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Vaginalkarzinom

Von

Pedro T. Ramirez

, MD, The University of Texas MD Anderson Cancer Center;


David M. Gershenson

, MD, The University of Texas MD Anderson Cancer Center;


Gloria Salvo

, MD, MD Anderson Cancer Center

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2017
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Quellen zum Thema

Das Vaginalkarzinom ist üblicherweise ein Plattenepithelkarzinom, das meist bei Frauen > 60 Jahren auftritt. Das häufigste Symptom ist eine abnorme Vaginalblutung. Die Diagnose wird bioptisch gestellt. Die Behandlung für viele kleine lokale Karzinome besteht aus Hysterektomie mit Vaginektomie und Lymphadenektomie; für die meisten anderen Tumoren wird eine Radiotherapie durchgeführt.

Vaginalkarzinome sind für 1% der gynäkologischen Malignome in den USA verantwortlich. Das Durchschnittsalter bei Erstdiagnose liegt zwischen 60 und 65 Jahren.

Risikofaktoren für Vaginalkrebs sind unter anderem

  • Humane Papillomavirus-Infektion

  • Gebärmutterhals- oder Vulvakrebs

Eine intrauterine Diethylstilbestrol-Exposition prädisponiert zum klarzelligen Adenokarzinom der Vagina, dieses ist selten, das mittlere Alter bei Erstdiagnose beträgt 19 Jahre.

Die meisten (95%) der primären vaginalen Malignome sind Plattenepithelkarzinome; andere sind primäre und sekundäre Adenokarzinome, sekundäre Plattenepithelkarzinome (bei älteren Frauen), klarzellige Adenokarzinome (bei jungen Frauen) und Melanome. Das häufigste vaginale Sarkom ist das Sarcoma botryoides (embryonales Rhabdomyosarkom); es hat die höchste Inzidenz um das 3. Lebensjahr.

Die meisten vaginalen Malignome treten im oberen Drittel der posterioren Vaginalwand auf. Sie können sich wie folgt ausbreiten:

  • Durch direkte Extension (in das lokale paravaginale Gewebe, die Blase oder das Rektum)

  • Durch inguinale Lymphknoten von Läsionen in der unteren Vagina

  • Durch Beckenlymphknoten von Läsionen in der oberen Vagina

  • Hämatogen

Symptome und Beschwerden

Die meisten Patientinnen mit Vaginalkarzinom stellen sich mit abnormen Vaginalblutungen vor: postmenopausale, postkoitale oder Zwischenblutungen. Einige klagen auch über wässrigen Vaginalfluor oder Dyspareunie. Einige wenige Patientinnen sind asymptomatisch, und die Läsion wird während einer gynäkologischen Routineuntersuchung oder der Abklärung eines abnormen Pap-Tests gefunden.

Vesikovaginale oder rektovaginale Fistelbildung sind Komplikationen einer fortgeschrittenen Erkrankung.

Diagnose

  • Biopsie

  • Klinische Stadieneinteilung

Eine Stanzbiopsie ist üblicherweise diagnostisch, aber gelegentlich ist eine breite lokale Exzision notwendig.

Die Stadieneinteilung der Vaginaltumoren erfolgt klinisch (siehe Tabelle: FIGO Vaginalkarzinom nach Stadium) und basiert vor allem auf körperlicher Untersuchung, Endoskopie (z. B. Zystoskopie, Proktoskopie), Röntgenthorax (Nachweis pulmonaler Metastasen) und üblicherweise CT (Nachweis abdominaler oder pelviner Metastasen). Die Überlebensraten hängen vom Stadium ab.

Tabelle
icon

FIGO Vaginalkarzinom nach Stadium

Stadium

Beschreibung

5-Jahres-Überlebensrate*

I

Begrenzt auf die Vaginalwand

65−70%

II

Befall des subvaginalen Gewebes

47%

III

Ausdehnung sich bis zur Beckenwand

30%

IV

Tumorausbreitung über das kleine Becken hinaus, oder Befall von Harnblase oder Rektummukosa

15−20%

* Die Prognose ist schlechter, wenn der Primärtumor groß oder schlecht differenziert ist.

Beruht auf der Stadieneinteilung der International Federation of Gynecology and Obstetrics (FIGO) und der American Joint Committee on Cancer (AJCC), AJCC Cancer Staging Manual, 7. Auflage, New York, Springer, 2010.

Behandlung

  • Hysterektomie mit Vaginektomie und Lymphadenektomie bei Tumoren, die auf die Wand des oberen Vaginadrittels beschränkt sind

  • Strahlentherapie bei den meisten anderen Tumoren

Tumoren im Stadium I im oberen Drittel der Scheide können mit radikaler Hysterektomie, oberer Vaginektomie und Beckenlymphknoten-Dissektion behandelt werden, manchmal gefolgt von einer Strahlentherapie.

Die meisten anderen Primärtumoren werden strahlentherapeutisch behandelt, meistens in einer Kombination aus Strahlentherapie und Brachytherapie. Ist eine Strahlentherapie wegen vesikovaginaler oder rektovaginaler Fistelung kontraindiziert, wird eine pelvine Exenteration durchgeführt.

Wichtige Punkte

  • Risikofaktoren für Vaginalkarzinom sind eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus sowie Zervix- oder Vulvakarzinom.

  • Die meisten Patienten haben abnormale vaginale Blutungen.

  • In der Regel erfolgt die Diagnose mit Stanzbiopsie; manchmal ist eine breite lokale Exzision notwendig.

  • Behandeln Sie Tumoren, die an der Wand des oberen Drittels der Vagina liegen, mit Hysterektomie plus Vaginektomie und Lymphknotendissektion, manchmal gefolgt von einer Strahlentherapie, und behandeln Sie die meisten anderen mit einer Strahlentherapie.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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