwellung, des Drucks, des Schmerzes oder der Hyperästhesie in den Beinen hervorrufen. Die Diagnose wird aufgrund der körperlichen Untersuchung gestellt. Die Behandlung kann aus Kompression, Wundversorgung, Sklerotherapie und Chirurgie bestehen.

Varizen können allein oder in Verbindung mit einer chronischen Veneninsuffizienz auftreten und sich auch nach einer tiefen Venenthrombose entwickeln.

Ätiologie der Varikosis

Die Ätiologie ist üblicherweise nicht bekannt, aber eine Varikosis kann durch eine primäre Insuffizienz der Venenklappen mit Reflux oder durch eine primäre Dilatation der Venenwand aufgrund einer strukturellen Nachgiebigkeit entstehen. Bei manchen Patienten entsteht die Varikosis durch die chronisch venöse Insuffizienz und den venösen Hochdruck.

Die meisten Menschen haben keine offensichtlichen Risikofaktoren. Variköse Venen treten häufig familiär gehäuft auf, was für eine genetische Komponente spricht (1, 2). Variköse Venen sind häufiger bei Frauen, da Östrogen die venösen Strukturen verändert oder durch die Schwangerschaft der venöse Druck im Becken- und Beinbereich erhöht ist oder beides (3, 4).

Selten ist eine Varikosis ein Symptom des Klippel-Trénaunay-Weber-Syndroms, das sich durch kongenitale arteriovenöse Fisteln und diffuse kutane kapilläre Angiome auszeichnet.

Literatur zur Ätiologie

  1. 1. Fukaya E, Flores AM, Lindholm D, et al. Clinical and Genetic Determinants of Varicose Veins. Circulation. 2018;138(25):2869-2880. doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.118.035584

  2. 2. Fukaya E, Kolluri R. Nonsurgical Management of Chronic Venous Insufficiency. N Engl J Med. 2024;391(24):2350-2359. doi:10.1056/NEJMcp2310224

  3. 3. Hamdan A. Management of varicose veins and venous insufficiency. JAMA. 2012;308(24):2612-2621. doi:10.1001/jama.2012.111352

  4. 4. Serra R, Gallelli L, Perri P, et al. Estrogen Receptors and Chronic Venous Disease. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2016;52(1):114-118. doi:10.1016/j.ejvs.2016.04.020

Symptome und Anzeichen von Varikosis

Variköse Venen können zunächst gespannt und tastbar, müssen aber nicht unbedingt sichtbar sein. Später können sie sich zunehmend vergrößern, vorwölben und sichtbar werden; sie können ein Gefühl der Fülle, Müdigkeit, Druck und oberflächlichen Schmerz oder Hyperästhesie in den Beinen hervorrufen. Variköse Venen werden meist sichtbar, wenn der Patient steht.

Aus nicht bekannten Gründen sind eine Stauungsdermatitis und venöse Stauungsulzera selten. Wenn Hautveränderungen (z. B. Verhärtung, Pigmentation und Ekzem) auftreten, betreffen sie typischerweise die mediale Knöchelregion. Ulzera können sich nach geringsten Verletzungen der betroffenen Regionen entwickeln. Die Ulzera sind in der Regel klein, oberflächlich und schmerzhaft.

Variköse Venen thrombosieren gelegentlich, was zu Schmerzen führt. Oberflächliche variköse Venen können dünne venöse Hautblasen hervorrufen, die nach einem minimalen Trauma platzen und bluten können. Sehr selten ist eine solche Blutung fatal, wenn sie unbemerkt während des Schlafes entsteht.

Tipps und Risiken

  • Varikosis führt selten zu einer Stauungsdermatitis oder zu Stauungsulzera, eine Ulzeration kann sich aber durch kleinere Verletzungen in den betroffenen Gebieten entwickeln.

Diagnose der Varikosis

  • Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Manchmal Doppler-Sonographie

Die Diagnose wird in der Regel durch die körperliche Untersuchung gestellt.

Bei Patienten mit symptomatischen Varizen wird eine Duplexsonographie empfohlen, um venöse Insuffizienz und Reflux (rückläufiger Blutfluss) oder eine Obstruktion festzustellen (1, 2).

