Einschlusszysten der Vulva enthalten Epithelgewebe; epidermale Zysten der Vulva entwickeln sich aus Talgdrüsen. Beide Zystenarten vergrößern sich durch Füllung mit Zelldetritus und können sich entzünden.
Einschlusszysten sind häufige Zysten der Vulva; sie kommen auch in der Vagina vor. Sie können nach Traumata (z. B. Schnittwunden, Episiotomienaht) entstehen, durch die teilungsfähiges Epithelgewebe unter der Oberfläche eingeschlossen wird, oder sich spontan entwickeln.
Epidermale Zysten (Talgzysten) entstehen durch Verstopfung der Talgdrüsenausführungsgänge.
Nicht entzündete Zysten sind gewöhnlich symptomlos, können aber zu Reizungen führen; sie sind weißlich oder gelblich und meistens < 1 cm groß. Entzündete Zysten sind oft gerötet und druckempfindlich und verursachen Dyspareunie.
Vaginale Einschlusszysten sind in der Regel klein und asymptomatisch.
Gezeigt werden multiple, bilaterale Einschlusszysten der Vulva, die früher als Talgzysten bezeichnet wurden.
Diagnose
Gynäkologische Untersuchung
Manchmal Biopsie
Die Diagnose von Vulvazysten erfolgt durch körperliche Untersuchung (1). Eine Vulva-Biopsie kann durchgeführt werden, wenn die Patientin Symptome (z. B. anhaltender Juckreiz der Vulva) oder Befunde (Weißfärbung oder Verdickung der kleinen Schamlippen) aufweist oder wenn die Masse auf eine bösartige Erkrankung hindeutet (eine Masse, die hyperpigmentiert ist oder einen unregelmäßigen Rand hat oder fest, nicht verschieblich ist, an Größe zunimmt, blutet oder andere auffällige Merkmale aufweist).
Diagnosehinweis
1. Maldonado VA. Benign vulvar tumors. Best Pract Res Clin Obstet Gynaecol. 2014;28(7):1088-1097. doi:10.1016/j.bpobgyn.2014.07.014
Therapie
Exzision
Die Behandlung von Vulvarzysten, die nur bei symptomatischen Zysten angezeigt ist, ist die Exzision. Ein Lokalanästhetikum kann für eine einzelne Läsion verwendet werden. Bei multiplen Läsionen können lokale oder Vollnarkose bevorzugt werden.



