Nasenseptumdeviationen aufgrund einer Entwicklungsstörung oder eines Traumas kommen öfter vor, sind aber meist asymptomatisch und müssen nicht behandelt werden. In symptomatischen Fällen führt die Septumdeviation zur Nasenobstruktion und prädisponiert zu einer Sinusitis (besonders wenn das verbogene Septum die Öffnung einer Nebenhöhle verlegt) und zu Nasenbluten (weil der Luftstrom die Schleimhaut austrocknet). Wenn vorhanden, kann der Schweregrad einer assoziierten obstruktiven Schlafapnoe ebenfalls zunehmen. Weitere Symptome können Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen und nächtliche Atemgeräusche sein.
Bei der Untersuchung ist die Septumdeviation gewöhnlich gleich erkennbar, doch manchmal reicht es nicht, nur in den Naseneingang zu leuchten.
Die Behandlung besteht in einer Septumplastik (Septumrekonstruktion), obwohl es keine Beweise für ihre Wirksamkeit gibt (1). Eine Septumplastik bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe kann die Behandlung mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP) erfolgreicher machen.
Septumgeschwüre und -perforationen können folgende Ursachen haben:
Nasenchirurgie
Wiederholte Traumata, wie z.B. chronisches Nasenbohren
Kosmetisches Piercing
Toxische Expositionen (z.B. gegenüber Säuren, Chrom, Phosphor oder Kupfer-Dämpfen)
Chronischer Kokain-Konsum
Chronische Verwendung von Nasensprays (einschließlich Glukokortikoiden und rezeptfreien Phenylephrin- oder Oxymetazolin-Sprays)
Transnasale Sauerstoffanwendung
Erkrankungen wie Tuberkulose, Syphilis, Lepra, systemischer Lupus erythematodes (SLE)
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Verkrustete Nasenränder und wiederholtes, unter Umständen starkes Nasenbluten können die Folge sein. Kleine Perforationen können pfeifen, wenn Luft durch sie strömt. Eine anteriore Rhinoskopie oder eine fiberoptische Endoskopie kann zur Darstellung von Septumperforationen verwendet werden, jedoch sollte darauf geachtet werden, bestehende Schäden nicht zu verschlimmern. Die Endoskopie kann auch bei der Entnahme von Kulturen und Biopsien des Schleimhautgewebes helfen. Bluttests können erforderlich sein, um systemische rheumatische Erkrankungen auszuschließen.
Topische Mupirocin-Salbe reduziert die Krustenbildung, ebenso wie Kochsalz-Nasenspray. Symptomatische Septumperforationen werden gelegentlich mit bukkalen oder septalen Schleimhautlappen geschlossen; der Verschluss der Perforation mit einem Silikon-Septumknopf ist eine zuverlässige Option.
Hinweis
1. van Egmond MMHT, Rovers MM, Tillema AHJ, et al. Septoplasty for nasal obstruction due to a deviated nasal septum in adults: a systematic review. Rhinology. 56(3):195-208, 2018. doi: 10.4193/Rhin18.016. PMID: 29656301.