Literatur zur Diagnose

  1. 1. Expert Panels on Interventional Radiology and Vascular Imaging, Rochon PJ, Reghunathan A, et al. ACR Appropriateness Criteria® Lower Extremity Chronic Venous Disease. J Am Coll Radiol. 2023;20(11S):S481-S500. doi:10.1016/j.jacr.2023.08.011

  2. 2. Gloviczki P, Lawrence PF, Wasan SM, et al. The 2023 Society for Vascular Surgery, American Venous Forum, and American Vein and Lymphatic Society clinical practice guidelines for the management of varicose veins of the lower extremities. Part II: Endorsed by the Society of Interventional Radiology and the Society for Vascular Medicine. J Vasc Surg Venous Lymphat Disord. 2024;12(1):101670. doi:10.1016/j.jvsv.2023.08.011

Behandlung der Varikosis

  • Kompressionsstrümpfe

  • Manchmal minimalinvasive Therapie (z. B. Sklerotherapie, thermische Ablation) oder Operation

Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, das Aussehen der Beine zu verbessern und in einigen Fällen Komplikationen von varikösen Venen zu verhindern.

Die konservative Behandlung umfasst Kompressionsstrümpfe und bei Bedarf lokale Wundversorgung (1).

Bei symptomatischen Varizen mit nachgewiesenem Reflux, die auf konservative Maßnahmen nicht ansprechen, umfassen die Behandlungsoptionen die endovenöse Ablation mittels Laser- oder Radiofrequenzverfahren sowie die chirurgische Ligatur und das Stripping der Vena saphena magna und gegebenenfalls der Vena saphena parva. Obwohl die Ergebnisse ähnlich sind, wird die endovenöse Ablation gegenüber der Ligatur und dem Stripping empfohlen, da sie eine schnellere Genesung ermöglicht und sich hinsichtlich der postoperativen Schmerzen unterscheidet (1, 2). Der chirurgische Eingriff umfasst eine Ligatur oder ein Stripping. Beide Verfahren bieten eine gute kurzfristige Symptomlinderung, jedoch entwickeln Patienten häufig erneut Varizen.

Eine minimalinvasive Therapie (Sklerosierung) und chirurgische Eingriffe sind zur Prävention von wiederkehrenden Varizenthrombosen und bei Hautveränderungen erforderlich; diese Verfahren werden auch häufig aus kosmetischen Gründen angewandt. Viele Venen jedoch rekanalisieren. Die Sklerosierungstherapie verwendet bestimmte Substanzen (z. B. Natriumtetradecylsulfat), um eine thrombophlebitische Reaktion hervorzurufen, die zur Fibrosierung und dem Verschluss der Vene führt.

Unabhängig von der Behandlung entstehen neue Varizen, und die Therapie muss oft wiederholt werden.

Literatur zur Behandlung

  1. 1. Gloviczki P, Lawrence PF, Wasan SM, et al. The 2023 Society for Vascular Surgery, American Venous Forum, and American Vein and Lymphatic Society clinical practice guidelines for the management of varicose veins of the lower extremities. Part II: Endorsed by the Society of Interventional Radiology and the Society for Vascular Medicine. J Vasc Surg Venous Lymphat Disord. 2024;12(1):101670. doi:10.1016/j.jvsv.2023.08.011

  2. 2. Gloviczki P, Lawrence PF, Wasan SM, et al. The 2022 Society for Vascular Surgery, American Venous Forum, and American Vein and Lymphatic Society clinical practice guidelines for the management of varicose veins of the lower extremities. Part I. Duplex Scanning and Treatment of Superficial Truncal Reflux: Endorsed by the Society for Vascular Medicine and the International Union of Phlebology. J Vasc Surg Venous Lymphat Disord. 2023;11(2):231-261.e6. doi:10.1016/j.jvsv.2022.09.004

Wichtige Punkte

  • Varizen sind bei Frauen häufiger anzutreffen als bei Männern.

  • Zu den Symptomen können Völlegefühl, Müdigkeit, Druck, Blutungen und Schmerzen oder Hyperästhesie in den Beinen gehören; Stauungsdermatitis und venöse Stauungsulzera sind selten.

  • Die Behandlung kann Kompressionsstrümpfe, Ablation, minimalinvasive chirurgische Verfahren oder Sklerotherapie umfassen.

  • Unabhängig von der Behandlung rezidivieren Krampfadern oft.

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