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Anfallsleiden in der Schwangerschaft

Von

Lara A. Friel

, MD, PhD, University of Texas Health Medical School at Houston, McGovern Medical School

Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Anfallsleiden können die Fertilität beeinträchtigen. Bestimmte Antiepileptika können aber die Wirkung oraler Kontrazeptiva verringern, was zu zu einer ungewollten Schwangerschaft führen kann.

Die Dosis der Antiepileptika muss möglicherweise während der Schwangerschaft erhöht werden, um die therapeutischen Werte aufrechtzuerhalten. Wenn die Frauen ausreichend Schlaf bekommen und die Medikamentenspiegel der Antiepileptika im therapeutischen Bereich gehalten werden, steigt die Anfallsfrequenz während der Schwangerschaft in der Regel nicht an, und der Schwangerschaftsausgang ist gut; allerdings sind die Risiken für folgende Ereignisse leicht erhöht:

Im Allgemeinen sind unkontrollierte Krampfanfälle während der Schwangerschaft schädlicher als der Gebrauch von Antiepileptika; daher hat die Kontrolle der Anfälle in der Behandlung während der Schwangerschaft oberste Priorität. Vor der Konzeption sollte ein Neurologe konsultiert werden, um vor einer Schwangerschaft die mütterlichen Anfälle zu stabilisieren. Ärzte sollten die niedrigste mögliche Dosis an Antiepileptika und so wenige verschiedene Antiepileptika wie möglich verabreichen.

Angeborene Fehlbildungen sind häufiger bei Feten von Frauen mit Anfallsleiden (6–8%) als bei den Feten von gesunden Frauen (2–3%). Das Risiko für geistige Behinderung kann auch erhöht sein. Diese Risiken können sowohl mit der Anfallserkrankung als auch mit der Einnahme von Antiepileptika zusammenhängen. Das Risiko einer hämorrhagischen Erkrankung des Neugeborenen (Erythroblastosis neonatorum) kann durch die intrauterine Exposition gegenüber bestimmten Antiepileptika (z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital) erhöht sein; wenn jedoch in der Schwangerschaft Vitamine mit Vitamin D eingenommen werden und dem Neugeborenen Vitamin K verabreicht wird, ist eine hämorrhagische Erkrankung selten.

Die Einnahme von Phenobarbital während der Schwangerschaft kann den physiologischen Neugeborenen-Ikterus verringern, vielleicht weil das Medikament die konjugierenden Leberenzyme anregt. Im Allgemeinen wird Phenytoin bevorzugt.

Alle Antiepileptika erhöhen den Bedarf an zusätzlicher Folsäure; 4 mg werden einmal täglich oral verabreicht. Idealerweise wird damit vor Eintritt einer Schwangerschaft begonnen. Die Einnahme von Folsäurepräparaten vor der Empfängnis hilft, das Risiko von Neuralrohrdefekten zu verringern.

Einer vaginalen Entbindung wird meistens der Vorzug gegeben, aber wenn die Schwangeren unter der Geburt wiederholte Anfälle haben, ist ein Kaiserschnitt indiziert.

Die Medikamentenspiegel von Antiepileptika können sich postpartal schnell ändern und sollten dann engmaschig kontrolliert werden.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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